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Lochplatten-Spieldosen
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Informationen zu Spieldosen gibt es auch bei WIKIPEDIA. Sie können dort gern Ihre eigenen Erkenntnisse hinzufügen und damit der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Ich bin Urheber des Originaltextes.
http://de.wikipedia.org/wiki/Spieldose
 
 
Die Lochplatten-Spieldose
1882 - 1914
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So fing alles an.....
Die Vorläufer der Lochplatten-Spieldose mit Metallplatten und Anreißrad, waren die populären Platteninstrumente mit Tonzungen und Blasebalg, die bekanntesten waren die Organetten
 
blue041_next.gif  Ariston (Fa. Paul Ehrlich & Co)
blue041_next.gif  Herophon und Manopan (Pietschmann & Söhne)
blue041_next.gif  Ariosa (Leipziger Musikwerke Phönix GmbH Schmidt & Co)
 
mit Pappplatten oder Zinkringen. Hergestellt in Leipzig zwischen 1876 und 1910.
 
Man nannte sie auch Manivellen. Es waren Geräte ohne Feder, die direkt von Hand angetrieben wurden. Während der gesamten Spieldauer war also eine Handkurbel zu betätigen. Siehe Detailfoto einer Umhängedrehorgel mit durchschlagenden Zungen und Zinkringen als Tonträger.  
 
Mehrere Fabriken bauten kleine Drehinstrumente, die über sogenannte durchschlagende Zungen die Musik abgaben und mit Papp- bzw. Blechplatten oder Zinkringen bespielt wurden.
 
Das bekannteste Fabrikat war das "Ehrlichs-Instrument" der Paul Ehrlichs Musikwerke in Gohlis bei Leipzig. Ab 09.04.1880 Firmierung unter Aktiengesellschaft "Fabrik Leipziger Musikwerke - vormals Paul Ehrlich & Co". Zu dieser Zeit hatte die Fa. 90 Mitarbeiter und produzierte 1500 Instrumente pro Monat.
Die Wirkungszeit des Herstellers Paul Ehrlich in Leipzig war von 1876 bis 1905.
Hinweis: In Leipzig gab es außerdem noch die Firma Ehrlichs Musikwerke, Emil Ehrlich. Sie stellte von 1904 bis 1911 in Leipzig Vorsetzer, Organetten und Lochplatten her.
 
 
Paul Ehrlich
geb.  1849 in Reudnitz gest. 1925 in Leipzig
Paul Ehrlich
 
Ab 1882 wurde das Modell Ariston gefertigt. Es gehört zur Familie der Organetten und wurde mit seinen 24 Tonstufen und den kreisförmigen Notenscheiben in Form von Lochplatten die erfolgreichste Tischdrehorgel.
Auf Grund des niedrigeren Kaufpreises bot es erstmalig die Möglichkeit, sich ein eigenes kleines Orchestrion in die Wohnung zu stellen. Zu dieser Zeit wurden in Leipzig ca. 460.000 Instrumente verkauft, der Plattenkatalog umfaßte 4000 verschiedene Liedertitel.
 
Das Ariston gehört wie die Mund- oder Zieharmonika zu den Tonzungen-Instrumenten. Beim Drehen der Kurbel dreht sich die Platte, in deren Lochung ein Tastfinger springt, der mittels kleiner Hebel das Venil der Metallzunge öffnet, die, vibrierend durch die aus dem Blasebalg einströmende Luft, den Ton erzeugt.
 
aristonette_paul_ehrlich_6zweidrittel_disc.jpg
Aristonette
Prinzip einer Organette - Ariston 
ariston_kartonplatten.jpg
Ariston-Kartonplatten
Paul Ehrlichs Aristonette  Video mit Ton
 
Neben dem Ariston stellte die Firma Paul Ehrlich & Co die Aristonette mit 19 Tonstufen und das Helikon mit 16 Tonstufen her, die lediglich kleiner sind als das Ariston, denen aber die gleiche Mechanik zu Grunde liegt.
 
Große Verbreitung fand auch das Herophon der Firma Pietschmann & Söhne. Ein Instrument mit quadratischen Pappplatten und 24 Tonzungen aus Bronze. Das Herophon ähnelt dem Ariston von Paul Ehrlich und kam 3 Jahre danach,
nämlich 1885 auf den Markt.
Wegen patentrechlicher Auseinandersetzungen mit Paul Ehrlich wurde hier das mechanische Prinzip einfach umgekehrt.
 
Video mit Ton
 
Die quadratische Pappplatte wurde fest eingespannt.
Zum Abspielen der Musik im Holzkasten wurde unter der feststehenden Platte der gesamte Mechanismus gedreht.
 
 
 
- Herophon um 1900 -
Herophon um 1900
mit quadratischer Platte
 
 
Die Firma Pietschmann stellte 1887 auch noch das sog. Manopan vor.
Die Toninformation wurde hier allerdings nicht auf Platten,
sondern auf umlaufenden Lochbändern aus Pappe gespeichert.
 
Video mit Ton
 
 
Die Leipziger Musikwerke Phoenix GmbH Schmidt & Co. spezialisierten sich auf kleinere Organetten.
So hatte die Lucia zwölf Tonstufen und eine Lochplatte von nur 12 Zentimetern Durchmesser.
Die Diana Tischdrehorgel hatte 14 Tonstufen, während die Intona bereits mit 16 Tonstufen ausgestattet war.
Statt Lochplatten hatte die Intona gelochte Zinkblechringe als Träger der Toninformation.
 
PHOENIX
INTONA
mit gelochten
 Zinkblechringen
- Ende 19. Jahrhundet -
      
Phoenix Organette
Vermutlich Intona
44,5 x 35 x 25,5 cm
Plattenringe 37 cm
Klick auf die 6 Buttons links
 
Beliebt waren auch die Ariosa Geräte mit 18 Tonstufen, sowie ebenfalls Zink-Notenringen.
 
ariosa-phoenix_disc_31_cm_um_1900.jpg
Ariosa - Phönix
um 1900 - 31 cm Notenringe
Video ansehen
Video ansehen
 
Alle diese Instrumente waren in schwarzpolierten Kästen mit gedrechselten Ecken von etwa der Größe der sie später ablösenden Trichtergrammophonkästen eingebaut.
 
Mit diesen Drehinstrumenten gab es erstmals mechanische Musikwiedergabegeräte, die auch für das Volk erschwinglich waren und dadurch zu richtigen Volksinstrumenten wurden.
 
Zusammen mit ihren späteren größeren Brüdern - den (Metall-) Lochplatten-Spieldosen - wurden sie zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Schweizer (Walzen-)Spieldosen-Industrie.
 
Selbst die kleinsten Schweizer Spielwerke mit etwa 45 Tönen kosteten damals um 30 Mark.
Ein „Ehrlichs-Instrument, das verbreiteste Pappplatten-Instrument mit 24 Tönen belief sich auf 15 Mark und das Ariosa mit 18 Stahlstimmen auf 16 Mark, doppeltönig 24 Mark.
 
