Sitemap  Inhaltsverzeichnis
Autor dieser Seiten:  Detlef Knick - Berlin 
 
Technische & Historische Details zu alten
 Blechplatten / Lochplatten Spieldosen 
 
Weitere Infos auf folgenden Seiten:
square30_yellow.gif  Ausführliche Restaurierungen Walzen-Spieldosen
square30_yellow.gif  Einfache Restaurierungen Walzen-Spieldosen
square30_yellow.gif  Technische Details Walzen-Spieldosen - Teil 1
square30_yellow.gif  Technische Details Walzen-Spieldosen - Teil 2
square30_yellow.gif  Datierung Walzen-Spieldosen
square30_yellow.gif Die Spieluhren-Metropole Sainte-Croix in der Schweiz
square30_yellow.gif Walzenspieldosen J.H. Heller - Thorens - Rzebitschek
square30_yellow.gif Links + Adressen + Museen
square30_yellow.gif  Technische Details zu Blechplatten-Spieldosen
square30_yellow.gif  Blechplatten-Spieldosen - Ausführliche Dokumentation
square30_yellow.gif  Lochplatten / Blechplatten reparieren
square30_yellow.gif  Lochplatten Größentabelle für Polyphon & Symphonion
square30_yellow.gif  Polyphon auf der Pariser Weltausstellung 1900
square30_yellow.gif  Zigarettenspender Automaten m. Spielwerk
square30_yellow.gif  Pfeifer Automaten von Griesbaum
 
 
 
 
 
Blechplatten / Lochplatten
Spieldosen - Spieluhren
1882 - 1914
 
Die meisten Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern !
 
 
So fing alles an.....
Die Vorläufer der Lochplatten-Spieldose mit Metallplatten und Anreißrad, waren die populären Platteninstrumente mit Tonzungen und Blasebalg. Als Toninformationsträger dienten Pappplatten und/oder Zinkringe. Hergestellt in und um Leipzig zwischen 1876 und ca. 1910. Man bezeichnete sie als "Organetten".
 
 
Organetten
Organetten sind automatische Harmonikainstrumente mit durchschlagenden Zungen, Kanzellen und Blasebalg. Mit einer Handkurbel setzte man den Blasebalg und den Toninformationsträger wie Platten, Lochbänder oder Walzen in Bewegung.
 
Das Öffnen und Schließen der Ventile für die Tongebung erfolgte automatisch über einen Hebelmechanismus der jedes Mal dann in Bewegung geriet, wenn die darüber laufende Platte ein dem Ton entsprechendes Loch enthielt.
Der Tonvorrat betrug ca. 16-26 Tonstufen. Die meisten Modelle fuktionierten mit Saugwind.
 
Insbesondere die Organetten der Hersteller blue041_next.gif PAUL EHRLICH, Fabrik Leipziger Musikwerke blue041_next.gif PHÖNIX, Leipziger Musikwerke Phönix blue041_next.gif EUPHONIKA, Leipziger Musikwerke Euphonika waren weltweit stark verbreitet.
 
 
Diese Tischinstrumente - auch als "Schatullen" bezeichnet - hatten bei allen drei Firmen ähnliche Eigenschaften.
 
Der Tonumfang betrug bei PAUL EHRLICH 16 Töne beim Helikon und bis zu 36 Töne beim Salon-Ariston.
 
Bei PHÖNIX 14 (Kinderinstrumente) bis 42 Töne.
Bei EUPHONIKA 16 bis 36 Töne.
 
Die Zungen bestanden aus Messing oder Stahl.
 
Nur bei hochwertigen Modellen importierte man hochwertige Harmoniumzungen, bez. als  "Compositionsmetall" aus den USA.
Ariston Helikon Werbung
Paul Ehrlich Werbeplakat um 1906 u.a. mit Organette Helikon
mit Zungen aus "Compositionsmetall" 16 Töne, für 9,40 Mark
 
 
Es gab aber durchaus Unterschiede dieser Instrumente.....
 
Den PHÖNIX-Instrumenten bescheinigte man die schönste Klangfarbe.
Die Ariston von PAUL EHRLICH hatten die größte Bekanntheit bei riesigem Platten-Repertoire.
Die EUPHONIKA setzte auf Lautstärke und Effekte wie tanzende Figuren.
 
 
Organetten-Modelle mit Beginn der Produktion und Herstellern
 
1876/77
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich
Orchestrionette
1881
 Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich
 Non plus ultra
1882
 Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich
 Ariston
1886
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Phönix
1891
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Laetitia, Ariosa
 1896
 Leipziger Musikwerke EUPHONIKA
 Amorette
 1897
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Intona
 1901
 Julius Heinrich Zimmermann
 Orgaphon
 1904
 Ehrlichs Musikwerke Emil Ehrlich
 Ehrlichs Instrument Nr.7
 1905
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Diana
 1905
 Neue Leipziger Musikwerke Adolf BUFF-HEDINGER
 Empire
 1906
 Neue Leipziger Musikwerke Adolf BUFF-HEDINGER
 Ariston, Helikon Z, Monopol
 1909
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Lucia
 1912
 Ernst Holzweissig
 Amorette
 1913
 Leipziger Musikwerke PHÖNIX
 Otero
 1920
 Ernst Holzweissig
 Diana, Intona, Phönix, Ariosa
 
 
Man nannte sie auch Manivellen. Es waren Geräte ohne eigene Antriebsfeder, die nur direkt von Hand angetrieben wurden. Während der gesamten Spieldauer war also eine Handkurbel zu betätigen. Siehe Detailfoto einer Umhängedrehorgel mit durchschlagenden Zungen und Zinkringen als Tonträger.  .
 
Das bekannteste Fabrikat war das "Ehrlichs-Instrument" der Paul Ehrlichs Musikwerke in Gohlis bei Leipzig.
Ab 9. April 1880, Firmierung unter Aktiengesellschaft "Fabrik Leipziger Musikwerke - vormals Paul Ehrlich & Co".
 
Zu dieser Zeit hatte die Firma 90 Mitarbeiter und produzierte 1500 Instrumente pro Monat. Die Wirkungszeit des Herstellers Paul Ehrlich in Leipzig war von 1876 bis 1905.
Hinweis: In Leipzig gab es außerdem noch die Firma Ehrlichs Musikwerke, Emil Ehrlich. Sie stellte von 1904 bis 1911 in Leipzig sog. Klavier Vorsetzer, Organetten und Lochplatten her.
 
 
 
Die Orchestrionette von Paul Ehrlich
 
im Jahr 1877
 
Paul Ehrlich
Paul Ehrlich
1849 (Reudnitz)  -  1925 (Leipzig)
Orchestrionette Paul Ehrlich
 
Kommentar der Zeitschrift für Instrumentenbau...
 
Die Spielwerke der Leipziger Musikwerk-Fabrik haben das Verdienst, in die Gattung der ja auch nicht mit Unrecht viel geschmähten Drehorgeln eine Species gebracht zu haben, welche der Monotonie der Melodie, dem ewigen Wiederholen nur einiger Tactgruppen ein Ziel setzt.
 
Die Notenblätter laufen wie ein Tuch ohne Ende über die Walzen. Es ist einleuchtend, dass diese Neuerung bei dem billigen Preise solcher Notenblätter vor der kostspieligen Stiftwalzeneinrichtung den Vorzug der größeren Abwechselung bei bedeutender Wohlfeilheit hat.
 
1877 erhält Paul Ehrlich das erste deutsche Patent auf ein mechanisches Musikinstrument.
 
Es bildet die Grundlage für seine Orchestrionette.
 
 
Mit einer Handkurbel wird diese kleine Harmonika mit seinen durchschlagenden Zungen in Bewegung gesetzt.
 
Ein umlaufendes Band oder Tuch welches mit Löchern versehen ist wird über Rollen weiterbewegt. Die Öffnungen lösen die Töne damit automatisch aus.
 
Gegenüber den bisher gebräuchlichen Walzeninstrumenten waren diese Tücher bedeutend preiswerter herzustellen, vor allen Dingen aber einfach auszuwechseln.
 
Bereits 1881 wurden 5000 Instrumente versandt.
Im gleichen Jahr erregte die Orchestrionette zur Gewerbeausstellung in Halle großes Aufsehen...
 
...ein drei Meter langes Notenblatt spielt die Tell-Ouvertüre...
 
Zwei YouTube Videos der Orchstrionette in Funktion
 
Video mit Ton
 
Video mit Ton
 
 
 
Ab 1882 wurde das Modell Ariston gefertigt. Es gehört zur Familie der Organetten und wurde mit seinen 24 Tonstufen und den kreisförmigen Notenscheiben in Form von Lochplatten die erfolgreichste Zungen-Tischdrehorgel.
 
 Ariston - Um 1885  Video mit Ton
 
 
Auf Grund des niedrigeren Kaufpreises bot es erstmalig die Möglichkeit, sich ein eigenes kleines Orchestrion in die Wohnung zu stellen. Zu dieser Zeit wurden in Leipzig ca. 460.000 Instrumente verkauft, der Plattenkatalog umfaßte ca. 4000 verschiedene Titel.
 
Das Ariston gehört wie die Mund- oder Zieharmonika zu den Tonzungen-Instrumenten. Beim Drehen der Kurbel dreht sich die Platte, in deren Lochung ein Tastfinger springt, der mittels kleiner Hebel das Venil der Metallzunge öffnet, die, vibrierend durch die aus dem Blasebalg einströmende Luft, den Ton erzeugt.
 
aristonette_paul_ehrlich_6zweidrittel_disc.jpg
Aristonette
Prinzip einer Organette - Ariston 
ariston_kartonplatten.jpg
Ariston-Kartonplatten
Paul Ehrlichs Aristonette  Video mit Ton
 
Neben dem Ariston stellte die Firma Paul Ehrlich & Co die Aristonette mit 19 Tonstufen und das Helikon mit 16 Tonstufen her, die lediglich kleiner sind als das Ariston, denen aber die gleiche Mechanik zu Grunde liegt.
 
 
Weitere Organetten Typen....
 
Große Verbreitung fand auch das Herophon der Firma Pietschmann & Söhne aus Berlin.
 
Ein Instrument mit quadratischen Pappplatten u. 24 Tonzungen aus Bronze. Das Herophon ähnelt dem Ariston von Paul Ehrlich und kam drei Jahre danach, nämlich 1885 auf den Markt.
 
Wegen patentrechlicher Auseinandersetzungen mit Paul Ehrlich wurde hier das mechanische Prinzip einfach umgekehrt.
 
