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Autor dieser Seiten:  Detlef Knick - Berlin 
 
 
 Singvogel-Automaten
 
 
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square30_yellow.gif  Phalibois / Bewegungsautomat vier Vögel mit Blütenbaum
square30_yellow.gif  Bontems Singvogelautomaten Frankreich / Paris
square30_yellow.gif  Griesbaum Singvogelkäfig-Automaten
square30_yellow.gif  Reuge Singvogelkäfige-Automaten
square30_yellow.gif  Eschle Singvogelkäfig-Automaten
square30_yellow.gif  Vogelautomat mit vier echten Kolibris 20.  Jh.
square30_yellow.gif  Vogelautomaten in Wort und Bild verschiedener Hersteller
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square30_yellow.gif  Die Chinesische Nachtigall - Märchen von Hans-Christian Andersen
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Auf diesen Seiten erfahren Sie alles über Mechanische Singvögel
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Mechanische Singvögel
 
     Auf acht Seiten finden Sie hier
wertvolle Informationen und viele Fotos
zur Geschichte und Funktionsweise
der mechanischen Singvogel-Automaten
 
 
Viele Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern !
 
 
CHRONOLOGIE DER SINGVOGEL-AUTOMATEN
- Nutzen Sie die vielen weiterführenden links für weitere Infos -
 
 
18. Jahrhundert
 
Den ersten singenden Vogel soll Pierre Jaquet-Droz (1721-1790) in
der Schweiz um 1752 in eine goldenen Tabatiere eingebaut haben.
Hervorragender Uhrmacher, Automatenbauer. Extrem vielseitig.
Sein Sohn Henri-Louis Jaquet-Droz (1752-1791) fertigte ebenfalls erstklassige Singvogel-Automaten.
 
Vater Breguiere - 1750 geboren - aus Genf, fertigt erstklassige Singvogel-Automaten in Tabatiéren.
Desgleichen seine Söhne Charles Breguiere und Jaques Breguiere, dessen Fertigung bis 1886 bestand.
 
Bruguier du Grand Pre - Genf (Nicht identisch mit Fa. Breguiere)
 
1753 - 1812 Jacob Frisard (de Villeret) in Genf. Mitarbeiter von Jaquet-Droz - Uhren, Automaten, Singvogelkäfige- u. Dosen.
 
Jean David und August David - einstige Mitarbeitern von Jaquet-Droz
fertigen Vogelautomaten Ende 18. Jahrh.
 
 
19. Jahrhundert
 
Pierre Rochat Ab 1815 Übersiedlung mit seinen Söhnen Ami Napoléon Rochat und
Louis Rochat nach Genf. Fertigung erstklassiger Spieldosen, Singvogeldosen, Singvogelkäfige und vieler anderer Spielereien.
 
Lami in Genf (1810 - 1902)
 
Jean David Maillardet (1768-1834)  Auguste Maillardet
 
Le Roy / Le Roi(x) von Paris. Zweite Hälfte 19. Jahrh.
 
Blaise Bontems ab 1849 Fertigung hervorragender Singvogel-Automaten in Paris.
Sein Sohn Charles Bontems, und dessen Sohn Lucien Bontems führten die Werkstatt
mit Erfolg weiter.
Fertigung bis 1960, danach Übernahme durch die Firma Reuge - Ste-Croix /Schweiz.
 
 
19. und 20. Jahrhundert - Deutschland / Schweiz
 
C.K. Lamy & Co (Karl u. Konstantin) Gründung 1864 in Furtwangen.
 
Emilian Wehrle - Gründung 1860 - Kuckuck u. Trompeteruhren, Singvogelautomaten. 1896 übernahme durch seinen Sohn Julian Wehrle. Gestorben 1927.
 
Eschle (Vater) Produktionsbeginn 1922 in Triberg/Schwarzwald. Produktionsende 1928.
Otto u. Robert Eschle (Söhne) 1950 Wiederaufnahme der Singvogel-Automaten Produktion in Triberg. 1977 Übernahme durch die Fa. Reuge - Ste-Croix /Schweiz.
 
Karl Griesbaum - Fertigungsbeginn 1905 in Triberg. Mechanische Feinwerkstätte Griesbaum. 1946 Übernahme durch Karl Griesbaum KG.
Die Firma Karl Griesbaum KG bestand bis 1988 in Triberg /Schwarzwald.
Danach Übernahme der gesamten Fertigung durch MMM - Mechanische Musikwerke Manufaktur in Rüdesheim am Rhein.
 