Die auswechselbaren Platten, die man auch Notenblätter nannte, kosteten nur fünfzig bis neunzig Pfennige. Dennoch war das Repertoire dieser Notenblätter außerordentlich vielseitig und umfaßte bereits hunderte von Musikstücken.
Bedauerlich nur, daß jede Instrumentenmarke ihre eigenen Platten hatte. An Normung dachte niemand.
 
Ein Verzeichnis für Ariston-Platten aus dem Jahre 1904 nennt 173 Musikstücke, verteilt auf eine Numerierung von 1 bis 1000. Vorherrschend in dieser Liste sind Walzer, Polka und Galopp, aber auch Märsche.
Stark vertreten sind auch Opernmelodien und was darüber hinaus auffällt sind die vielen englischen und sogar russischen Titel, die offenbar den Export fördern sollten. Mehrere kroatische und bömische Nationallieder zeigen, daß in den Balkanländern diese Leierkästen mit ihrem harmonikaähnlichen Klang sehr beliebt waren.
 
 
 
 
 
So ging es weiter....
Die Lochplatten-Spieldose (Blech- Metallplatten)
 
Erste Überlegungen für Lochplatten-Spieldosen finden sich bei dem auf Haiti lebenden Miguel Boom im Jahre 1882 und dem Engländer Ellis Parr im Jahr 1885.
 
Wesentliche Konstruktionsangaben machte jedoch um das Jahr 1886 Paul Lochmann aus Leipzig-Gohlis. Als besonders vorteilhaft erwies sich die Erfindung des Anreißrades durch Paul Wendland im Jahre 1889.
 
Um das Jahr 1885 entstanden die Symphonion Musikwerke in Leipzig-Gohlis.
Ihr Gründer und Direktor war Paul Lochmann.
     1885 Gründung als Lochmannscher Musikwerke - Kuhno Lochmann & Co.  - Gerätename "Symphonion".
Ab 1889 ---> Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG.
Ab 1902 ---> Symphonion Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG.
Ab 1908 ---> Symphonionfabrik AG.
Ab 1912 ---> Symphonionwerke GmbH.
 
fabrik paul lochmann musikwerke.jpg
Links ein Original Foto der Paul Lochmann Musik Werke.
Das Foto zeigt vermutlich die Fabrik in Zeulenroda ab 1903.
Klick auf das Foto zum Vergrößern !
 
Etwa im Jahre 1889 machten sich Gustav Brachhausen und Paul Rießner, die zuvor leitende Funktionen bei den Symphonion Musikwerken innehatten, selbständig und gründeten die Firma Brachhausen & Rießner später unter dem Namen Polyphon Musikwerke AG weltweit bekannt. Brachhausen & Rießner wirken in Leipzig von 1889 bis 1895.
Die Polyphon Musikwerke wurden in der Folgezeit wohl der bedeutendste Hersteller für Plattenspieldosen.
 
Im Jahre 1892 ging Gustav Brachhausen in die USA, um in Rahway (New Jersey) einen Fertigungsbetrieb für Plattenspieldosen zu gründen.
Es entstand daraus im Jahre 1894 die
 Regina Music Box Company.
 
Video mit Ton
Ein altes Werbeplakat von 1894
Regina Music Box - Plattenspieldose
Original Regina Music Box
 
Symphonion, Polyphon und Regina waren "Die Großen Drei" auf dem Gebiet der Lochplatten-Spieldosen. Zusammen deckten sie ca. 90% des Weltmarktes ab. Regina wurde in Amerika der Marktführer für Blechplatten-Spieldosen. Mehr als 100.000 Instrumente wurden von 1894 bis 1921 verkauft.
 
blue041_next.gif 1885 Paul Lochmann, Gründer Lochmannscher Musikwerke - "Symphonion" in Leipzig-Gohlis.
blue041_next.gif 1889 Gustav Brachhausen und Paul Riessner (leitende Symphonion Mitarbeiter) gründen Polyphon.
blue041_next.gif 1892 Gustav Brachhausen verläßt Polyphon und geht in die USA.
blue041_next.gif 1894 Gustav Brachhausen gründet in den USA die Regina Music Box Company.
 
Neben den drei großen Herstellern, gab es noch viele weitere Hersteller von Plattenspieldosen.
Die meisten waren in oder um Leipzig angesiedelt.
Die größeren Hersteller benannten Ihre Produkte oft nach dem Firmennamen und einer Nummer, andere führten eigene Typbezeichnungen ein.
 
 
Die bekanntesten Hersteller von Lochplatten-Spieldosen....
 
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Symphonion
Leipzig-Gohlis
Fabrik Lochmannscher Musikwerke Kuhno, Lochmann & Co.   1885-1889
Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG   1889-1902
Symphonion Fabrik Lochmannscher Musikwerke AG   1902-1908
Symphonionfabrik AG   1908-1912
Symphonionwerke GmbH   1912-1915
 Symphonion
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Polyphon
Wahren bei
Leipzig
Polyphon Musikwerke AG   1895-1918
Polyphonwerke AG   1918-1930
 Polyphon
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Regina
Rahway
New Jersey
USA
Regina Music Box Company   1894-1922
 Regina
             
.... und eine weitere Auswahl mehr oder weniger bekannter Hersteller !
 
 
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Kalliope
Musikwerke
Leipzig-Gohlis
Wacker & Bock   bis 1895
Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke, Espenhain,
Wacker und Bock   1895-1898
Kalliope Musikwerke AG   1898-1910
 Kalliope
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Musikwerke
Paul Lochmann
Leipzig
Original Musikwerke Paul Lochmann
Gebr. Lochmann   1898-1900
Original Musikwerke Paul Lochmann GmbH   1900-1916
Lochmann-Werke GmbH   ab 1916  
 
1898-1900      Leipzig Gohlis - Äußere Hallische Str. 135
1901-1903      Leipzig Gohlis - Äußere Hallische Str. 135 + Thomasgasse 4
1903-1907      Fabrik in Zeulenroda - Thomasgasse 4
Kaufmännische Leitung und Musterlager bleiben aber in Leipzig
1908-1912      Querstr. 15 + 17
1913                Querstr. 17
1914                Markt 8
ab 1917           Lochmann-Werke GmbH Zeulenroda (Reuß), zur Messe Markt 8
 Lochmann
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Julius Heinrich
Zimmermann
Leipzig
Julius Heinrich Zimmermann   1886-1938
 Adler & Fortuna Cantophon & Orgophon
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Fabrik Leipziger Musikwerke vormals
Paul Ehrlich
Paul Ehrlich & co.   1877-1880  
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich  & co. AG   1880-1899  
Fabrik Leipziger Musikwerke vormals Paul Ehrlich & co. AG zu Leipzig-Gohlis  1899-1905
 Ariston & Monopol
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Leipziger Musikwerke Euphonika
Otto Bergmann   1895
Leipziger Musikwerke Euphonika AG   1895-1911
 Amorette & Mandolinata & Euphonika
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 Weißbach
& Co.
Leipzig
Kurt Weißbach   1905-1913  
Vereinigte Musikwerke Chordephon und
Komet Weißbach & co.    1913-1914  
K. Weißbach   1915-1930  
Lochplattenproduzent div. Fabrikate. Ab 1913  mech. Zithern Cordephon
und "Komet" Musikwerke
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Komet Musikwerke
Leipzig
Komet Musikwerke Pöllnitz und Bauer    1894-1897  
Komet Musikwerke Bauer & co.    1897-1901
 Komet
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Musikwerke Ludwig & Co.
Leipzig
Musikwerke Ludwig & Co.KG   1897 - ca. 1901  
Ab 1899 Musikwerke Orpheus GmbH
 Orpheus
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Leipziger Musikwerke
Phoenix
Leipzig
Leipziger Musikwerke "Phönix", Schmidt & co.    1886-1911  
Leipziger Musikwerke "Phönix" GmbH    1911-1918  
 Organette Phönix
 