 
Die quadratische Pappplatte wurde fest eingespannt.
 
Zum Abspielen der Musik im Holzkasten wurde unter der feststehenden Platte der gesamte Mechanismus gedreht.
 
  Herophon um 1900 (Detail)
 
e
 
Herophon um 1900
mit einer quadratischen Platte
 
Video mit Ton
 
 Das Manopan
Die Firma Pietschmann stellte 1887
auch noch eine besondere
Organette vor
Das Manopan
  
Die Toninformation wurde hier allerdings
 
nicht auf Platten, sondern auf umlaufenden
 
Lochbändern aus Pappe gespeichert.
 
Video mit Ton
 
 
 
Die Leipziger Musikwerke Phoenix GmbH Schmidt & Co. spezialisierten sich auf kleinere Organetten.
So hatte die Lucia zwölf Tonstufen und eine Lochplatte von nur 12 Zentimetern Durchmesser.
 
Die Diana Tischdrehorgel hatte bereits 14 Tonstufen, während die Intona Tischdrehorgel sogar mit 16 Tonstufen ausgestattet war. Statt Lochplatten hatte die Intona gelochte Zinkblechringe als Träger der Toninformation.
 
 
PHOENIX
GmbH Schmidt & Co.
INTONA
 mit gelochten
 Ringen aus Zinkblech
 
Ende 19. Jahrhundet
Klick auf die 6 Buttons
      
Phoenix Organette
Vermutlich Intona
44,5 x 35 x 25,5 cm
Plattenringe 37 cm
 
 
 
Beliebt waren auch die Ariosa Geräte mit 18 Tonstufen. Ebenfalls mit Zink-Notenringen.
 
ariosa-phoenix_disc_31_cm_um_1900.jpg
Ariosa - Phönix
um 1900 - 31 cm Notenringe
Video ansehen
Video ansehen
 
 
 
Alle diese Instrumente waren in schwarzpolierten Kästen mit gedrechselten Ecken von etwa der Größe der sie später ablösenden Trichtergrammophonkästen eingebaut.
 
Mit diesen Drehinstrumenten gab es erstmals mechanische Musikwiedergabegeräte, die auch für das Volk erschwinglich waren und dadurch zu richtigen Volksinstrumenten wurden.
 
Zusammen mit ihren späteren größeren Brüdern - den Metall- Lochplatten-Spieldosen - wurden sie zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Schweizer (Walzen-)Spieldosen-Industrie.
 
Selbst die kleinsten Schweizer Walzen-Spielwerke mit etwa 45 Tönen kosteten damals um 30 Mark (!)
Da waren die neueren Platten-Instrumente schon preiswerter.
Ein "Ehrlichs-Instrument", das verbreiteste Pappplatten-Instrument mit 24 Tönen kostete nur 15 Mark, für das Ariosa mit 18 Stahlstimmen verlangte man 16 Mark, Doppeltönig 24 Mark.
 
Die auswechselbaren Platten, die man auch Notenblätter nannte, kosteten nur fünfzig bis neunzig Pfennig. Dennoch war das Repertoire dieser Notenblätter außerordentlich vielseitig und umfaßte bereits hunderte von Musiktiteln.
Bedauerlich nur, daß jede Instrumentenmarke ihre eigenen Platten hatte. An Normung dachte niemand.
 
Ein Verzeichnis für Ariston-Platten aus dem Jahre 1904 nennt 173 Musikstücke, verteilt auf eine Numerierung von 1 bis 1000. Vorherrschend in dieser Liste sind Walzer, Polka und Galopp, aber auch Märsche.
 
Stark vertreten sind auch Opernmelodien und was darüber hinaus auffällt sind die vielen englischen und sogar russischen Titel, die offenbar den Export fördern sollten. Mehrere kroatische und bömische Nationallieder zeigen, daß auch in den Balkanländern diese Leierkästen mit ihrem harmonikaähnlichen Klang sehr beliebt waren.
 
 
 
 
 
So ging es weiter....
Die Lochplatten-Spieldose / Blechplatten / Metallplatten
 
Erste Überlegungen für Lochplatten-Spieldosen finden sich bei dem auf Haiti
lebenden Miguel Boom im Jahre 1882 und dem Engländer Ellis Parr im Jahr 1885.
 
Wesentliche Konstruktionsangaben machte jedoch um das Jahr
1886 Paul Lochmann aus Leipzig-Gohlis.
Als besonders vorteilhaft erwies sich die Erfindung des Anreißrades durch
Paul Wendland im Jahre 1889.
 
Um das Jahr 1885 entstanden die
Symphonion Musikwerke in Leipzig-Gohlis.
Ihr Gründer und Direktor war Paul Lochmann.
Symphonion klein.jpg
Kleine Symphonion Spieldose
für 14,5 cm Platten
Maße: 12×19×17 cm
 
 
 
1885 Gründung Lochmannscher Musikwerke, Kuhno Lochmann & Co. Name: Symphonion
 
Ab 1889 ---> Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG
 
Ab 1902 ---> Symphonion Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG
 
Ab 1908 ---> Symphonionfabrik AG
 
Ab 1912 ---> Symphonionwerke GmbH
 
 
fabrik paul lochmann musikwerke.jpg
 
Ein sehr seltenes Originalfoto der Paul Lochmann
Musik Werke.
Das Foto zeigt die ehemalige Fabrik in Zeulenroda ab 1903
 
 
Etwa im Jahre 1889 machten sich Gustav Brachhausen und Paul Rießner, die zuvor leitende Funktionen bei den Symphonion Musikwerken innehatten, selbständig und gründeten die Firma Brachhausen & Rießner später unter dem Namen Polyphon Musikwerke AG weltweit bekannt. Brachhausen & Rießner wirken in Leipzig von 1889 bis 1895.
Die Polyphon Musikwerke wurden in der Folgezeit wohl der bedeutendste Hersteller für Plattenspieldosen.
 
 
Info zu Polyphon Musikwerke Wahren Leipzig
 
 
 
Hüttels Musikwerkausstellung
In 08258 Markneukirchen, OT Wohlhausen Hauptstraße 10. Vogtland/Sachsen
Die Privatsammlung zeigt verschiedenste mechanische Musikinstrumente
bei einer Führung durch die Ausstellung. Ein Stück Nostalgie zum Erleben!
Video mit Ton
 
 
 
 
Im Jahre 1892 ging Gustav Brachhausen
in die USA, um in Rahway (New Jersey) einen Fertigungsbetrieb für Plattenspieldosen zu gründen.
 
 
Daraus entstand im Jahre 1894 die
Regina Music Box Company
 Reginaphone um 1907 für 15" Zoll Metallplatten
Video mit Ton
Regina Corona No.36 Standgerät, Automatischer Plattenwechsler für 12 Platten, 39,4 cm Durchm.
Video mit Ton
.
Ein altes Werbeplakat von 1894
Regina Music Box - Plattenspieldose
 
Original Regina Music Box
 
 
Symphonion, Polyphon und Regina waren "Die Großen Drei"
auf dem Gebiet der Lochplatten-Spieldosen. Zusammen deckten sie ca. 90% des Weltmarktes ab.
Regina wurde in Amerika der Marktführer für Blechplatten-Spieldosen. Mehr als 100.000 Instrumente
wurden von 1894 bis 1921 verkauft.
 
blue041_next.gif 1885 Paul Lochmann, Gründer Lochmannscher Musikwerke - Symphonion in Leipzig-Gohlis
 
blue041_next.gif 1889 Gustav Brachhausen und Paul Riessner (leitende Symphonion Mitarbeiter) gründen Polyphon
 
blue041_next.gif 1892 Gustav Brachhausen verläßt Polyphon und geht in die USA
 
blue041_next.gif 1894 Gustav Brachhausen gründet in den USA die Regina Music Box Company
 
Neben den drei großen Herstellern, gab es noch viele weitere Hersteller von Plattenspieldosen.
Die meisten waren in oder um Leipzig angesiedelt.
 
Die größeren Hersteller benannten Ihre Produkte oft nach dem Firmennamen und einer Nummer, andere führten eigene Typbezeichnungen ein.
 
 
 
 
 
Die bekanntesten drei Hersteller von
Lochplatten-Spieldosen...
 
Firmenname
Firmenbezeichnungen / Gerätebezeichnungen
 
blue041_next.gif
Symphonion
Leipzig-Gohlis
Fabrik Lochmannscher Musikwerke Kuhno, Lochmann & Co.   1885 - 1889
Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG   1889 - 1902
Symphonion Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG   1902 - 1908
Symphonionfabrik AG   1908 - 1912
Symphonionwerke GmbH   1912 - 1915
 Symphonion  
 
blue041_next.gif
Polyphon
Wahren bei
Leipzig
Polyphon gegründet von G. Brachhausen + P. Riessner 1889
Polyphon Musikwerke AG   1895 - 1918
Polyphonwerke AG   1918 - 1930
 Polyphon  
 
blue041_next.gif
Regina
Rahway
New Jersey
USA
Regina Music Box Company   1894 - 1922
 Regina  
 
...und eine weitere Auswahl mehr
oder weniger bekannter Hersteller
 
 
blue041_next.gif
Kalliope
Musikwerke
Leipzig-Gohlis
Bis 1895  Wacker & Bock
1895 - 1898 Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke Espenhain, Wacker & Bock
1898-1910 Kalliope Musikwerke AG
1914 Konkursverfahren eröffnet
1919 Firma erloschen
 Kalliope  
 
blue041_next.gif
Musikwerke
Paul
Lochmann
Leipzig
Original Musikwerke Paul Lochmann
Gebr. Lochmann   1898 - 1900
Original Musikwerke Paul Lochmann GmbH   1900 - 1916
Lochmann-Werke GmbH   ab 1916  
 