MMM - Mechanische Musikwerke Manufaktur
65385 Rüdesheim am Rhein, Rheinalle 7+8
 
Reuge SA - Rue des Rasses 26, 1450 Sainte-Croix, Schweiz.
Gründung 1865 durch Charles Reuge - Spieldosen.
1960 übernahme der berühmten Fa. Bontems in Paris mit Herstellung mechanischer Singvögel in der Tradition von Bontems.
1977 Übernahme der Fa. Eschle - Herstellung mechanischr Singvogeldosen und Vogelkäfige.
 
Georg Köhler GKN - 1932-1997 Nürnberg, Blechspielzeug u.a. mechanische Vögel.
 
 
Wie funktionieren die Singvogel Automaten eigentlich?
 
 
So fing alles an...........
 
Nach ungesicherten Quellen soll bereits Konfuzius um das Jahr 500 v. Chr. in seinem Werk "Die chinesische Nachtigall" Angaben über mechanische Singvögel gemacht haben.
Unter dem chinesischen Kaiser Schi Huang ti (Qín Shihuángdì) wurden die Konfuzius und seinen Anhängern zugeschriebenen Werke und Schriften 221 v. Chr. verbrannt. Sollte das zutreffen, so müßte bereits um 500 v. Chr. in China ein mechanischer Singvogel existiert haben, denn Konfuzius lebte in der Zeit von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.
 
Weiterhin berichtet Philon (der Ältere), dass man sich am Hofe von Byzanz um das Jahr 200 v. Chr. mit mechanischen Singvögeln befasste. Man erzählte von einem Pfauenschrei der durch ein mechanisches Werk erzeugt wurde.
Danach gab es eine Reihe weiterer Erwähnungen mechanischer Singvögel.
 
Um das Jahr 1620 wurden Singvogelmechanismen von Salomon de Caus
auf Bildern wiedergegeben.
Zur Nachahmung des Vogelgesangs bediente man sich bis ins 18. Jahrhundert vorwiegend einiger kleiner Lippenpfeifen, die an ein Orgelautomatophon angeschlossen wurden. So wie es schon im 17. Jahrhundert Athanasius Kircher, Salomon de Caus und andere vorgeschlagen hatten.
 
Die weitere Entwicklung verlief in zwei Richtungen.
 
Die eine strebte nach einer Vermehrung der Pfeifen und mündete im Typ der sogenannten Vogelorgel. Die sogenannten Serinetten, enthielten kleine Metallpfeifen die von einer bestifteten Walze gespielt wurden. Sie dienten dazu, Kanarienvögeln bekannte Schlager und andere Melodien beizubringen.
 
Die andere Richtung versuchte den Vogelgesang so getreu wie möglich nachzuahmen und fügte zur Vervollkommnung der Illusion bewegliche, flügelschlagende, den Schnabel und Schwanz bewegende Vögel hinzu.
Serinette (Vogelorgel)
- Serinette -
Auch " Vogelorgel" genannt
 
 
Erst einmal etwas Grundsätzliches....
 
Man unterscheidet im wesentlichen vier Arten mechanischer Singvögel !
 
1. Zunächst den reinen Stimmenimitator, wie er beispielsweise in Automaten verwendet wird. Auf Kirmesveranstaltungen findet man manchmal noch sogenannte Eier Automaten.
Nach Einwurf eines Geldstückes ertönt das meist elektronisch erzeugte Gegackere eines Huhnes und es wird ein Kunststoff-Ei ausgeworfen, in welchem sich Süßigkeiten für Kinder befinden. Solche Automaten wurden
Automat als Stimmenimitator
auch schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt, wobei das Hühnergegackere bzw. das Krähen eines Hahnes durch einen Balgautomaten erzeugt wurde. Der Antrieb erfolgte über Gewichte oder ein Federwerk.
2. Der mechanische Singvogelkäfig mit echten präparierten und später auch künstlich hergestellten Vögeln. Hier befinden sich im Käfig ein oder mehrere Vögel. Sie singen oder sie führen „Gespräche". Die Auslösung erfolgt durch ein Hebelwerk, und der Antrieb durch ein starkes mechanisches Federwerk.
Mechanischer Singvogelkäfig
 