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Fabrik mechan. Zithern
Cordephon
Leipzig
Fabrik mechanischer Zithern "Chordephon", Claus & co.    1892-1896  
Fabrik mechanischer Zithern "Chordephon", Clauss & co.  1897-1913
Auch "Chordephon-Musikwerke"    1903-1913
 Chordephon
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F. Ad. Richter
& Cie
Rudolstadt/Thür.
F. Ad. Richter & Cie   1876-ca.1910 (für Spieldosen)
 Imperator und Libellion/Kartonnoten
 
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Adler
Leipzig
Adler Fabrik deutsch-amerikanische Spieldosen
Malke & Oberländer 1895
Adler Fabrik deutsch-amerikanische Musikwerke Schlobach,
Malke & Oberländer   1896-1900
 Lochplatten-Musikwerke mit Stimmenkamm
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Troubador Musikwerke
Leipzig-Reudnitz
Troubadour Musikwerke B. Grosz & Co.    1897-1912  
(Inh. 1895 Sigmund Schauer)  1897-1918
Troubadour Musikwerke GmbH    1912-1918
 Troubadour
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Sirion
Leipzig
Sirion Mechanische Musikwerke Bortmann & Keller   1896-1897
 Lochplatten-Spield. m. Stimmenkamm Sirion
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Orphenion
Musikwerke
Leipzig
Bruno Rückert Orphenion-Musikwerke-Fabrik       1891-1899  
Orphenion-Musikwerke Seiler, Müller & Hensch    1899
 Orphenion
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Perfection
Music Box & Co.
New Jersey
Perfection   1897-1900 ?
 Lochplatten-Spieldosen
 
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Hermann
Thorens
St. Croix - Schweiz
Thorens, Hermann  1883-1991
u.a. Lochplatten-Spieldosen
 
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B.H. Abrahams (BHA)
St. Croix - Schweiz
B.H. Abrahams   1857-1900
 Britannia und Imperial
 
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Mermod Fréres
St. Croix - Schweiz
 Mermod Fréres    1816-1900
 Stella und Mira  
 
 
 
Mit der Lochmann-Erfindung wurde der Grundstein für eine umfangreiche industrielle Fertigung von mechanischen Musikinstrumenten im Raum Leipzig gelegt.
Zwei originale Inserate aus der "Zeitschrift für Instrumentenbau" von 1902 hier.    
 
Unter den Herstellern der großen (Metall-) Lochplatten-Spieldosen, die ähnlich den Schweizer Spieldosen durch die angerissenen Stahlkämme einen unnachahmlichen schönen Klang erzeugten, waren die Hersteller Polyphon und Symphonium besonders beliebt.
 
1889 gründen Gustav Brachhausen und Paul Riessner die Fa. Polyphon. 1895 werden mehrere Dutzend Modelle gefertigt. Die kleinste Spieldose hatte gerade mal einen Plattendurchmesser von 16,5 cm, das größte Instrument - Type 1 N - spielte gigantische 62,5 cm Platten ab.
 
POLYPHON Type 1 N
62,5 cm (24,5") Platten.
Automat. Wechsler mit 12 Platten
(HxBxT) 241 cm 101 cm 73 cm
 
In den nächsten Jahren verfügte Polyphon über die größte Manufaktur für Spieldosen weltweit. Seine größte Bedeutung in der Spieldosenfertigung fand während der Dekade von 1895-1905 statt. Ab 1900 wurden weitere Geschäftsfelder - wie Phonographen, mech. Pianos und Orchestrions - eröffnet.
 
- Einige Beispiele -
Polyphon Lochplatten-Spieldosen  Video mit Ton
Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden
 
polyphon _excelsior_um_1900_1.jpg
 
polyphon _excelsior_um_1900_2.jpg
 
polyphon_1900_20,5_cm_platten.jpg
Polyphon Excelsior
um 1900 - Foto1
Polyphon Excelsior
um 1900 - Foto2
Polyphon um 1900
Style No. 41 R
für 8 - 81/4" Platten
 
polyphon_1898_39einhalb_cm_doppelkamm.jpg
 
polyphon_103_um_1900.jpg
 
polyphon_65_um_1900_15dreiviertel_1.jpg
Polyphon um 1898
für 39 1/2 cm Platten
Doppelkamm
Polyphon No. 103 um 1900 für 15 3/4" Platten Doppelkamm
mit 78 Zähnen
Polyphon No. 65
um 1900
für 15 3/4" Platten
 
polyphon_53_15dreiviertel_156_zaehne_doppelkamm_1.jpg 
 
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polyphon_53_15dreiviertel_156_zaehne_doppelkamm_3.jpg
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto1
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten
Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto2
Polyphon No. 53
für 15 3/4" Platten
Doppelkamm
mit 156 Zähnen
Foto3
 
polyphon_doppel-platten_musicbox1.jpg
 
polyphon_doppel-platten_musicbox2.jpg
 
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Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto1
Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto2
Polyphon
Doppelplatten Musicbox
Foto3
 
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polyphon_104_um_1900_19fünfachtel_2.jpg
 
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Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto1
Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto2
Polyphon No. 104 um 1900
für 19 5/8 Platten
Foto3
 
polyphon_23_mit_glocken1.jpg
 
polyphon_23_mit_glocken2.jpg
 
polyphon_65_um_1900_15dreiviertel_2.jpg
 Polyphon No. 23
mit 12 Glocken
Polyphon No. 23
mit 12 Glocken
 Polyphon No. 65 um 1900
für 15 3/4 Platten
 
 
 
 Historische
Katalogabbildung
Polyphon No. 5
 
 Historische Katalogabbildung
Polyphon No. 6
 
 Historische
Katalogabbildung
Polyphon No. 104
 
 
Original Bericht der Zeitschrift "Der Deutsche Instrumentenbau"
 
Ab 1895 wurden auch in der Schweiz unter dem Namen Stella Lochplatten-Spieldosen von der Firma Mermod Freres in Sainte-Croix VD hergestellt. Video mit Ton         2 Fotos --->  
 
Im September 1892 ging Gustav Brachhausen - Mitbegründer der Fa. Polyphon - in die USA um dort eine Zweigstelle von Polyphon aufzubauen. In der ersten Zeit wurden Polyphon Geräte aus Deutschland importiert. Aber bereits im Herbst 1894 gründet er die....
 