1898 - 1900      Leipzig Gohlis - Äußere Hallische Str. 135
1901 - 1903      Leipzig Gohlis - Äußere Hallische Str. 135 + Thomasgasse 4
1903 - 1907      Fabrik in Zeulenroda - Thomasgasse 4
Kaufmännische Leitung und Musterlager bleiben aber in Leipzig
1908 - 1912      Querstr. 15 + 17
1913                Querstr. 17
1914                Markt 8
ab 1917           Lochmann-Werke GmbH Zeulenroda (Reuß), zur Messe Markt 8
 Lochmann   
 
blue041_next.gif
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals
Paul Ehrlich
Paul Ehrlich & co.   1877 - 1880  
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich  & co. AG   1880 - 1899  
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich & co. AG zu Leipzig-Gohlis  1899-1905
 Ariston & Monopol  
 
blue041_next.gif
Leipziger Musikwerke Euphonika
Otto Bergmann   1895
Leipziger Musikwerke Euphonika AG   1895 - 1911
 Amorette & Mandolinata & Euphonika  
 
 
blue041_next.gif
 Weißbach
& Co.
Leipzig
Kurt Weißbach   1905 - 1913  
Vereinigte Musikwerke Chordephon und
Komet Weißbach & co.    1913 - 1914  
K. Weißbach   1915 - 1930  
Lochplattenproduzent div. Fabrikate. Ab 1913
 Mechanische Zithern Cordephon und "Komet" Musikwerke  
 
blue041_next.gif
Komet Musikwerke
Leipzig
 
Komet Musikwerke Pöllnitz und Bauer    1894 - 1897  
Komet Musikwerke Bauer & co.    1897 - 1901
 Komet  
 
blue041_next.gif
Musikwerke Ludwig & Co.
Leipzig
 
Musikwerke Ludwig & Co.KG   1897 bis ca. 1901  
Ab 1899 Musikwerke Orpheus GmbH
 Orpheus  
 
blue041_next.gif
Leipziger Musikwerke
Phoenix
Leipzig
Leipziger Musikwerke "Phönix", Schmidt & co.    1886-1911  
Leipziger Musikwerke "Phönix" GmbH    1911-1918
 Organette Phönix   
 
blue041_next.gif
Fabrik mechan. Zithern
Cordephon
Leipzig
 
Fabrik mechanischer Zithern "Chordephon", Claus & co.    1892 - 1896  
Fabrik mechanischer Zithern "Chordephon", Clauss & co.  1897 - 1913
Auch "Chordephon-Musikwerke"    1903 - 1913
 Chordephon  
 
blue041_next.gif
F. Ad. Richter
& Cie
Rudolstadt/Thür.
F. Ad. Richter & Cie   1876 - ca.1910 (für Spieldosen)
 Imperator und Libellion / Karton-Noten  
 
 
blue041_next.gif
Adler u.
Fortuna
Leipzig
Adler Fabrik deutsch-amerikanische Spieldosen
Malke & Oberländer 1895
Ab 1900 wurden die Geräte von der Fa. Julius Heinrich Zimmermann (1886-1926) unter dem Namen "Fortuna" weiter gebaut.
 Lochplatten-Musikwerke mit Stimmenkamm  
 
blue041_next.gif
Troubador Musikwerke
Leipzig-Reudnitz
Troubadour Musikwerke B. Grosz & Co.    1897 - 1912  
(Inh. 1895 Sigmund Schauer)  1897 - 1918
Troubadour Musikwerke GmbH    1912 - 1918
 Troubadour  
 
blue041_next.gif 
Sirion
Leipzig
Sirion Mechanische Musikwerke Bortmann & Keller   1896 - 1897
 Lochplatten-Spieldosen mit Stimmenkamm Sirion  
 
blue041_next.gif 
Orphenion
Musikwerke
Leipzig
 
Bruno Rückert Orphenion-Musikwerke-Fabrik       1891 - 1899  
Orphenion-Musikwerke Seiler, Müller & Hensch    1899
 Orphenion  
 
blue041_next.gif
Pietschmann
& Söhne
Berlin
 CELESTA    um 1890. Versch. Typen Plattenspielgeräte 11,5 " u. 19 5/8 "
Auch Platten des Herstellers Polyphon gleicher Größe liefen auf Celesta Geräten.
 Herophon   mit quadratischen Papp-Platten um 1900
 
blue041_next.gif
Perfection
Music Box & Co.
New Jersey
 
Perfection   1897 - 1900 ?
 Lochplatten-Spieldosen  
 
blue041_next.gif
Hermann
Thorens
St. Croix - Schweiz
 
Thorens, Hermann  1883 - 1991
 u.a. Lochplatten-Spieldosen  
 
blue041_next.gif
B.H. Abrahams (BHA)
St. Croix - Schweiz
 
B.H. Abrahams   1857 - 1900
 Britannia und Imperial  
 
blue041_next.gif
Mermod Fréres
St. Croix - Schweiz
 Mermod Fréres    1816 - 1900
 Stella und Mira  
 
 
 
 
Die meisten Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern !
 
 
Mit der Lochmann-Erfindung wurde der Grundstein für eine umfangreiche industrielle Fertigung von mechanischen Musikinstrumenten im Raum Leipzig gelegt.
Zwei originale Inserate aus der "Zeitschrift für Instrumentenbau" von 1902 -->
 
Unter den Herstellern der großen Lochplatten- Spieldosen waren die Hersteller Polyphon und Symphonium besonders beliebt. "Polyphon" und "Symphonion" sind also kein Synomym für eine Plattenspieldose an sich, sondern die eigenständige Firmbezeichnungen von Herstellern (!)
 
 
Weltausstellung Paris Polyphon Plakat.jpg
1889 gründen Gustav Brachhausen und Paul Riessner die Firma Polyphon.
 
1895 werden mehrere Dutzend Modelle gefertigt. Die kleinste Spieldose hatte
 
gerade mal einen Plattendurchmesser von 16,5 cm.
 
Das größte Instrument - Type 1 N - spielte gigantische 62,5 cm Platten ab.
 
POLYPHON Type 1 N
62,5 cm (24,5") Platten.
Automat. Wechsler mit 12 Platten
(HxBxT)   241 cm 101 cm 73 cm
 
 
 
 
 
 
Polyphon Nr. 105 mit Platten-Unterschrank - Um 1895  Video mit Ton
Einer der größten Automaten seiner Art, Kurbelaufzug mit Federwerk, 159 Zungen, Plattendurchmesser 62,7 cm
H x B x T: 186 x 84 x 52 cm
 
In den nächsten Jahren verfügte Polyphon über die größte Manufaktur für Spieldosen weltweit.
Seine größte Bedeutung in der Spieldosenfertigung fand während der Dekade von 1895-1905 statt.
Ab 1900 wurden weitere Geschäftsfelder - wie Phonographen, mech. Pianos und Orchestrions - eröffnet.
 
Zwei Videos eines typischen Polyphon Platten-Standgeräts Ende 19. Jahrhundert.
Video mit Ton Video mit Ton
 
 
 
 
 
- Einige Beispiele -
 
Polyphon Lochplatten-Spieldosen  
Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden 
 
 
polyphon _excelsior_um_1900_1.jpg
 
 
polyphon _excelsior_um_1900_2.jpg
 
polyphon_1900_20,5_cm_platten.jpg
Polyphon Excelsior
um 1900 - Foto1
Polyphon Excelsior
um 1900 - Foto2
Polyphon um 1900
Style No. 41 R
für 8 - 81/4" Platten
 
polyphon_1898_39einhalb_cm_doppelkamm.jpg
 
polyphon_103_um_1900.jpg
 
polyphon_65_um_1900_15dreiviertel_1.jpg
Polyphon um 1898
für 39 1/2 cm Platten
Doppelkamm
Polyphon No. 103 um 1900 für 15 3/4" Platten Doppelkamm
mit 78 Zähnen
Polyphon No. 65
um 1900
für 15 3/4" Platten
 
polyphon_53_15dreiviertel_156_zaehne_doppelkamm_1.jpg
 
polyphon_53_15dreiviertel_156_zaehne_doppelkamm_2.jpg
 
polyphon_53_15dreiviertel_156_zaehne_doppelkamm_3.jpg
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto1
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten
Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto2
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten
Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto3
 
polyphon_doppel-platten_musicbox1.jpg
 
polyphon_doppel-platten_musicbox2.jpg
 
polyphon_doppel-platten_musicbox3.jpg
Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto1
Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto2
Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto3
 
polyphon_104_um_1900_19fünfachtel_1.jpg
 
polyphon_104_um_1900_19fünfachtel_2.jpg
 
polyphon_104_um_1900_19fünfachtel_3.jpg
Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto1
Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto2
Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto3
 
polyphon_23_mit_glocken1.jpg
 
polyphon_23_mit_glocken2.jpg
 
polyphon_65_um_1900_15dreiviertel_2.jpg
 Polyphon No. 23
mit 12 Glocken
Polyphon No. 23
mit 12 Glocken
 Polyphon No. 65 um 1900
für 15 3/4 Platten
 
 
 
Historische
Katalogabbildung
Polyphon No. 5
 
 
Historische
Katalogabbildung
Polyphon No. 6
 
 
 
Historische
Katalogabbildung
Polyphon No. 104
 
 
 
 
 
Zeitgenössicher Bericht aus der Zeitschrift "Der Deutsche Instrumentenbau"
 
 
 
stella_lochplattenspieldose.jpg
Die Firma Mermod Freres aus Sainte-Croix / Schweiz ist seit langem
bekannt als Hersteller erstklassiger Walzen-Spieldosen.
 
Ab 1895 konnte sich auch Mermod Freres den neuen Techniken und Zeitläufen nicht mehr verschließen.
 
Sie produzierten nun auch Metallplatten-Spieldosen unter dem Namen "Stella"
 
STELLA 14 1/2" Disc Musical Box   Video mit Ton
STELLA No. 150, 15 1/2" Disc Music Box um 1890   Video mit Ton
 
 
Im September 1892 ging Gustav Brachhausen - Mitbegründer der Fa. Polyphon - in die USA um dort eine
Zweigstelle von Polyphon aufzubauen. In der ersten Zeit wurden Polyphon Geräte aus Deutschland importiert.
 
 
Aber bereits im Herbst 1894 gründet er in den USA die
 
Regina Music Box Company
Unter dem Namen "Regina" ließ er fortan eigene Spieldosen herstellen.
Die Fertigung erfolgte in Rahway, New Jersey
regina_music_box_company_um_1900.jpg
Regina Disc Music Box.jpg
 
 
 
Regina Music Box um 1886
 
 
In der Folge wurde die Regina Music Box Company in den USA der erfolgreichste und größte Hersteller von Lochplatten-Spieldosen (!) Regina hatte alles im Programm. Vom einfachen Gerät bis zu übergroßen Automatik- Plattenwechslern als Standgerät.
 
1896 ließ sich die Regina Music Box Company einen automatischen Plattenwechsler patentieren.
Es war die erste Juke-Box der Welt, entstanden vor über 110 Jahren (!) Über 100.000 Instrumente wurden von 1894-1921 gefertigt.
 
Die Regina Music Box Company erfreute sich von 1894 bis 1914, dem goldenen Zeitalter der Platten-Instrumente, größter Beliebtheit in den USA.  Sie hatte dort einen Marktanteil von ca. 85% ! Regina baute 1919 die letzte Spieldose.
 