3. Die Singvogeldose. Eine kleine Schatulle in der Größe von etwa 120x40x30 mm, aus der nach Betätigung eines Hebels ein winzig kleines Vögelchen hervorkommt. Diese Schatullen, Tabatièren, Schnupftabakdosen sind oftmals aus wertvollen Edelmetallen hergestellt.
Singvogeldose
Häufig auch mit Perlen oder Miniaturmalerei auf Porzellan verziert. Auch kann sich ein solches Werk in einem Gebrauchsgegenstand, etwa einem Nähkasten oder in einer Schnupftabakdose befinden.
4. Der Bewegungsautomat. Hier ist der Vogel in
eine Landschaft gestellt, die durch eine große Glaskuppel
vor Schmutz und Berührung geschützt sein kann. Auch hier können mehrere Vögel untergebracht sein. Zum Beispiel auf einem Baum sitzend oder trinkend an einem See. Einige hüpfen oft von Ast zu Ast und zwitschern dabei.
Bewegungsautomat mit Vögeln
 
Seit einigen Jahren tauchen nach England und den USA jetzt auch auf dem deutschen Markt immer wieder neuzeitliche "Nachfertigungen" von Singvogelautomaten in Käfigen auf.
 
Diese Nachbauten aus asiatischen Werkstätten werden als "alt aussehend" gefertigt und mit einer künstlichen Patina versehen. Viele ähneln den Vogelkäfigen der damaligen Fa. GRIESBAUM.
 
Die Mechaniken sind Primitivnachbauten von erschreckend schlechter Qualität und damit wertlos..... lesen Sie weiter......
 
 
 
 
 Wie ging es weiter....?
 
Athanasius Kircher (1601-1680) hat sich in besonderem Einfallsreichtum solchen mechanischen Wunderwerken gewidmet. Von ihm ist ein sogenanntes automatisches Orgelwerk, das Tierstimmen sowie Vogelgesang wiedergibt, bekannt. In diesem Werk werden der Bewegungsablauf eines Kuckucks und eines Hahnes gesteuert und gleichzeitig wird über mehrere Pfeifen der Klang nachgeahmt.
 
 
18. Jahrhundert
 
Robert Robin (1742-1799) in Paris fertigte für Marie Antoinette einen singenden Kanarienvogel an, der sich in einem mit einer Uhr kombinierten reich geschmückten vergoldeten Vogelkäfig befand. Das Steuerungssystem geht voraussichtlich auf Athanasius Kircher zurück, der zur Steuerung des Vogelgesangs mehrere Pfeifen und eine Walze verwendete.
Der Vogel schmetterte jede Stunde eine der drei Variationen des Kanariengesangs. Außerdem ließ er sich jederzeit hören, wenn man einen kleinen Knopf betätigte. Bei diesem Automaten wurden die Töne durch kleine Metallpfeifen erzeugt.
 
Den ersten singenden Vogel dieser Art soll
Pierre Jaquet-Droz (1721-1788) aus Neuchatel in der
Schweiz um 1752 angefertigt haben.
 
Er war in einer goldenen Tabatiére (Schnupftabakdose) untergebracht von der Grösse eines Kolibris.
"Beim Öffnen sprang ein Vogel - nicht größer als 15 mm - heraus und sang"
 
Es ist nicht bekannt, ob ein derartig miniaturisiertes Wunderwerk schon vorher gefertigt wurde.
 
Pierre Jaquet-Droz gilt daher eigentlich als der Ur-Vater
mechanischer Singvögel.
The story of Pierre Jaquet Droz... Video ansehen
 
Pierre Jaquet-Droz
 Jaquet-Droz
Jaquet Droz
"The Writer Automaton"
"Der Schreiber" 
Video ansehen 
Die Lebensgeschichte des Pierre Jaquet-Droz können Sie hier nachlesen !
Pierre Jaquet-Droz stammte aus einer Uhrmacherfamilie.
So stellte er bald vielfältige Uhren, Automaten und Androiden her, welche mit komplizierten Spielwerken, u. a. auch Kolibris, die sich aufrichteten und sangen, versehen waren.
Er arbeitete mit vielen talentierten Mechanikern zusammen, die ihrerseits später eigene berühmte Firmen für mechanische (Vogel-) Automaten gründeten.
 Zwar hat in dieser Zeit schon der berühmte französische Ingenieur und Erfinder Jacques de Vaucanson (1709-1782) Automaten und Androiden hergestellt - u. a. auch eine Ente, die unter Geschnatter Futter vom Boden fraß und dieses nach einiger Zeit wieder verdaut von sich gab.
Jaquet-Droz zugeschrieben - Tabakdose
Klick auf das Foto zum Vergrößern
 Vogeldose von
Jaquet-Droz & Leschot um 1785
 
Video ansehen
 Es ist aber anzunehmen, daß Vaucanson sich mehr der Fertigung von Androiden (menschenähnlichen Automaten) widmete.
 