Regina Music Box Company
 
.... und ließ fortan eigene Spieldosen herstellen.
Die Fertigung erfolgte in ---> Rahway, New Jersey.
 
In der Folge wurde die Regina Music Box Company in den USA der erfolgreichste und größte Hersteller von Lochplatten-Spieldosen. Vom einfachen Gerät bis zu übergroßen Automatik- Plattenwechslern als Standgerät.
 
1896 ließ sich die Regina Music Box Company einen automatischen Plattenwechsler patentieren.
Es war die erste Juke-Box der Welt, entstanden vor über 100 Jahren (!)
Über 100.000 Instrumente wurden von 1894-1921 gefertigt.
 
Die Regina Music Box Company erfreute sich von 1894 bis 1914, dem goldenen Zeitalter der Platten Spieldosen, größter Beliebtheit in den USA.
Sie hatte dort einen Marktanteil von ca. 80-90% (!)
 
Eines der größten und besten Instrumente
welches jemals gebaut wurde!
Regina Type 34 Orchestral Corona um 1899
 
Automatischer Plattenwechsler für 27" (68,6 cm) Platten. Münzautomat (!)
12 Platten werden im unteren Fach gelagert
und automatisch nach oben transportiert.
Zwei große Kämme mit 175 Zähnen. Über 7 Oktaven.
 
Zwei Videos 27" Regina Wechselautomat --> Video mit Ton Video mit Ton
regina_music_box_type_34_1.jpg
 
regina_music_box_type_34_2.jpg
 
Klick auf
die Bilder
 
Zu Anfang dieses Jahrhunderts gingen dann verschiedene Firmen dazu über, die Platten auch als Tonträger für mechanische Zithern, Harmonien und andere pneumatische Instrumente zu benutzen.
 
Die erzielten Klangeffekte - insbesondere bei der Zither - sind erstaunlich naturgetreu. Auch versuchte man, durch Doppel- und Dreifach-Plattengeräte, in denen zwei oder drei Platten synchron spielten, einen besonders vollen Klang und eine Art Stereoeffekt zu erzielen.
 
 
 
Den Herstellern von Lochplatten-Instrumenten
im Raum Leipzig war nur eine kurze Existenz vergönnt...
 
 
...viele stellten bereits vor dem Ersten Weltkrieg ihre Produktion ein. Die kurze "Goldene Zeit" der Metall-Lochplatten als Toninformationsträger von 1886 -1914 war so gut wie vorüber.
 
Na ja, länger war die Zeitspanne
der magnetischen
(Tonband-) CompactCassette
- 1963 vorgestellt - auch nicht,
bis sie von der digitalen CD und DVD
verdrängt wurde.
 
Die Hersteller von Platten-Spieldosen
versuchten viel, um im Markt zu bleiben.
Regina baute eine Reihe von Phonographen
wie auch Polyphon, Mermod, Kalliope und
Symphonion.
Die "Großen Drei" bauten die Münzklaviere "Polyphona", "Symphoniola" und "Reginapiano".
Aber kein Modell erreichte mehr größere Verkaufszahlen.
 
Der Verkauf der Polyphon- und Symphonion-Spieldosen war bis 1920
zusammengefaßt unter Paul Scheibe (von den Symphonion-Musikwerken) in Gera.
 
Die Polyphon-Musikwerke vereinigten sich 1917 mit der Deutschen Grammophon, und hatte Erfolg auf dem Grammophonmarkt. (Schellack-Platten)
 
Regina baute 1919 die letzte Spieldose; lieferte aber noch bis 1921 aus; ging dann aber 1922 bankrott.
Dass Geschäft wurde reorganisiert und lief noch gut mit völlig anderen Produkten.
 
Die meisten anderen Fabrikate verschwanden bis 1914 vom Markt (!)
 
Eine Ausnahme war die Firma von Hermann Thorens in St. Croix/Schweiz. Sie produzierte noch sehr lange kleine Platten-Spieldosen.
 
Hermann Thorens (1856-1943) gründet 1883 die Firma Thorens zur Herstellung
von Musikdosen und Musikwerken in Sainte-Croix /Schweiz.  (Ab 1927 Aktiengesellschaft)
Sehr früh schon wurden neue Produktlinien u.a. für Walzen-Phonographen (1903), Feuerzeuge (1903), Mundharmonikas (1914), Schallplatten-Schneideanlagen (1940),
Plattenspieler und Wechsler (1957) aufgebaut. 1999 erfolgte die Insolvenz der alten Thorens AG.
 
 
words_up_cool.gif   Das absolute Standard-Werk
über selbstspielende mechanische Musikinstrumente
in engl. Sprache mit sehr vielen originalen s/w Fotos
 
Encyclopedia of Automatic Musical Instruments
 
Q. David Bowers - Vestal-Press/New York - ISBN 0911572082
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Orchestrions, Pianos, die ganze Palette selbstspielender Instrumente mit sehr vielen Infos.
 
Antiquarische Büchersuche z.B. hier:
http://www.zvab.com/index.do  oder   http://www.abebooks.de/
 
Entscheidend war natürlich auch, dass bereits 1877 Thomas Alva Edison den Phonographen als Patent anmeldete. Damit begann ein neues Zeitalter der Tonaufzeichnung. Und 10 Jahre später -1887 - erfindet der deutschstämmige Amerikaner Emile Berliner das Grammophon mit Schellackplatte.
 
Die Firma SYMPHONION unter seinem Gründer und Direktor Paul Lochmann weitete seine Produktlinie bis 1894 auf einige Dutzend verschiedene Typen aus. Von der kleinsten Spieldose bis zum großen Standgerät mit Münzbetrieb für kommerzielle Zwecke wurde alles hergestellt.
 
Übrigends startete der Symphonion Gründer Paul Lochmann 1901 die Produktion seiner nach ihm benannten Spieldosen mit der Bezeichnung Lochmann "Original", welche sich durch eine außergwöhnliche Tonqualität auszeichneten.      
 