Zuvor versuchte man mit anderen Produkten den Niedergang der Firma aufzuhalten. U.a. wurden die moderneren Phonographen gefertigt.
 
Münz-Phonograph "Regina Hexaphone"  Siehe Foto  
 
Modell 104, um 1915 hergestellt.
Hersteller: Regina Co. of Rahway, USA
6 Phonographen-Walzen. Einzeln anwählbar. Eichengehäuse.
Seitlicher Münzeinwurf. Handkurbelantrieb.
 
Regina Hexaphone
 
Die meisten Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern !
 
 
Eines der größten und besten Instrumente
welches jemals gebaut wurde!
Regina Type 34 Orchestral Corona um 1899
 
Automatischer Plattenwechsler für 27" (68,6 cm) Platten. Münzautomat (!)
12 Platten werden im unteren Fach gelagert
und automatisch nach oben transportiert.
Zwei große Kämme mit 175 Zähnen. Über 7 Oktaven.
 
Zwei Videos 27" Regina Wechselautomat -->   Video mit Ton Video mit Ton
regina_music_box_type_34_1.jpg
 
regina_music_box_type_34_2.jpg
 
 
Zu Anfang des 20. Jahrhundert gingen dann verschiedene Firmen dazu über die Platten auch als Tonträger für mechanische Zithern, Harmonien und andere pneumatische Instrumente zu benutzen.
 
Die erzielten Klangeffekte - insbesondere bei der Zither - sind erstaunlich naturgetreu. Auch versuchte man, durch Doppel- und Dreifach-Plattengeräte, in denen zwei oder drei Platten synchron spielten, einen besonders vollen Klang und eine Art Stereoeffekt zu erzielen.
  
 
Hier werden in einem Video der "GSM" diverse Selbstspielende Musikinstrumente vorgeführt.
Gesellschaft für Selbstspielende Musikinstrumente
Video mit Ton
 
 
 
Entscheidend war natürlich auch, dass bereits 1877 Thomas Alva Edison den Phonographen als Patent anmeldete.
Damit begann ein neues Zeitalter der Tonaufzeichnung. Und zehn Jahre später, im Jahr 1887, erfindet der deutschstämmige Amerikaner Emile Berliner das Grammophon mit Schellackplatte.
 
Die Firma SYMPHONION unter seinem Gründer und Direktor Paul Lochmann weitete seine Produktlinie bis 1894 auf einige Dutzend verschiedene Typen aus. Von der kleinsten Spieldose bis zum großen Standgerät mit Münzbetrieb für kommerzielle Zwecke wurde alles hergestellt.
 
 
Symphonion Type/Style No. 130
Münzautomat mit 10 Glocken
Um 1900, 54 cm Platten,
Doppelkamm je 60 Stimmenzungen
Detaillierte Infos zu diesem Gerät  
Video mit Ton
Symphonion Tischgerät
Type/Style No. 25D
Um 1895
11 3/4" Zoll Platten
Video mit Ton
Symphonion Standgerät
Münzautomat
19 1/8" Zoll Platten
 
 
 Symphonion 121 - 3.jpg
Symphonion 121 - 1.jpg
Symphonion 121 - 2.jpg
Original-Ton
dieses Instruments
hier anhören !
Symphonion No. 121 GL (GL=Glocken)
Mit 10 (Halbschalen) Glocken. Für 37,5 cm = 14 3/4" Platten.
120 Zähne + Steuerzähne für Glocken, Doppelkamm.
B=54cm  T=48 cm H=29 cm.
Dieses Gerät gab es in einer horizontalen Glockenanordnung
(jeweils 5 Glocken über und unter dem Kamm)
und in dieser vertikalen Glockenanordnung wie hier abgebildet.
 
Übrigends startete der Symphonion Gründer Paul Lochmann im Jahr 1901 die Produktion seiner nach ihm benannten Spieldosen mit der Bezeichnung "Lochmann Original".
 
Diese zeichneten sich durch eine außergwöhnlich hohe Tonqualität aus.   
Großer Musikautomat Lochmann Original Modell No. 172 mit 12 Klangröhren, um 1900.  Video mit Ton
 
 
 
- Einige Beispiele -
Symphonion Lochplatten-Spieldosen  
Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden
 
 
symphonion_120_33einhalb_ cm_disk_1.jpg
 
symphonion_120_33einhalb_ cm_disk_2.jpg
 
symphonion_120_33einhalb_ cm_disk_3.jpg
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto1
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto2
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto3
 
symphonion_120_33einhalb_ cm_disk_4.jpg
 
symphonion_192_um_1900.jpg
 
symphonion_21_cm_disks_um_1885.jpg
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto4
Symphonion No. 192 Doppelkamm
192 Zähne
für 25 1/4 " Platten
Symphonion um 1885
für 21 cm Platten
 
 
 symphonion_33_um_1900_1.jpg
 
symphonion_mit_neuer_Platte_8_glocken1.jpg
 
symphonion_mit_neuer_Platte_8_glocken2.jpg
Symphonion No. 33
um 1900 Doppelkamm
84 Zähne für 11 3/4" Platten
Symphonion mit 8 Glocken
und einer neu
hergestellten Platte - Foto1
Symphonion
mit 8 Glocken
Foto2 
 
 symphonion_no25.jpg
 
Symphonion Plattendurchmesser zehn-fuenfachtel Zoll 1.jpg
 
 Symphonion Plattendurchmesser zehn-fuenfachtel Zoll 2.jpg
 
Symphonion No. 25
Symphonion, Ende 19. Jh. Plattendurchmesser 10 5/8" Zoll
 
 
 
 
 
Neben den bekannten großen Herstellern gab es noch viele kleinere Fabrikanten speziell in und um Leipzig, welche am Erfolg teilhaben wollten.
 
Zum Beispiel in Leipzig die Firma Bruno Rückert Orphenion-Musikwerke-Fabrik
1891-1899 Bruno Rückert Orphenion-Musikwerke-Fabrik
Ab 1899 Orphenion-Musikwerke Seiler, Müller & Hensch.
Video mit Ton
 
Bruno Rückerts Orphenion, das in vielen Varianten, von der Schatulle bis zum Wandspielschrank, gebaut wurde, fand guten Anklang.
Dennoch geriet das Unternehmen spätestens 1897 in Schwierigkeiten und musste Konkurs beantragen.
In einem Nachruf auf Bruno Rückert wurden als Gründe  benannt:
 
"Seine Werke waren seinerzeit ihres schönen, weichen und melodiösen Tones wegen sehr beliebt. Leider wurde auf ihre technische Herstellung zu wenig Sorgfalt verwendet. Zahn- und Federbrüche waren an der Tagesordnung, und so war das Ende der einst so blühenden Fabrik ein wenig ruhmvolles"
 
Aber auch nach dem Konkurs wurden Platten in der Firma „Orphenion-Musikwerke Seiler, Müller & Hensch“ noch weiter produziert.
 
Nach Ord-Hume (1995 S. 223) hatten die Orphenion-Musikwerke den schönsten Klang überhaupt unter den Musikwerken dieses Genres, konnten jedoch hinsichtlich der Lautstärke nicht mit den "Polyphons" u. a. Konkurrenten mithalten.
orphenion no. 91 um 1900 16 einsechstel inch 90 zaehne kamm.jpg
 
Orphenion No. 91
um 1900
16 1/6 Zoll Platten
Kamm mit 90 Zähnen.
 
 
 
Die meisten Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern !
 
 
 
kalliope_108G_um_1900_17-5-zoll_82_Zaehne_10_ Glocken.jpg
Kalliope 108 G
um 1900
17,5" Platten
82 Zähne, 10 Glocken
kalliope_164_um_1910_17dreiviertel_platten_82_zaehne_1.jpg
Kalliope 164
um 1910
17 3/4" Platten
82 Zähne - Foto 1
kalliope_164_um_1910_17dreiviertel_platten_82_zaehne_2.jpg
Kalliope 164
um 1910
17 3/4" Platten
82 Zähne - Foto 2
Kalliope
1895 - 1919
Kalliope Warenzeichen
Warenzeichen der Firma KALLIOPE um 1895
Musizierender Engel auf Wolken
 
Kalliope Grundplatte 1.jpg
Erkennungszeichen
Die typische Grundplatte
Kalliope Spieldose
Kalliope Grundplatte 2.jpg
Erkennungszeichen
Die typische Grundplatte
Kalliope Spieldose
 
Video mit Ton
Kalliope Music Box
Spielt 43,2 cm Platten
"Coronation March"
 
Video ansehen -  Großes Standgerät mit Glocken 
Kalliope
Panorama Automat
Spielt 52 cm Platten
12 Glocken,
Panorama mit Pferden 
Kalliope No. 50 - 23,5 cm Platten 49 Tonzungen.jpg
Während der 1890´ und frühen 1900´ Jahre
produzierte die Leipziger Firma Kalliope Musikwerke eine beträchtliche Zahl von Lochplatten-Spieldosen.
 
Die meisten wurden unter dem Namen "Kalliope" produziert.
Kalliope Spieldosen hatten eine ausgezeichnete Qualität. 1919 fusionierte die Firma mit Menzenhauer & Schmidt Berlin, Rungestraße 17
 
Hersteller Bezeichnungen der Kalliope Spieldosen
Bis 1895  Wacker & Bock
1895 im Handelsregister Leipzig eingetragen: Max Espenhain ist neuer Teilhaber der bisherigen Firma "Wacker & Bock".
Der Name lautet jetzt "Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke, Espenhain, Wacker & Bock".
Inhaber sind Gustav Max Espenhain, Christian Heinrich Richard Bock und Emil Moritz Anton Wacker
1895-1898 Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke - Espenhain, Wacker & Bock
1898-1910 Kalliope Musikwerke AG
1914 Konkursverfahren eröffnet
1917 Gesellschaft besteht in Liquidation weiter
1919 Firma erloschen
 
Damalige Adressen waren....
1897-1898 Gohlis, Dorotheenstr. 20
1899-1910 Gohlis, Bitterfelder Str.1
1910 siedelte die Firma nach Dippoldiswalde über.
 
Kalliope war in erster Linie mit der Herstellung von Lochplatten-Musikwerken beschäftigt. Kalliope-Spieldosen waren sehr beliebt, wovon noch heute viele erhaltene Exponate zeugen. Auf eine spezielle Dämpfungsvorrichtung an Lochplatten-Musikwerken erhielt die Firma 1895 einige Patente und provozierte damit die beiden führenden Hersteller Symphonion und Polyphon. 1900 endete ein vier Jahre andauernder Gerichtsstreit der beiden Firmen gegen Kalliope. Das Gericht entschied, dass die auf Kalliope patentierte Dämpfung das Patent der Symphonion und Polyphon Fabriken nicht verletzte. Schon 1904 baute man auch Grammophone der Marke "Odeon".
 