Pierre Jaquet-Droz gehörte im 18. Jahrhundert zu jenen berühmten Automatenbauern wie Vaucanson, Friedrich von Knauss, Baron von Kempelen, Abbot Mical, und Kintzing.
 
Ein hervorragendes Video zu Jaquet-Droz
 
Video ansehen
 
Sie fertigten mechanisch animierte Androiden und mechanische Tiere. Ihr Ziel bestand nicht nur darin Leute zu amüsieren,  sondern die Wissenschaften voranzutreiben.
Nämlich mit Hilfe von Ärzten und Chirurgen, die verschiedenen künstlichen Organe naturgetreu auszuarbeiteten.
 
Jedes künstliches Wesen, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde, war im allgemeinen ein einmaliges Stück, das sich aus einer langen und mühseligen Ausarbeitung ergab.
 
Aber die Ergebnisse war beeindruckend. Zahlreiche,
oft sehr komplexe Androiden - die echte Funktionen ausübten, wurden gebaut. Schreibende, zeichnende, musikspielende Automaten sowie animierte Vogelautomaten.
Die drei weltberühmten animierten Androiden
von Pierre Jaquet Droz
wurden 1773 vorgestellt.
Zeichner, Schreiber und Klavierspielerin.
Je 70 cm hoch (!)
 
Die 3 berühmten Androiden von Pierre Jaquet Droz
 
Die Automaten existieren noch.
Sie sind zu besichtigen im:
Musée d'art et d'histoire
Esplanade Léopold-Robert 1
2001
Neuchâtel (Neuenburg)
 
Video ansehen
 
 
 
Museum of Automata in York
Von 1990 - 1996 existierte in der Stadt York (GB)
ein einzigartiges Museum der mechanischen Automaten.
 
Das 30 Minuten dauernde Video zeigt diese sehr
niveauvolle Sammlung. Es gibt den Besuchern einen
umfassenden Einblick in die Geschichte der
Automaten bis zu zeitgenössischen Werken der
berühmten englischen Szenen.
 
Museum of Automata in York
 
Die Geschichte der Automaten bei WIKIPEDIA
 
Sein Sohn - Henri-Louis Jaquet-Droz (1752-1791) - trat ebenfalls als Uhrmacher
in den Betrieb ein und fertigte lange Zeit mit seinem Vater Singvogeldosen und Singvogelkäfige.
Er widmete sich in steigendem Maße der Fertigung von Androiden, die ihn an den Hof Ludwigs XV., an den spanischen Königshof und nach England zu Georg III. führten.
 
Vogelautomat um 1780 von Jaquet-Droz
Vogelautomat um 1780
Jaquet-Droz zugeschrieben
Aus vergoldeter Bronze für den orientalischen/türkischen
Markt gefertigt.
HxBxT 50x28x28
Vergrößern? Bilder anklicken!
Hier in England fertigte er sehr viele Singvogeldosen und Uhren mit automatischen Singvögeln, sowie eine große Anzahl Tabatiéren mit singenden Vögeln an.
 
Diese Kunstgegenstände wurden vor allem an die Höfe von Kleinkönigen im Mittleren Osten, hauptsächlich aber auch in den Sultanspalast nach Istanbul geliefert.
Vogelautomat um 1820
 
 
 
In Käfigen aus Messing, in künstlichen Bäumchen oder versteckt in einem aufspringenden Fach auf dem Deckel von Tabakdosen/ Tabatiéren und Döschen sitzen die kleinen Sänger und erwachen nach dem Aufzug des Federwerks zum Leben.
Sie zwitschern nicht nur fast naturgetreu, sondern bewegen auch Köpfchen und Schnabel, wippen mit dem Schwanz und schlagen mit den Flügeln aus (manchmal) echten Kolibrifedern.
 
Ihr Gezwitscher, ihre Triller und Tremolos kommen aus einer kleinen Kolbenpfeife, der durch einen Blasebalg Luft zugeführt wird.
 
Der Blasebalg wird durch das aufgezogene Federwerk betätigt.
Eine sogenannte "Kurvenscheibe" reguliert die Tonhöhe, indem sie einen Kolben in der Pfeife hin und her bewegt. Eine zweite Kurvenscheibe regelt die Luftzufuhr.
 