 
- Einige Beispiele -
Symphonion Lochplatten-Spieldosen  Video mit Ton
Alle Fotos können durch Anklicken vergrößert werden
 
symphonion_120_33einhalb_ cm_disk_1.jpg
 
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Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto1
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto2
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto3
 
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symphonion_192_um_1900.jpg
 
symphonion_21_cm_disks_um_1885.jpg
Symphonion No. 120
für 33,5 cm Platten
Foto4
Symphonion No. 192 Doppelkamm - 192 Zähne
für 25 1/4 " Platten
Symphonion um 1885
für 21 cm Platten
 
 
 symphonion_33_um_1900_1.jpg
 
symphonion_33_um_1900_2.jpg
 
symphonion_no25.jpg
Symphonion No. 33
um 1900 Doppelkamm
84 Zähne für 11 3/4" Platten
Foto1
Symphonion No. 33
um 1900 Doppelkamm
84 Zähne für 11 3/4" Platten
Foto2
Symphonion No. 25
 
 
 
 
symphonion_mit_neuer_Platte_8_glocken1.jpg
 
symphonion_mit_neuer_Platte_8_glocken2.jpg
 
Symphonion mit 8 Glocken
und einer neu
hergestellten Platte - Foto1
Symphonion
mit 8 Glocken
Foto2
Münzspielautomat
mit 10 Glocken um 1902
Symphonion No. 130
Vorläufer der Juke-Box aus den
50/60 -iger Jahren (!)
Symphonion 121 - 3.jpg
Symphonion 121 - 1.jpg
Symphonion 121 - 2.jpg
Symphonion No. 121 GL (GL=Glocken)
Mit 10 (Halbschalen) Glocken. Für 37,5 cm = 14 3/4" Platten.
120 Zähne + Steuerzähne für Glocken, Doppelkamm.
B=54cm  T=48 cm H=29 cm. Dieses Gerät gab es in einer horizontalen Glockenanordnung
(jeweils 5 Glocken über und unter dem Kamm) und in dieser vertikalen Glockenanordnung wie Abb.
Original-Ton dieses Instruments --> hier anhören !
 
 
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kalliope_108G_um_1900_17-5-zoll_82_Zaehne_10_ Glocken.jpg
Kalliope Type 108 G um 1900
17,5" Platten, Kamm mit
82 Zähnen 10 Glocken
Kalliope
 
Kalliope Warenzeichen
Warenzeichen der Firma KALLIOPE, Ende 1895
Musizierender Engel auf Wolken
 
 Während der 1890´ und frühen 1900´ Jahre
produzierte die Leipziger Firma
Kalliope Musikwerke
eine beträchtliche Zahl von Lochplatten-Spieldosen.
Die meisten wurden unter dem Namen "Kalliope" produziert.
Kalliope Spieldosen hatten eine ausgezeichnete Qualität.
1919 fusionierte die Firma mit
Menzenhauer & Schmidt - Berlin, Rungestraße17.
kalliope_164_um_1910_17dreiviertel_platten_82_zaehne_1.jpg
Kalliope Type 164 um 1910
173/4" Platten - 82 Zähne - Foto1
kalliope_164_um_1910_17dreiviertel_platten_82_zaehne_2.jpg
Kalliope Type 164 um 1910
173/4" Platten - 82 Zähne - Foto2
Kalliope Grundplatte 1.jpg
Typische Grundplatte
einer Kalliope Lochplatten Spieldose
Kalliope Grundplatte 2.jpg
Typische Grundplatte
einer Kalliope Lochplatten Spieldose
Video ansehen -  Großes Standgerät mit Glocken
Kalliope 1903. coin operated
machine with 12 saucer bells plays
20 1/2 inch discs- (52.5 cm discs)
case is about 7 feet 3 inches tall. 153 teeth.
Video mit Ton
17" Kalliope music box
"Coronation March"
 
 
 
Video mit Ton
Kalliope Christbaumständer
mit Glockenwerk
 
 
 
    Bezeichnungen:
    Bis 1895  Wacker & Bock
    1895-1898 Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke - Espenhain - Wacker und Bock
    1898-1910 Kalliope Musikwerke AG
    Adressen:
    1897-1898 Gohlis, Dorotheenstr.20
    1899-1910 Gohlis, Bitterfelder Str. 1
    Im Leipziger Adressbuch 1897-1910
    Die Firma war in erster Linie mit der Herstellung von Lochplatten-Musikwerken beschäftigt.
    Kalliope-Spieldosen waren sehr beliebt, wovon noch heute viele erhaltene Exponate zeugen.
     
    Auf eine spezielle Dämpfungsvorrichtung an Lochplatten-Musikwerken erhielt die Firma 1895 einige Patente und provozierte damit die beiden führenden Hersteller Symphonion und Polyphon.
    1900 endete ein vier Jahre andauernder Gerichtsstreit der beiden Firmen gegen Kalliope.
    Das Gericht entschied, dass die auf Kalliope patentierte Dämpfung das Patent der Symphonion- und Polyphon Fabriken nicht verletzte.
     
    Schon 1904 baute man hier auch Grammophone der Marke "Odeon".
    1910 siedelte die Firma nach Dippoldiswalde über.
     
    Die anhaltende Beliebtheit der Kalliope Spieldosen drückt sich auch darin aus, dass es noch 1921 einen Bedarf für Lochplatten gab. Entsprechend einer Anzeige des Händlers Ernst Holzweißig.
    "Wir liefern wieder Kalliope-Notenscheiben - Fabrikant: Menzenhauer & Schmidt Berlin“.
 
Neben den bekannten Herstellern gab es viele kleinere Fabrikanten, welche am Erfolg teilhaben wollten. Hier als Beispiel die Firma Bruno Rückert aus Leipzig.
Markenname ORPHENION.
 
Orphenion No. 91 um 1900 - 16 1/6 Zoll Platten - Kamm mit 90 Zähnen.
Leipzig 1891-1899  -  Ab 1899 Orphenion-MW Seiler, Müller & Hensch. - Klick auf das Foto zum Vergrößern
orphenion no. 91 um 1900 16 einsechstel inch 90 zaehne kamm.jpg
 
 
Hier finden Sie eine weitere sehr ausführliche Beschreibung der Blechplatten-Spieldosen !
 
 
 
 
Das Chordephon    Video mit Ton
 
Das Chordephon ist eine mechanische Zither, bei der
die Saitenerregung mit einer Lochscheibe gesteuert wird (Lochplatten-Zither). Der führende Hersteller auf dem
Gebiet der Lochplatten-Zithern war die Firma
Claus & Co. in Leipzig.
Unter der Markenbezeichnung "Chordephon" wurden zwischen 1893 und etwa 1910 diese mechanischen
Zithern in hoher Stückzahl gefertigt.
 
Es gab Chordephone für Lochplatten mit 30, 44 und 60 Lochreihen, wobei jeder Reihe eine Saite entsprach. Die metallischen Lochplatten weisen am Rand eine grobe Verzahnung für das Antriebszahnrad auf.
 
Die Tonerzeugung erfolgt durch plötzliches Entspannen einer zuvor langsam niedergedrückten Saite. Der auf der Lochplatte befindliche nach unten gerichtete Nocken
versetzt eine Sternrad langsam in Bewegung. Eine Zahn
des Sternrades drückt eine über den Saiten liegende
Feder langsam nieder und versetzt so die Saite in Spannung. Durch das plötzliche Nachlassen des Druckes bei der Weiterdrehung des Rades wird die Feder losgelassen und folglich die Saite abrupt entspannt.
 
Chordephone gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen, mit Tisch- ohne Tisch usw. Sie sind,
wenn - was selten vorkommt - noch gut erhalten, gesuchte Instrumente und werden entsprechend teuer gehandelt.
 