 
 
Gloriosa - Kalliope
 Der klingende Weihnachtsbaum von Johannes Carl Eckardt
 
Ende des 19. Jh. erhielt der Fabrikant Johannes Carl Eckardt aus Stuttgart Patente für Neuerungen "...an Musikerwerken, welche mit Mechanismen zum Drehen von Untersätzen
für Weihnachtsbäume versehen sind..."
 
Eckardt verknüpfte damit zwei eng mit der
Weihnachtszeit verbundene Traditionen, den
Weihnachtsbaum und die Weihnachtsmusik,
und verband diese in einem Instrument.
 
War zuvor Hausmusik noch von den Familienangehörigen selbst gemacht worden, hatten sich seit einiger Zeit die mechanischen Spielwerke auch in Privathaushalten weit verbreitet.
Gloriosa Werbung um 1895
 
Eines der verbreitetsten Modelle war der Weihnachtsbaumständer "Gloriosa", der zu Weihnachten 1892 auf den Markt kam. Er war von Beginn an ein absolutes Spitzenmodell und kostete damals 40 Mark. Man konnte unter 120 verschiedenen Plattentiteln für 50 Pfennige das Stück wählen. Bereits zeitgenössische Anzeigen priesen die aufwendige, an Renaissanceformen orientierte Gestaltung des Gehäuses aus mattiertem Nussbaum an.
 
Mit dem Geld, das durch die Weihnachtsbaumständer reinkam, startete Eckardt die Produktion von Messgeräten wie Manometern, Thermometern und Mengenmessern. Nachdem Eckardt 1911 die Produktion der Gloriosa Geräte einstellte, entwickelte sich jahrzehnte später aus den damaligen Messgeräten die Mess- und Regelungstechnik für die chemische Industrie der Firma Foxboro-Eckardt GmbH in Stuttgart.
 
Mit einer Handkurbel wird die Abtriebsmechanik aufgezogen. Es werden zwei verschiedene Mechanik Systeme bewegt. Das eine drehte die Halterung in die der Christbaum eingespannt war. Immerhin konnten Bäume bis zu 50 Kg Gewicht und 5,5 cm Stammdicke dabei verwendet werden.
Das andere ist das Plattenspiel-Musikwerk vom damals sehr bekannten Hersteller "Kalliope". Es besteht aus einem Stahlkamm, wie er auch von anderen Spieldosen bekannt ist, mit 52 oder 55 Zähnen. Diese werden von Metallstiften angezupft und damit zum Klingen gebracht. Ein Christbaumständer konnte über bis zu vier Kämme und auch über zusätzliche Glocken verfügen.
 
Video mit Ton Gloriosa Christbaumständer
 
Die Musik ist auf den Metallplatten codiert, welche als Programmträger dienen. Sie besitzen einen gezackten Rand und auf der Unterseite vorstehende Nocken. Ein Zahnrad greift in die Zacken des Randes, um die (Noten) Scheibe zu drehen. Die Nocken der Platte bewegen die Metallstifte, welche die Zungen des Stahlkamms anzupfen.
 
 
Mechanisch drehender Weihnachtsbaumständer mit Musik. Typ Gloriosa der Fa. Eckardt mit Kalliope Plattenspielwerk
 
Eine abklappbare Andruckstange mit Hartgummirollen führt die Scheibe genau über den Anzupfmechanismus. Der Weihnachtsbaum drehte sich langsam im Kreis und die Musik erklang. Die Platten konnten leicht ausgewechselt werden.
 
 
Allerdings stellte Jonannes Carl Eckardt schon sehr viel früher, nämlich um 1877 sehr erfolgreich automatisch drehende Weihnachtsbaumständer mit eingebautem Walzenspielwerk als Toninformationsträger her. Die Lochplattenspielwerke wurden ja auch erst etwas später erfunden (!)Video mit Ton Video mit Ton Video mit Ton Diese frühen Weihnachtsbaumständer befanden sich immer in einem runden Metallgehäuse. Weitere Infos dazu am Ende auf dieser Seite.
 
 
Dieser mechanischen Weihnachtsbaumständer des Typs GLORIOSA  mit KALLIOPE Metallplatten war ein großes Erfolgsmodell. Von Beginn der Produktion 1892 bis zum Ende im Jahr 1911 wurden 100.000 Stück verkauft. Eckardt erhielt bald Konkurrenz, die ebenfalls verschiedene andere Bauweisen anboten – wobei sie die Patente durch abweichende Konstruktionen zu umgehen suchten.
 
Video mit Ton Gloriosa Christbaumständer
 
Andere Hersteller wählten ganz andere Wege. Die Modelle "Triumph" und "Troubadour" konnten mit jedem Spielwerk betrieben werden. Eine Schnur verband den Christbaumständer mit der Achse des Spielwerks.
 
Video mit Ton Kalliope Christbaumständer mit 6 Glocken um 1900
 
Da der Einsatz als Christbaumständer nur für eine sehr begrenzte Zeit möglich ist, standen auch verschiedene andere Aufsätze zur Auswahl. Beispielsweise Blumenvasen, einfache Porzellanplatten und kunstvolle Gebilde aus mehreren Etagen mit ornamentierten Säulen.
Das umfangreiche musikalische Repertoire, das für "Gloriosa" angeboten wurde, umfasste dementsprechend neben traditionellem weihnachtlichen Liedgut auch jahreszeitunabhängige Stücke. Choräle, aber auch leichte Unterhaltungsmusik wie das Couplet "Immer an der Wand lang" oder der Weibermarsch aus "Die lustige Witwe". Sie erklangen, während sich der Aufsatz langsam drehte.
 
 
 
 
Das Chordephon 
Die Lochplatten-Zither
Chordephon Nr. 16 - Um 1900
Als Tischgerät mit Geldeinwurf. Kurbelaufzug mit Federwerk
44 Saiten, Plattendurchmesser 36,5 cm
Zitherkorpus H x B x T: 2,8 x 29,5 x 58,5 cm
 
Sehr informativ, Chordephon in Funktion Video mit Ton
 
 
Das Chordephon ist eine mechanische Zither, bei der
die Saitenerregung mit einer Lochscheibe gesteuert wird.
 
Der führende Hersteller auf dem Gebiet der Lochplatten-Zithern
war die Firma Claus & Co. in Leipzig.
Unter der Markenbezeichnung "Chordephon" wurden zwischen 1893 und etwa 1910 diese mechanischen Zithern in hoher Stückzahl gefertigt.
 
Es gab Chordephone für Lochplatten mit 30, 44 und 60 Lochreihen, wobei jeder Reihe eine Saite entsprach. Die metallischen Lochplatten weisen am Rand eine grobe Verzahnung für das Antriebszahnrad auf.
 
Die Tonerzeugung erfolgt durch plötzliches Entspannen einer
zuvor langsam niedergedrückten Saite. Der auf der Lochplatte befindliche nach unten gerichtete Nocken versetzt eine Sternrad langsam in Bewegung.
Ein Zahn des Sternrades drückt eine über den Saiten liegende Feder langsam nieder und versetzt so die Saite in Spannung.
Durch das plötzliche Nachlassen des Druckes bei der Weiterdrehung des Rades wird die Feder losgelassen und folglich die Saite abrupt entspannt. Durch die dann schwingende Saite entsteht der Ton.
 
Chordephone gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen.
Mit Tisch und ohne Tisch usw. Sie sind, was aber selten vorkommt, noch gut erhaltene und gesuchte Instrumente.
Entsprechend hochpreissig werden sie gehandelt.
 
Die Firma Claus & Co. hatte ihre Wirkungszeit in
Leipzig von 1892 bis 1913.
Anfangs mit der Bezeichnung:
Fabrik Mechanischer Zithern "Chordephon" Claus & Co.
 
 
 
Lochplatten-Zither "Chordephon"
 
Fa. Claus & Co. Leipzig um 1900.
 Gesamtlänge 58,5 cm
Federaufzug ohne Federhaus.
Auslösung durch Mechanismus
für Geldeinwurf
Eisenblechplatten Ø 36,5
 
Ab 1897 ---> Fabrik Mechanischer Zithern
                          "Chordephon" Clauss & Co.
Ab 1903 ---> Chordephon-Musikwerke
Später auch "Kurt Weißbach"
Ab 1913 ---> Vereinigte Musikwerke-Chordephon und Komet
                          Weißbach & Co.
Ab 1915 ---> K. Weißbach
Die Firma Weißbach war von 1905 bis ca.1930 in Leipzig tätig.
chordephon.jpg
Klick auf das Foto zum Vergrößern
 
 
 
 
Adler und Fortuna Plattenspielgeräte
 
Hersteller waren:
Adler Fabrik deutsch-amerikanische Spieldosen Malke & Oberländer 1895 
Adler Fabrik deutsch-amerikanische Musikwerke Schlobach, Malke & Oberländer 1896-1900
 
(Fortuna) Julius Heinrich Zimmermann 1886-1926
(Fortuna) Julius Heinrich Zimmermann Leipzig GmbH 1926-1938 
 
Zu den bekannteren Spieldosen
aus Leipzig zählen auch
die Spieldosen mit den Gerätenamen
"Adler" und "Fortuna"
 
Im Jahre 1900 erfolgte mit der
Übernahme von
ADLER auch die Weiterführung
der Produktion
der "Fortuna" Musikwerke
mit Stahlstimmen,
Harmonium, Triangel und Trommel.
 
Auch die anderen Modelle an
Schatullen, Wand- und Standautomaten
wurden weiterhin produziert.
Nun aber unter der Marke "Fortuna"
adler_Nr.355_um_1900_1.jpg
Adler Münzautomat No. 355 um 1900
für 21 1/4" Platten. Doppelkamm
mit 118 Zähnen.
Foto unten, gleiches Gerät Detailaufnahme
 
Fortuna Konzert-Automat No. 365
Großes Standgerät mit Unterschrank
um 1900
Für 26" Platten und für
Münzbetrieb eingerichtet.
 
 
Klick auf die 3 Buttons
 
       
 
 
adler_Nr.355_um_1900_2.jpg
 
 
 
 
Eine weitere sehr ausführliche Beschreibung
der Blechplatten-Spieldosen als Fließtext,
ohne Bilder finden Sie hier   
 
 
 
 
 
 
 
Den Herstellern von Lochplatten Spieldosen
im Raum Leipzig war nur eine kurze Existenz vergönnt...
 
...viele stellten bereits vor dem Ersten Weltkrieg ihre Produktion ein.
Die kurze "Goldene Zeit" der Metall- Lochplatten als
Toninformationsträger von 1886 -1914 war so gut wie vorüber.
 
Na ja, länger war die Zeitspanne der magnetischen
Tonband Compact-Cassette, welche am 28. August
1963 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin
von der Firma Philips vorgestellt wurde, auch nicht.
 
Bis sie dann von der digitalen CD + DVD, dann
wieder von den allgegenwärtigen mp3 Musik-Dateien
verdrängt wurde.
 
Die Hersteller von Platten-Spieldosen versuchten viel um im Markt zu bleiben.
Regina baute eine Reihe von Phonographen wie auch Polyphon, Mermod, Kalliope und Symphonion.
 
Die "Großen Drei" bauten u.a. auch die Münzklaviere "Polyphona", "Symphoniola" und "Reginapiano". Aber kein Modell erreichte mehr größere Verkaufszahlen.
 
Der Verkauf der Polyphon- und Symphonion-Spieldosen war bis 1920 zusammengefasst unter Paul Scheibe von den Symphonion-Musikwerken in Gera.
 
Die Firma Polyphon-Musikwerke vereinigte sich 1917 mit der Deutschen Grammophon. Sie hatte Erfolg auf dem Grammophonmarkt. (Schellack-Platten)
 
Der amerikanische Hersteller Regina baute 1919 die letzte Spieldose. Er lieferte aber noch bis 1921 aus. 1922 ging aber auch Regina bankrott.
Dass Geschäft wurde reorganisiert und lief noch weiter mit völlig anderen Produkten.
 
Die meisten anderen Fabrikate verschwanden bis 1914 vom Markt (!)
 
Eine Ausnahme war die Firma von Hermann Thorens (1856-1943) in St. Croix (Schweiz) Thorens produzierte noch sehr lange kleinere Platten-Spieldosen.
 
Weitere Infos zu Thorens finden Sie auf folgender Seite ->  
  
 
 
 
 
Technisches zu Platten-Spieldosen
Die Lochplatten-Spieldose hat mit der Walzen-Spieldose nur den Stimmenkamm / Tonkamm gemeinsam (!)
 
Wichtig ! Die als Toninformationsträger dienende Lochplatte bzw. deren Nocken reißen die Tonfedern jedoch nicht - wie bei der Walzenspieldose - direkt an.
Es ist nämlich noch ein sogenanntes Anreißrad - auch Sternrad genannt - zwischengeschaltet !
Durch die viel größere mechanische Kraftausübung ergeben sich bedeutend höhere Ton- Lautstärken
 
- Funktionsweise mit zwischengeschaltetem Anreißrad/Sternrad - 
 
Auch dieses Bild lässt sich durch Anklicken vergrößernanreissraeder1.jpg
 
Die feinen Stifte der Walzen-Spieldose vermochten
nur geringe Kräfte auf die Stahlstifte auszuüben.
 
Wesentlich größere Kräfte ließen sich auf die Metallplatte über das Anreißrad mit seinen kräftigen Zähnen auf die Stahlzinken übertragen.
 
Die Platten-Spieldosen waren daher deutlich lauter als eine Walzen-Spieldose.
 
Ebenso wie bei der Walzen-Spieldose mußten die Schwingungen der Stahlzinken der Lochplatten-Spieldose kurz nach der Betätigung durch das Anreißrad gedämpft werden.
 
Eine noch schwingender Stahlzinken würde sonst in diesem schwingenden Zustand bei erneutem Anreißen ein klirrendes, kratzendes Geräusch verursachen.
In der Patentliteratur findet sich hierzu geradezu eine Flut von Vorschlägen, von denen man nur einen kleinen Teil auch verwirklichte. Besonders einfach ist eine Lösung, die sich Paul Lochmann im Jahre 1888 patentieren ließ.
 
Hierzu dient eine schwach gekröpfte Feder die sich an der Seite des Anreißrades befindet, sodass die Zähne des Anreißrades an dieser Feder entlanggleiten.
 
Wird die Kröpfung der Dämpferfeder durch einen Zahn des Anreißrades zur Seite gedrückt, so kann die Stahlzinke frei schwingen.
 
Gerät die Kröpfung jedoch zwischen zwei Zähne des Anreißrades, so legt sich die Dämpferfeder gegen die schwingende Stahlzinke und setzt diese still.
Außer den Dämpfern gab es noch die Anreißradbremse. Es sind kleine Draht- oder Blechfahnen, die sich gegen die Anreißräder unter leichtem Druck legen. Sie sollen nach Ablauf einer durch den Lochscheibennocken ausgelösten Bewegung das Anreißrad sofort zum Stehen bringen, damit der nächste Nocken den Stift des Anreißrades genau an der richtigen Stelle erfassen kann.
Unter den Tonfedern befinden sich Bleigewichte. In der Abb. mit "Resonator" bezeichnet. Näheres dazu erfahren Sie hier
 
 
Die Lochplatten-Spieldose löste die Walzen-Spieldose auf Grund beachtlicher Vorteile ab !
So entfällt bei der Lochplatten-Spieldose das mühsame Bestecken der Walze mit den Stiften. Das Stanzen der Lochplatten war wesentlich einfacher und billiger herzustellen. Der Musikfreund konnte nun durch Hinzukaufen von preiswerten Lochplatten sein Musikrepertoire auf kostengünstige Weise vergrößern.
 
Die Schweiz war ja führend auf dem Markt der Walzen-Spieldosen. Es sah in den frühen 1890er Jahren seinen Markt schwinden, als die Käufer sich mehr für die neuen Blechplatten interessierten.
Die Platten-Spieldosen hatten auch eine größere Lautstärke, weil die zusätzlichen Anreißräder/Sternräder die Zähne des Tonkammes mit größerer Kraft anreißen konnten.
 
Die Platten waren billig und der geringe Preis der Platten-Spieldosen sowie die aggressiven Verkaufsmethoden der Leipziger Fabrikanten sorgten dafür, dass bereits um 1895 die Walzen-Spieldosen auf dem Markt als überholt galten !
 
Lochplatten-Spieldosen gibt es in verschiedenen Größen. Die kleinen Geräte befinden sich in einem hölzernen Kasten, den man auf den Tisch stellen kann. Beispiel einer Mira Spieldose um 1900.
Beispiel Tischgerät, Mira Spieldose um 1907, Mermod Frères aus Ste.- Croix für 47 cm Platten Video mit Ton
 
 
In der Regel wurden die größeren Lochplatten-Spieldosen durch eine extrem starke Zugfeder angetrieben. Siehe Foto rechts --->
 
Hier noch das Beispiel eines starken Federmotors für ein Symphonion Standgerät.  
Zugfeder
polyphon 1902 spiralfederantrieb 154 tonlamellen doppelkamm 15 einhalb zoll platten.jpg
polyphon 1902 spiralfederantrieb 154 tonlamellen doppelkamm 15 einhalb zoll platten 2.jpg
Bei einigen wenigen Plattenspieldosen benutzte man auch eine lange Spiralfeder (Coil-Spring) als Antriebsquelle.
 
<--Wie hier bei dieser seltenen Polyphon Spieldose um 1902.
 
15 1/2" = 39 cm Platten
Doppelkamm mit 154 Zähnen.
 
 
 
Einen elektrischen Antrieb hatten nur größere Geräte. Beispielsweise wurden die Geräte Stella und Mira der
Fa. Mermod Fréres mit Federkraftantrieb und Elektroantrieb angeboten.
 
Große Standgeräte haben die Form einer Vitrine mit einer Glastür vorn, wie z.B. dieser Lochmann "Original" Automat um 1905.   Die Blechplatte war hier natürlich senkrecht gestellt.
 
Darüber hinaus gibt es große Standgeräte mit einem zusätzlichen unteren Schrankteil zum Aufbewahren der
Lochplatten.  
 
 
 
Plattenantrieb / 3 verschiedene Antriebsarten
 
Zentralantrieb - Mittenantrieb
Die meisten kleinen Platten werden von der Mitte her angetrieben. Neben der Mittelspindel stehen oft ein, zwei oder
drei Mitnehmerstifte für die Platte. Manchmal, z.B. bei Symphonion, zeigt die Anordnung der Zentralstifte an, welche Platte bei Vielplatten-Instrumenten jeweils in den verschiedenen Positionen aufzulegen ist. Durch Andrücken der Platte nahe der Mitte übernehmen die Mitnehmerzapfen den Plattenantrieb.
 Die notwendige Antriebskraft für große Platten kann über einen Mittenantrieb allerdings sicher genug übertragen werden. Bei Platten von Symphonion haben sich oft Plattenverbiegungen und Beschädigungen der Antriebslöcher gezeigt. Das passierte, wenn die Platte stecken blieb und der Antriebszapfen sich weiter drehte. Im Vergleich zum Außenkantenantrieb ist der Mittenantrieb ruckartig und unregelmäßig.
 
 
Außenkantenantrieb für am Rand gelochte Platten
Mittlere und größere Geräte hatten einen Außenkantenantrieb mit Löchern. Das bestiftete Antriebsrad greift hier in eine Lochperforierung an der Außenkante der Lochplatte ein.
Die meisten Platten werden durch ein rechtwinklig angeordnetes gezahntes Rad angetrieben, welches in runde Löcher nahe am Außenrand eingreift.
Bei Adler und Fortuna sind es schräg gezahnte Räder, die in schräg angeordnete Langlöcher eingreifen.
Dieser Außenantriebe ist am meisten verbreitet und hat viele Vorteile durch einen ruhigen und sauberen Lauf.
Darüber hinaus gibt es, wenn auch seltener - eine Variante der Lochplatten mit Außenverzahnung welche eine Art halbrunde Perforierung für den Kraftangriff haben.
 
 
Antrieb mit gezahntem Außenrand
Noch andere Außengetriebe findet man bei kleineren Plattentypen. Kalliope, Monopol, Symphonion und Thorens, die einen gezahnten Außenrand haben in den das Antriebsrad des Getriebes eingreift.
Dieses System ist sehr robust und wurde ursprünglich dort verwendet, wo es hart beansprucht wurde, z.B. in Kinderspielzeugen, in kleinen Uhren oder in Tannenbaumständern.
 
 
 
Platte für Zentralantrieb - Mittenantrieb
Platte für Außenkantenantrieb
 
Lochplatten
wurden auch als "Notenscheiben" bezeichnet.
 