Die Firma Claus & Co. hatte ihre Wirkungszeit in
Leipzig von 1892 bis 1913.
Anfangs mit der Bezeichnung:
Fabrik Mechanischer Zithern "Chordephon"
Claus & Co.
 
Ab 1897 ---> Fabrik Mechanischer Zithern "Chordephon" Clauss & Co.
 
Ab 1903 ---> Chordephon-Musikwerke.
 
Später auch Kurt Weißbach.
 
Ab 1913 ---> Vereinigte Musikwerke-Chordephon und Komet Weißbach & Co.
 
Ab 1915 ---> K. Weißbach
 
Die Firma Weißbach war von 1905 bis ca.1930
in Leipzig tätig.
Lochplatten-Zither "Chordephon"
von Claus & Co. Leipzig um 1900.
 
Gesamtlänge 58,5 cm. Einfacher Federaufzug ohne Federhaus. Auslösung durch Mechanismus
für Geldeinwurf
 
Eisenblechplatten, Ø 36,5
 
 
Technisches
Die Lochplatten-Spieldose hat mit der Walzen-Spieldose den Stimmenkamm gemeinsam. Die als Toninformationsträger dienende Lochplatte reißt die Stahlzinken jedoch nicht - wie bei der Walzenspieldose - unmittelbar an.
Es ist noch ein sogenanntes Anreißrad zwischengeschaltet.  
 
Detailzeichnung: Funktionsweise mit zwischengeschaltetem Anreißrad.
 
Die feinen Stifte der Walzen-Spieldose vermochten nur geringe Kräfte auf die Stahlstifte auszuüben. Wesentlich größere Kräfte ließen sich dagegen über die Metallplatte und das Anreißrad mit seinen kräftigen Zähnen auf die Stahlzinken übertragen.
Die Plattenspieldosen waren daher deutlich lauter.
 
Ebenso wie bei der Walzen-Spieldose mußten die Schwingungen der Stahlzinken der Lochplatten-Spieldose kurz nach der Betätigung durch das Anreißrad gedämpft werden.
 
Eine noch schwingender Stahlzinken würde sonst in diesem schwingenden Zustand bei erneutem anreißen ein klirrendes bzw. kratzendes Geräusch verursachen.
In der Patentliteratur findet sich hierzu geradezu eine Flut von Vorschlägen, von denen man nur einen kleinen Teil auch verwirklichte. Besonders einfach ist eine Lösung, die sich Paul Lochmann im Jahre 1888 patentieren ließ. (Pat. 48052).
 
Zu den bekannten Spieldosen und Automaten zählten auch die Produkte der Firma Jules Heinrich Zimmermann aus Leipzig.
 
Bekannt wurde Jul. Heinr. Zimmermann mit den Adler und Fortuna Geräten. Adler und Fortuna Spieldosen waren fast baugleich mit wenigen Unterschieden.
 
Er soll neben der Hauptproduktionsstätte in Leipzig sogar eine Fabrikation in Moskau und St. Petersburg aufgebaut haben.
 
Verkaufsstellen wurden in führenden Städten unterhalten. Ein Ausstellungsraum in London wurde von 1890 bis ungefähr 1905 beibehalten.
Adler/Fortuna Konzert-Automat
No. 365 um 1900 für 26" Platten.
Für Münzbetrieb eingerichtet. (1)
Adler/Fortuna Konzert-Automat
No. 365 um 1900 für 26" Platten.
Für Münzbetrieb eingerichtet. (2)
Adler/Fortuna Konzert-Automat
No. 365 um 1900 für 26" Platten.
Für Münzbetrieb eingerichtet. (3)
Adler Münzautomat No. 355 um 1900 für 21 1/4" Platten. Doppelkamm mit 118 Zähnen. (1)
Adler Münzautomat No. 355 um 1900 für 21 1/4" Platten. Doppelkamm mit 118 Zähnen. (2)
 
Hierzu dient eine schwach gekröpfte Feder die sich an der Seite des Anreißrades befindet, sodaß die Zähne des Anreißrades an dieser Feder entlanggleiten.
Wird die Kröpfung der Dämpferfeder durch einen Zahn des Anreißrades zur Seite gedrückt, so kann die Stahlzinke frei schwingen. Gerät die Kröpfung jedoch zwischen zwei Zähne des Anreißrades, so legt sich die Dämpferfeder gegen die schwingende Stahlzinke und setzt diese still.
 
Eine informative Detailzeichnung dazu gibt es hier:   
 
Außer den Dämpfern gab es noch die Anreißradbremse. Es sind kleine Draht- oder Blechfahnen, die sich gegen die Anreißräder unter leichtem Druck legen. Sie sollen nach Ablauf einer durch den Lochscheibennocken ausgelösten Bewegung das Anreißrad sofort zum Stehen bringen, damit der nächste Nocken den Stift des Anreißrades genau an der richtigen Stelle erfassen kann.
 
Die Lochplatten-Spieldose löste die Walzen-Spieldose auf Grund beachtlicher Vorteile ab.
So entfällt bei jener das mühsame Bestecken der Walze mit den Stiften. Das Stanzen der Lochplatten war wesentlich einfacher und billiger. Der Musikfreund konnte nun durch Hinzukaufen von Lochplatten sein Repertoire auf kostengünstige Weise vergrößern.
 
Die Schweiz war ja führend auf dem Markt der Walzen-Spieldosen. Es sah in den frühen 1890er Jahren seinen Markt schwinden, als die Käufer sich mehr für die Blechplatten interessierten. Die Platten-Spieldosen hatten auch eine größere Lautstärke, weil die Sternräder die Zähne des Tonkammes stärker anreißen konnten. Die Platten waren billig und der geringe Preis der Platten-Spieldosen und die aggressiven Verkaufsmethoden der Leipziger Fabrikanten sorgten dafür,
daß um 1895 die Walzen-Spieldosen auf dem Markt als überholt galten.
 
Lochplatten-Spieldosen gibt es in verschiedenen Größen. Die kleinen Geräte befinden sich in einem hölzernen Kasten, den man auf den Tisch stellen kann. Beispiel einer Mira-Spieldose um 1900.
Die Blechplatte liegt hier waagerecht. Video mit Ton
 
In der Regel wurden die größeren Lochplatten-Spieldosen durch eine extrem starke Zugfeder angetrieben.
Zugfeder
polyphon 1902 spiralfederantrieb 154 tonlamellen doppelkamm 15 einhalb zoll platten.jpg
polyphon 1902 spiralfederantrieb 154 tonlamellen doppelkamm 15 einhalb zoll platten 2.jpg
 
Video mit Ton
Bei einigen wenigen Plattenspieldosen benutzte man auch
eine lange Spiralfeder (Coil-Spring) als Antriebsquelle.
 
<--Wie hier bei dieser seltenen Polyphon Spieldose um 1902.
 