Um das Jahr 1886 bestanden die Lochplatten aus Pappe.
Bis 1888 kamen auch Platten aus Zink auf. Aber es stellte sich bald heraus, daß die Zacken aus Zink rissig wurden und leicht abbrachen. Daher schwenkten die meisten Hersteller um das Jahr 1895 auf Eisenblech-Platten um.
 
New Century, Olympia, Criterion und einige andere Hersteller blieben jedoch bis zum Jahr 1900 bei Zinkplatten. Die meisten Platten hatten die vorstehenden Zacken/Nocken auf der Unterseite, sie waren unterschiedlich geformt. Lochplatten wurden damals auch als Notenscheiben bezeichnet. Normalerweise wurde der Name der Melodie auf die Vorderseite der Platte gedruckt.
Platte mit gezahntem Außenrandantrieb
 
Oft kam die Bezeichnung der Spieldose dazu. Der Plattentyp - z.B. Symphonion No. 30 - sowie die Plattennummer = Titelnummer. Einige Plattentypen wurden mit Abdrucken der Firmen- and Handels-Marken sowie mit allegorischen Szenen verschönert usw.
 
Wie schon erwähnt, waren die Platten der diversen Hersteller (von wenigen Ausnahmen abgesehen) untereinander leider nicht austauschbar. Man dachte nicht an Normung, wollte es vermutlich auch nicht. Die Gerätehersteller verdienten ja ihr Geld auch damit, dass der Musikfreund die Original-Platten des Geräteherstellers kaufen musste.
 
Die frühen Regina Blechplatten waren Kupferplatiert und hatten einen Bronzeschimmer. Einige Monopol und Orphenion Platten sind blau gefärbt. Bei anderen Platten, z.B. Sirion, ist der Markenname anders farbig. Bei den in Amerika produzierten Platten sind die Musiktitel englisch, bei den deutschen und schweizerischen oft mehrsprachig (deutsch, französisch und englisch) angegeben.
Der Name des Komponisten und die Musikart - Marsch, Kirchenlied oder was auch immer - sind üblicherweise vermerkt.
 
Zwischen Ende und Neuanfang einer Melodie sah man meist auf der Platte eine nockenlose Zone vor. Für Tanzmusik verzichtete man oft auf diese Zone, so daß die Melodie pausenlos wiederholt wurde.
 
 
Haken / Nocken der Metallplatten
Auf der Rückseite der Platten befinden sich ausgestanzte hakenartige Auswölbungen. Jeder Haken ist eine Note, ein Ton.
Es gab unterschiedliche Arten von Haken an der Unterseite der Lochplatten, die man mit Hilfe einer Stanze mit einem kombinierten Schneid- Biege Werkzeug herstellte.
Eine techn. Zeichnung dieser ausgestanzten Nocken sieht man hier ---->    
 
lochplatte_details.jpg
Klick auf die Fotos zum Vergrößern
 
Ist der Haken abgebrochen fällt dieser Ton natürlich aus.
 
Bei einigen wenigen mag das nicht auffallen. Fehlen zu viele Haken, sollte man zumindest einen Teil, wenn nicht sogar alle ersetzen. Alles nur eine Frage des Aufwandes.
 
Insbesondere bei Platten mit Glockenspielwerk erfolgt die Steuerung der Glocken durch die Haken am äußeren Rand der Platte. Diese sind daher auf Grund des größeren Kraftaufwandes häufiger abgebrochen.
 
lochplatten_polyphon_no_104_19zweidrittel_zoll.jpg
Lochplatten für ein Polyphon No. 104
Zwei Detailfotos dieser Haken  
Eine typischen Eisenblech-Lochplatte der Firma Kalliope aus Leipzig  
 
 Für Sammler also wichtig....
Wer eine Blechplattenspieluhr erwirbt sollte darauf achten, ob man auch die gewünschte Anzahl einwandfreier Platten mitkaufen kann.
 
Der nachträgliche Versuch geeigneten Platten irgendwo zu erwerben könnte sich als sehr schwierig - wenn nicht sogar erfolglos - herausstellen.
 
Viele alte Platten sind leider in sich verbogen und/oder verdellt. Sie können nachträglich kaum dauerhaft plan gerichtet werden. Bis zu einer gewissen Grenze funktionieren diese Platten trotzdem noch.
Häufig kommt es dann aber beim Abspielen zu deutlichen Knack- Geräuschen.
Anrostungen können weitgehend entfernt werden. Abgebrochene Haken/Nocken an der Unterseite lassen sich mit entsprechendem Aufwand ersetzen. Jeder abgebrochene Haken ist ein fehlender Ton (!)
Wie man als Laie defekte und verrostete Metall-Lochplatten
reparieren könnte, wird auf folgender Seite beschrieben.
Wie man Blechplatten für Spieluhren repariert
 
 
 
Für Polyphon und Symphonion Geräte wird hier ein Zusammenhang zwischen
den Gerätetypen und der verwendeten Lochplattengröße hergestellt. 
 
 
 
Stimmkämme / Tonkämme
Der Standard sind Geräte mit einem Stimmkamm/Tonkamm. Es gibt aber auch Doppelkamm-Systeme zwei Kämme die jeweils auf gegenüberliegenden Seiten der Anreißreihe angebracht sein können. Ein Anreißrad/Sternrad bewegt dabei gleichzeitig je eine Ton-Zinke der beiden Kämme die den gleichen Ton haben. Auf diese Weise ist eine größere Lautstärke erreichbar.
 
Defekte Stimmkämme können - genauso wie bei den Walzenspieldosen - nicht einfach mal so durch irgendwelche andere Stimmkämme ersetzt werden. Jeder Stimmkamm wurde für die jeweilige Gerätetype konstruiert. Jede Tonzinke ist auf einen ganz bestimmten Ton gestimmt. Abgebrochene Tonzinken können durch spezialisierte Fachleute erneuert werden.
 
tonkaemme2.jpg
tonkaemme.jpg
 
Das Zusammenspiel der Kämme + Anreißräder + Niederhalter wird in beiden Fotos sehr gut gezeigt.
Klick auf die Fotos zum Vergrößern
 
 
Mitunter suchte man den einander gegenüberliegenden Zinken beider Kämme eine schwach unterschiedliche Länge zu geben. Auf Grund der dann auftretenden Schwebung ließ sich eine Art erwünschter Tremolo-Effekt erziehlen.
 
Weiterhin ließen sich zwei Kämme diametral gegenüber anordnen.
 
Ein Anreißrad bewegt dabei gleichzeitig je eine Zinke der beiden Kämme, die den gleichen Ton haben. Jeder Kamm spielt dann zur gleichen Zeit die gleiche Note.
 
Es sind hier die doppelte Anzahl der Lochreihen in der Lochpaltte sowie zwei Anreißradreihen nötig. Auch diese Konstruktion sollte eine Klangverbesserung bewirken.
 
Die Firma F.A. Richter & Co. aus Rudolstadt stellte sogar ein großes Standgerät mit
zwei Doppelkämmen (!) her. Imperator Type No. 49 - Mit 12 Glocken - um 1905  
 
 
 
 
 Bleigewichte unter den Tonzungen
Unter den Tonzungen der tiefer gestimmten Töne befinden sich genau abgestimmte Bleigewichte. Sie sollen die jeweilige Tonzunge zu einer langsameren Schwingung, also zu einem tieferen Ton veranlassen.
 
Ohne diese Bleigewichte könnten die tieferen Töne nicht erzeugt werden, da die Länge der Zunge ja mechanisch begrenzt ist.
 
Bleigewicht und Tonzunge bilden also eine Einheit und sind in Ihrer Masse genau auf den jeweiligen Ton gestimmt.
Bei unsachgemäßer Lagerung der Platten-Spieldosen z.B. in feuchten Kellern, kann die gefürchtete Blei-Korrosion (Bleifraß) auftreten.
 
Durch den Korrosionsprozess verändert sich die Bleioberfläche. Es bilden sich hellgraue Krusten, Lochfraß und Kavernenbildung. Das Schwingen der Tonzunge wird u.U. mechanisch stark behindert (!)
 
Fräst man das überstehende Blei ab, verringert sich die Masse und damit die Tonhöhe. Der Tonkamm wird möglicherweise verstimmt und damit unbrauchbar.
 
Restaurateure müssen hier also vorsichtig arbeiten und verlorengegangene Blei-Masse ersetzen. Vorausgesetzt man weiß vorher welchen Ton die Zunge überhaupt erzeugen sollte (!)
Bleigewicht Tonzunge.jpg
 
bleikorrosion_01.jpg
Bleikorrosion
 
 
Zusätzliche Klangerzeuger
Die Klangfarbe suchte man durch zusätzliche Klangerzeuger abwechslungsreicher zu gestalten. Besonders gebräuchlich war das Hinzufügen von Glocken. Dabei wurden die Glocken über Hebel ebenfalls von den Anreißrädern betätigt.
 
Die Glockenauslösung konnte dabei mit dem Stimmenkamm in einer Reihe oder auf der anderen Seite des Stimmenkamms liegen, wobei dann das gleiche Anreißrad den Stimmenkamm und den "Glocken-Kamm" betätigte.
symphonion_type_130 _pic_13.jpg
Tassenförmige Glocken
eines Symphonion
Großes Standgerät No 130
 
Es gibt gibt drei Glockenarten
 
Die tassenförmigen und die stabförmigen (Glockenspiel-Glocken) waren die zwei beliebtesten Glockenarten.
 
Die tassenförmigen haben mehr Obertöne. Die stabförmigen Glocken geben reinere Klänge ab und schwingen nach dem Anschlagen länger nach
 
Polyphon, Kalliope, Lochmann Original, Symphonion und die meisten anderen deutschen Hersteller bauten sehr freizügig "Tassenförmige" Glocken ein. Insbesondere auch bei Instrumenten mit größeren Plattendurchmessern.
Glocken Symphonion.JPG
Tassenförmige Glocken eines Symphonion
Tischgerät No 121 GL
 
Rohrglocken, die dritte Glockenart für Spieldosen, wurden von Lochmann, Polyphon, Symphonion und anderen, besonders in sehr große Instrumente eingebaut. Sie waren aber sehr selten im Vergleich zu Tassen- und Stab- Glocken.
 
Die Lochplattenspielwerke haben zum Auslösen der Glockenhämmer einen speziellen separaten Glocken-Kamm.
Die Haken/Nocken welche sich am äußeren Rand der Lochplatte befinden, betätigen die Zinken des Glockenkamms wodurch über eine Hebelverbindung die Glockenhämmer ausgelöst werden.  
 