15 1/2" = 39 cm Platten - Doppelkamm mit 154 Zähnen.
Klick auf die Fotos zum Vergrößern
 
 
Hier noch das Beispiel eines starken Federmotors für ein Symphonion Standgerät.  
 
Einen elektrischen Antrieb hatten nur größere Geräte. Beispielsweise wurden die Geräte Stella und Mira der Fa. Mermod Fréres mit Federkraftantrieb und Elektroantrieb angeboten.
 
Größere Geräte haben die Form einer kleinen Vitrine mit einer Glastür vorn, wie z.B. dieser Lochmann "Original" Automat um 1905.  
Die Blechplatte war hier senkrecht gestellt. Darüber hinaus gibt es Schrankgeräte. Im Oberteil
befand sich dabei das Spielwerk, der untere Schrankteil diente zum Aufbewahren der Lochplatten.  
  
Plattenantrieb - Antriebsarten
Zentralantrieb
Die meisten kleinen Platten werden von der Mitte her angetrieben. Neben der Mittelspindel stehen oft 1, 2 oder 3 Mitnehmerstifte für die Platte. Manchmal, z.B. bei Symphonion, zeigt die Anordnung der Zentralstifte an, welche Platte bei Vielplatten-Instrumenten jeweils in den verschiedenen Positionen aufzulegen ist. Durch Andrücken der Platte nahe der Mitte übernehmen die Mitnehmerzapfen den Plattenantrieb.
 
Die notwendige Antriebskraft für große Platten kann über einen Mittenantrieb allerdings nicht immer sicher genug übertragen werden. Bei Platten von Symphonion haben sich oft Plattenverbiegungen und Beschädigungen der Antriebslöcher gezeigt. Das passierte, wenn die Platte stecken blieb und der Antriebszapfen sich weiter drehte. Im Vergleich zum Außenkantenantrieb ist der Mittenantrieb ruckartig und unregelmäßig.
 
Außenkantenantrieb
Mittlere und größere Geräte hatten einen Außenkantenantrieb. Das bestiftete Antriebsrad greift hier in eine Lochperforierung an der Außenkante der Lochplatte ein. Diese Antriebsart ist wohl die am meisten verbreitete.
 
 
Darüber hinaus gibt es auch - wenn auch seltener - Lochplatten mit Außenverzahnung - eine Art halbrunde Perforierung - für den Kraftangriff.
 
 Stimmkämme
Doppelkamm-Systeme haben zwei Kämme die jeweils auf gegenüberliegenden Seiten der Anreißreihe angebracht sein können. Ein Anreißrad bewegt dabei gleichzeitig je eine Zinke der beiden Kämme die den gleichen Ton haben. Auf diese Weise ist eine größere Lautstärke erreichbar.
 
Das Zusammenspiel der Kämme+Anreißräder+Niederhalter etc. wird in folgenden beiden Fotos sehr gut
gezeigt.        
 
Mitunter suchte man den einander gegenüberliegenden Zinken beider Kämme eine schwach unterschiedliche Länge zu geben. Auf Grund der dann auftretenden Schwebung ließ sich eine Art erwünschter
Tremolo-Effekt erziehlen.
 
 
Vieles zu den Stimmkämmen und Tonfedern ist identisch
mit der viel früher erfundenen Walzen-Spieldose.
Infos dazu finden Sie auf meinen entsprechenden Seiten.
Technische Details zu
Walzenspieldosen 1
Technische Details zu
Walzenspieldosen 2
 Restaurierungsarbeiten
an Walzenspielwerken
Reparatur von
Walzenspielwerken
 
 
Weiterhin ließen sich zwei Kämme diametral gegenüber anordnen.   
Ein Anreißrad bewegt dabei gleichzeitig je eine Zinke der beiden Kämme, die den gleichen Ton haben.
Jeder Kamm spielt dann zur gleichen Zeit die gleiche Note.
Es sind hier die doppelte Anzahl der Lochreihen in der Lochpaltte sowie zwei Anreißradreihen nötig. Auch diese Konstruktion sollte eine Klangverbesserung bewirken.
 
Die Fa. F.A. Richter & Co. aus Rudolstadt stellte
sogar ein großes Standgerät mit zwei Doppelkämmen
her. Imperator Type No. 49 - mit 12 Glocken - um 1905
Lochplatten (Notenscheiben)
Um das Jahr 1886 bestanden die Lochplatten aus Pappe. Bis 1888 kamen Platten aus Zink allgemein auf. Aber es stellte sich bald heraus, daß die Zacken aus Zink rissig wurden und leicht abbrachen.
Daher schwenkten die meisten Hersteller um das Jahr 1895 auf Eisenblechplatten um.
Foto einer typischen Eisenblech-Lochplatte des Herstellers Kalliope --->  
 
New Century, Olympia, Criterion und einige andere Hersteller blieben jedoch bis zum Jahr 1900 bei Zinkplatten. Die meisten Platten hatten die vorstehenden Zacken/Nocken auf der Unterseite, sie waren unterschiedlich geformt.
Lochplatten wurden damals auch als Notenscheiben bezeichnet.
lochplatten_polyphon_no_104_19zweidrittel_zoll.jpg Lochplatten für ein Polyphon No. 104.
 
Es gab unterschiedliche Arten von Nocken an der Unterseite der Lochplatten, die man mit Hilfe einer Stanze mit einem kombinierten Schneid-Biege-Werkzeug herstellte. Eine techn. Zeichnung dieser ausgestanzten Nocken sieht man hier ---->    
Es folgen zwei Detailfotos dieser Nocken -------------->      
 
Normalerweise wurde der Name der Melodie auf jede Platte gedruckt. Oft kam die Bezeichnung der Spieldose dazu, der Plattentyp (z.B. Symphonion's No. 30) und die Plattennummer. Einige Plattentypen wurden mit Abdrucken der Firmen- and Handels-Marken sowie mit allegorischen Szenen verschönert usw.
 
Wie schon erwähnt, waren die Platten der diversen Hersteller untereinander leider nicht kompatibel. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (!) Man dachte nicht an Normung, wollte es vermutlich auch nicht.
Die Firmen verdienten ja ihr Geld auch damit, dass der Musikfreund die Original-Platten des Geräteherstellers kaufen musste.
Für Sammler also sehr wichtig! Wer eine Blechplattenspieldose kauft, sollte darauf achten, ob auch (einwandfreie) Platten mit verkauft werden. Der Nachkauf von geeigneten Platten kann sich u.U. als ganz schön schwierig herausstellen.
 
Die frühen Regina Blechplatten waren Kupferplatiert und hatten einen Bronzeschimmer. Einige Monopol und Orphenion Platten sind blau gefärbt. Bei anderen Platten, z.B. Sirion, ist der Markenname anders farbig. Bei den in Amerika produzierten Platten sind die Musiktitel englisch, bei den deutschen und schweizerischen oft mehrsprachig (deutsch, französisch und englisch) angegeben. Der Name des Komponisten und die Musikart - Marsch, Kirchenlied oder was auch immer - sind üblicherweise vermerkt.
 
 
Wie man defekte Metall-Lochplatten reparieren könnte,
wird auf folgender Seite beschrieben.
Wie man Blechplatten für Spieluhren repariert
 
Zwischen Ende und Neuanfang einer Melodie sah man meist auf der Platte eine nockenlose Zone vor. Für Tanzmusik verzichtete man oft auf diese Zone, so daß die Melodie pausenlos wiederholt wurde.
 
Für Polyphon und Symphonion Geräte wird hier ein Zusammenhang zwischen
den Gerätetypen und der verwendeten Lochplattengröße hergestellt. 
Zusätzliche Klangerzeuger
Die Klangfarbe suchte man durch zusätzliche Klangerzeuger abwechslungsreicher zu gestalten. Besonders gebräuchlich war das Hinzufügen von Glocken. Dabei wurden die Glocken über Hebel ebenfalls von den Anreißrädern betätigt.   
 
Die Glockenauslösung konnte dabei mit dem Stimmenkamm in einer Reihe oder auf der anderen Seite des Stimmenkamms liegen, wobei dann das gleiche Anreißrad den Stimmenkamm und den „Glocken-Kamm" betätigte.
 
Bei den Spieldosen gibt es drei Glockenarten.
Die tassenförmigen und die stabförmigen (Glockenspiel-Glocken) waren die zwei beliebtesten Glockenarten.
Die tassenförmigen haben mehr Obertöne. Die stabförmigen Glocken geben reinere Klänge ab und schwingen nach dem Anschlagen länger nach.
 
Polyphon, Kalliope, Lochmann „Original", Symphonion und die meisten anderen deutschen Hersteller bauten sehr freizügig Glocken ein, besonders bei Instrumenten mit größeren Platten.
 
Rohrglocken, die dritte Glockenart für Spieldosen, wurden von Lochmann, Polyphon, Symphonion und anderen, besonders in sehr große Instrumente eingebaut. Sie waren aber sehr selten im Vergleich zu Tassen- und Stab-Glocken.
 
Große Lochplattenspielwerke hatten einen separaten "Glocken-Kamm", der durch die Nocken am Außenrand der Lochplatte über die Anreißräder betätigt wurde.   
 
In anderen Geräten wurden statt Glocken Klangstäbe eingebaut. (Metallophone)
Darüber hinaus suchte man auch weitere Instrumente einzubauen, wie z. B. Triangel, Trommeln, Harmonium und Klaviersaiten.    
 
Einige Hersteller boten Mehrplatten-Spielwerke an, bei denen zwei oder drei Platten synchron spielten.
Diese Platten konnten gleiche Noten mit exakt übereinstimmender Schwingungsanzahl oder solche mit schwach voneinander abweichender Schwingungszahl wiedergeben.
 
Darüber hinaus produzierte man natürlich auch Spielwerke mit automatischen Plattenwechslern.
Dabei konnten die Platten aus einem Magazin entnommen und nach dem Abspielen in ein anderes gestellt oder aus einem Magazin gezogen und nach dem Abspielen in das gleiche Fach des Magazins zurückgesteckt, sowie nachfolgend eine andere Platte gezogen werden.
 
Es gab auch Lochplatten mit mehreren Lochreihen. Jede Lochreihe enthielt eine andere Melodie, die sich jeweils durch seitliches Verschieben der Platte wiedergeben ließ.
 
Weitere Spielwerke
Spieldosen mit mehreren Platten (Parallelplatten)
Es gab Spieldosen, die so ausgerüstet waren, daß zwei oder drei Platten synchron abspielbar waren. Die berühmteste ist die "Symphonion-Eroica", ein Instrument für drei Platten, das in großer Zahl während der 1890er und Anfang der 1900er Jahre produziert wurde.
 
Die Platten, die mit A , B und C markiert waren, wurden in zwei Typen hergestellt.
 
1.) Alle drei Platten hatten exakt das gleiche Arrangement.
2.) Die drei Platten hatten jede ein etwas abweichendes Arrangement.
  
Übrigends, die amerikanische Filiale der Symphonion Musikwerke - die Symphonion Manufacturing Company - baute ein 3-Platten Instrument in einem anderen Format als die "Eroica".
 
2-Platten-Instrumente wurden von mehreren Firmen, einschließlich Symphonion, Lochmann mit der "Original"­ Serie, Zimmermann (Adler und Fortuna) und Ehrlich (Monopol) gebaut.
Aber das einzige Mehrplatten-Instrument mit großer Stückzahl war das Symphonion-Eroica.
 
Hier 3 Abbildungen der berühmten Symphonion-Eroica aus Leipzig. Hergestellt um 1897.
Platten Durchm. jeweils 30 cm.
Höhe der Uhr 205 cm - Breite 69 cm - Tiefe 46 cm.
 
 
 
 
 
Auch Bodenstanduhren
wurden mit Metallplatten-Spielwerken kombiniert. Siehe 2 Fotos.       
 
Das Uhwerk kommt von dem bekannten Hersteller Lenzkirch aus dem Schwarzwald.
Außerdem ist ein Plattenspielwerk eingebau. Auslösung durch manuellen Zug,
oder durch das Uhrwerk selbst. Plattendurchmesser = 40 cm. Höhe der Uhr 225 cm.
 
 
In Deutschland findet man gelegentlich auch einen sog. Gambrinus der auf einem Faß mit einem eingebauten Spielwerk sitzt. Der Gambrinus ist ein gesuchtes Sammlerstück und entsprechend wertvoll.
Gambrinus ist der Erfinder des Bierbrauens - Schutzherr der Brauer - um 1500 erwähnt.
 
gambrinus.jpg
Symphonion No. 25 GS
»Gambrinus«
Mit Münzbetrieb.
Für Platten Ø 11 ¾"
Gambrinus Detailfoto von innen   
 
 
Etwas ganz besonderes baute die Firma Otto & Sons in Jersey City, USA.
Es handelte sich um sog. Cuff - Boxes.
cuff_boxes.jpg
Übersetzt bedeutet das etwa "Manschetten/Stulpen-Spieldosen".
Drei Cuff-Boxes können Sie hier sehen:   
An die Stelle der Lochplatte trat hier ein sich nach einem Ende hin verjüngender Blechzylinder (Kegelabschnitt), der sich auf ein Gestell stecken ließ.
um 1895
CAPITAL "Cuff" box
Die "Noten" waren auf dem Kegel-Zylinder als Nocken gestiftet wie bei der Walzen-Spieldose. Die Nocken betätigten das Anreißrad, welches seinerseits den Tonkamm zum Klingen brachte.  
Diese Musikdose hatte ein atypisches Design, ein Hybrid des früheren Zylinders und der neueren Metallplatten. Diese Geräte wurden nur ungefähr 2 Jahre gefertigt. Sie sind sehr selten und entsprechend wertvoll. Von interessierten Sammlern daher hoch gehandelt.
 
 
Spieluhr
Musikdose
Spieldose
Music Box
Speelklok
Speeldoos
Muziekdoosjes
Jewelry Box
Musical Box