In anderen Geräten wurden statt Glocken Klangstäbe eingebaut. (Metallophone)
Darüber hinaus suchte man auch weitere Instrumente einzubauen. Zum Besispiel Triangel, Trommeln, Harmonium und Klaviersaiten.    
Insbesondere diese Zusatzinstrumentierung treibt den Kaufpreis und damit den Wert des Geräts in die Höhe.
 
 
Regina - Automatischer Plattenwechsler
Beispiel eines automatischen Plattenwechslers
der Firma Regina aus Rahway (New Jersey)
für 20 3/4 " Platte
Einige Hersteller boten Mehrplatten-Spielwerke an, bei denen zwei oder drei Platten synchron spielten.
 
Diese Platten konnten gleiche Noten mit exakt übereinstimmender Schwingungsanzahl oder solche mit schwach voneinander abweichender Schwingungszahl wiedergeben.
 
Darüber hinaus produzierte man natürlich auch
Automatische Plattenwechsler !
 
Dabei konnten die Platten aus einem Magazin entnommen und nach dem Abspielen in ein anderes gestellt oder aus einem Magazin gezogen und nach dem Abspielen in das gleiche Fach des Magazins zurückgesteckt, sowie nachfolgend eine andere Platte gezogen werden.
 
Spieldosen mit automatischem Plattenwechsler wurden in vielen unterschiedlichen Größen gebaut. Bei Regina, Polyphon und Symphonion gab es mehrere Typen.
Plattenwechsler von Regina wurden zu tausenden produziert und sind heute die bekanntesten. Von Polyphon und Symphonion gab es erheblich weniger und sie sind daher heute selten.
 
Corona No 36 Automatischer Plattenwechsler mit Münzeinwurf
der Firma REGINA für 15,5 " Zoll Platten Video mit Ton
 
 
 
Weitere Spielwerke
Spieldosen mit mehreren Platten (Parallelplatten)
Es gab Spieldosen, die so ausgerüstet waren, daß zwei oder drei Platten synchron abspielbar waren. Die berühmteste ist die "Symphonion-Eroica". Ein Instrument für drei Platten, welches in großer Zahl während der 1890er und Anfang der 1900er Jahre produziert wurde.
 
Symphonion Eroica Nr. 38 A
Um 1898 von der Fabrik Lochmannscher Musikwerke hergestellt.   Video mit Ton
 
Die Platten, die mit A , B und C markiert waren, wurden in zwei Typen hergestellt.
 
1.) Alle drei Platten hatten exakt das gleiche Arrangement.
2.) Die drei Platten hatten jede ein etwas abweichendes Arrangement.
  
Übrigends, die amerikanische Filiale der Symphonion Musikwerke - die Symphonion Manufacturing Company - baute ein 3-Platten Instrument in einem anderen Format als die "Eroica".
 
Zwei-Platten-Instrumente wurden von mehreren Firmen, einschließlich Symphonion, Lochmann mit der "Original"­ Serie, Zimmermann (Adler und Fortuna) und Ehrlich (Monopol) gebaut.
Aber das einzige Mehrplatten-Instrument mit großer Stückzahl war das Symphonion-Eroica.
 
Es folgen drei Abbildungen der berühmten Symphonion-Eroica aus Leipzig. Hergestellt um 1897.
Plattendurchmesser jeweils 30 cm.       Höhe der Uhr 205 cm - Breite 69 cm - Tiefe 46 cm.
 
You-Tube Viideo ansehen !
 
 
 
 
 
Auch Bodenstanduhren
wurden mit Metallplatten-Spielwerken kombiniert.   Siehe zwei Fotos -->       
 
Das Uhwerk kommt von dem bekannten Hersteller Lenzkirch aus dem Schwarzwald.
Außerdem ist ein Plattenspielwerk eingebau. Auslösung durch manuellen Zug,
oder durch das Uhrwerk selbst. Plattendurchmesser = 40 cm.   Höhe der Uhr 225 cm.
 
 
 
In Deutschland findet man gelegentlich auch den sog. Gambrinus der auf einem Faß mit einem eingebauten Spielwerk sitzt. Der Gambrinus ist ein gesuchtes Sammlerstück und entsprechend wertvoll.
Hergestellt von der Fabrik Lochmannscher Musikwerke.
 
Gambrinus ist der Erfinder des Bierbrauens und
Schutzherr der Brauer - Um 1500 erwähnt.
 
 Gambrinus 25 G -  Um 1895  Video mit Ton
Ein typisches Wirtshaus-Instrument das auf dem Tresen stehen konnte. Per Münzeinwurf lösten die Gäste das im Fass eingebaute Musikwerk aus.

Kurbelaufzug mit Federwerk, 84 Tonzungen.
Plattendurchmesser 30 cm.
Fass H x B x T: 45 x 34 x 30 cm
gambrinus.jpg
 
Klick auf das Foto zum Vergrößern
»Gambrinus«
Symphonion No. 25 GS
 
Mit Münzbetrieb.
 
Für Platten Ø 11 ¾"
 
Gambrinus Detailfoto
von innen   
 
 
 
Etwas ganz besonderes und in Europa eher selten, fertigte die
Firma F. G. Otto & Sons in Jersey City, USA
Capital Cuff - Music Boxes
 Video mit Ton
 
 
Capital Cuff Box
 
.
Übersetzt bedeutet es etwa "Manschetten bzw. Stulpen-Spieldosen".
Drei Cuff-Boxes ->
 
 
An die Stelle der Lochplatte trat hier ein sich nach einem Ende hin verjüngender Blechzylinder (Kegelabschnitt), der sich auf ein Gestell stecken ließ.
Die "Noten" waren auf dem Kegel-Zylinder als Nocken gestiftet wie bei der Walzen-Spieldose.
 
Die Nocken betätigten das Anreißrad, welches seinerseits den Tonkamm zum Klingen brachte.
 
 
 
 
 
Dieser Typ Musikdose hatte ein atypisches Design. Ein Hybrid des früheren Zylinders und der neueren Metallplatten.
 
Von diesen Geräten sollen nur ca. 2000 Stück zwischen 1895 und 1897 gefertigt worden sein.
 
Sie wurden in dieser Form konstruiert um die Patente der Firma REGINA MUSIC BOX COMPANY zu umgehen. Sehr wenige haben überlebt und sind daher sehr selten und entsprechend wertvoll.
 
 
 
 
 
 
Die "Zeitschrift für Instrumentenbau" war
von 1880 - 1943 das führende gedruckte Medium
zu Mechanischen Musikinstrumenten (!)
 
Diese Zeitschrift online lesen? Klick auf das Bild!
 
Lesen? Hier klicken !!
 
 
Die Zeitschrift für Instrumentenbau wurde von Paul de Wit 1880 in Leipzig begründet und erschien bis 1943 in dessen Verlag. Sie diente als Fachorgan den Herstellern und dem Instrumentenhandel, war aber in ebensolchem Maße Publikationsmedium für die instrumentenkundliche und instrumententechnische Forschung.
 
In der Zeitschrift für Instrumentenbau wurden während der Frühzeit der industriellen Fertigung von Musikinstrumenten neben allen wichtigen Neuerungen und Erfindungen auch solche aus früheren Jahren und Jahrhunderten publiziert.
Neben reinen Textbeiträgen finden sich viele Tabellen, Abbildungen und technische Zeichnungen, zudem zahlreiche Annoncen von Herstellern und Zulieferfirmen.
 
Die Digitalisierung dieser Quelle ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Staatlichen Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz und dem    Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek und wurde im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Musikwissenschaft von der DFG gefördert. Suchfunktionen über die Beitragstitel und über den Volltext der Zeitschrift sind in Vorbereitung.
 
Hier klicken
 
 
Wikipedia Die freie Enzyklopädie
 
Informationen zu Spieldosen gibt es auch bei WIKIPEDIA. Sie können dort Ihre eigenen Erkenntnisse hinzufügen und damit der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Ich bin Urheber des Artikels.       
 
 
      Drei empfehlenswerte Bücher zu Alten Spieluhren
und Selbstspielenden Mechanischen Musikinstrumenten
 
 
Speziell zu Walzenspieldosen (!)
Sehr umfangreich mit vielen guten Fachbeiträgen zur
Geschichte & Technik sowie vielen guten Farbfotos.
 
Wohl eines der besten Bücher in Deutscher Sprache
zu alten Walzenspieluhren !
 
Klangkunst
200 Jahre Musikdosen - Sonderausstellung des Schweizerischen
Landesmuseum 1996 - In Form eines Ausstellungskatalogs
von Eduard C. Saluz
 
246 Seiten 77 s/w + 283 farbigen Abbildungen + 35 Zeichnungen
ISBN 3908025168
Mechanische Musikinstrumente - Einführung in Technik und Geschichte
 
Schon im Jahre 1987 erschien die erste Auflage des Buches "Mechanische Musikinstrumente".
Es behandelt alle Arten dieser Instrumente von der Antike bis in die Gegenwart. Es gilt seit langem als deutschsprachiges Standardwerk auf diesem Gebiet.
 
Das Buch war über viele Jahre vergriffen, blieb aber weiterhin sehr gefragt. Autor Herbert Jüttemann verfasste nun eine zweite Auflage, die im Verlag Dohr Köln erschienen ist.
 
Im Buch werden alle Formen von Mechanischem Musikinstrumenten mit sehr vielen Fotos und Abb. wiedergegeben. Dem Leser wird im Gegensatz zu anderen Werken auch in eigenen Kapiteln ihre Funktionsweise mit vielen Schemazeichnungen detailliert nahegebracht.
 
1. Auflage 1987
ISBN-10: 3923639716
 
2. Auflage 2010
ISBN-10: 3936655650
Encyclopedia of
Automatic Musical Instruments
 
Achtung! Alles in engl. Sprache. Mit sehr vielen originalen s/w Fotos
 
Über 1000 Seiten (!) Spieldosen/Spieluhren. Walzenspieldosen und Metallplattenspieldosen. Automaten, selbstspielende Orgeln, Orchestrions, Pianos, die ganze Palette selbstspielender Instrumente mit sehr vielen Informationen.
Das Internationale Standardwerk zu Mechanischen Selbstspielenden Musikinstrumenten.
Q. David Bowers - Vestal-Press/New York
ISBN 0911572082
 Antiquarische Büchersuche z.B. hier:
 
 
Spieluhr
Musikdose
Spieldose
Music Box
Speelklok
Speeldoos
Muziekdoosjes
Jewelry Box
Musical Box