Vogelautomat zur Zeit des Rokoko 1730 - 1780
 
Vogelautomat zur Zeit des Rokoko 1730 - 1780
Klick auf das Foto zum Vergrößern
Derartige Automatenuhren - die man in großzügigen
Palaisräumen an die Decke hing - waren auch im
späteren Biedermeier äußerst beliebt.
Produktionsstätten für diese Kuriositäten waren
vor allem Frankreich und die Schweiz
 
Vogelautomat + Flötenspielwerk + Uhr
Porzellanzifferblatt mit arabischen Ziffern an der
Unterseite des Käfigs, 2 Messingzeiger, 2 Stahlzeiger,
Flötenspielwerk mit 10 Pfeifen und 7 Melodien,
Steuerung über eine Walze.
 
Federgetrieben über Kette und Schnecke.
Automatengesteuerter mechanisch bewegter Vogel.
 
Achtseitiger Vogelkäfig. Messing durchbrochen und
fein graviert. Adelskronen, vier Porzellanbildchen,
vier bemalte Miniaturvasen mit Widderköpfen.
Krallkugelfüße. Französche Herkunft  2. Hälfte 18. Jh.
 
 
Tabatiéren - Schweizer und Französischer Produktion mit singenden Vögeln - galten als eine derart umwälzende Neuheit, dass Königshöfe und Adlige sie für ihre Kuriositätensammlungen
bestellten. Video ansehen
 
Deshalb setzte man die singenden Vögel in luxuriös gehaltene - oft goldene - Tabatiéren (Schnupf- Tabakdosen) ein, die emailliert und mit Edelsteinen verziert waren.
 
Vermutlich 1860 - 1880 - Schweiz
 
 
 
Es handelte sich bei den Herstellern dieser neuen Technik um Unternehmer, welche die meisten Teile in Heimarbeit anfertigen ließen und später dann in ihrer Manufaktur zusammensetzen.
Diese hochkomplizierte Feinwerktechnik wurde anschließend in eine kleine Dose gesetzt, die dem Geschmack des Käufers möglichst entsprechen sollte.    Video ansehen
 
Man bedenke, dass diese mechanischen Werke schon vor über 250 Jahren hergestellt wurden - ohne Nutzung der heutzutage zur Verfügung stehenden elektromechanischen Werkzeuge und Maschinen (!)
 
Fotos einer Tabatiére
von Charles Brugiere
um 1840
Vergrößern? Bilder anklicken!
Fotos einer Tabatiére
von Jacqes Brugiere
um 1850
 
Ein Zeitgenosse des Jaquet-Droz war
Charles-Abraham Breguiere
(Senior) aus Genf. (1788-1862)
Er erlangte große Berühmtheit in der Herstellung von miniaturisierten Singvogel Tabatiéren.
 
Charles-Abraham Bruguier der Jüngere (1818-1891)
Charles-Abraham Bruguier der Jüngere kam aus einer Familie von bekannten Herstellern von Singvogel-Spieldosen, deren Erfolg mit den Arbeiten seines Vaters Charles-Abraham Bruguier (Senior 1788-1862) begann.
 
Der jüngere Charles Abraham Bruguier wurde in London geboren, da sein Vater zu dieser Zeit dort tätig war.
 
Er selbst ist in den Archiven der Stadt Genf von 1843 mit einer Werkstatt unter der Adresse Terreaux de Chantepoulet verzeichnet.
Später zog er um in die Rue Rousseau, in die Rue Sismondi, und schließlich in die Rue des Pâquis.
Charles-Abraham jun. stellte Singvogel-Spieldosen her, die denen seines Vaters sehr ähnlich waren.
 
Das gilt auch für seinen Schwager Jacques Bruguier und dessen Sohn Jacques-Alexander.
Charles-Abraham Bruguier Senior war in der Lage gewesen, Singvogel-Musikwerke so zu verbessern, dass sie einerseits einfacher konstruiert und damit besser herzustellen waren, und sich andererseits die Dauer des gespielten Stückes verlängerte.
Diese Tabatieren waren nicht nur außergewöhnlich reich mit Edelmetallen ausgestattet, sondern sie zeichneten sich auch durch besonders ruhigen Lauf aus. Sie gehören noch heute zu den begehrtesten Sammelobjekten.
 
Bruguiere du Grand Pre - ebenfalls gebürtiger Genfer und Zeitgenosse der Bruguiers - verfertigte noch kleinere Tabatieren als Vater Bruguier.
Daher waren diese noch weit höher geschätzt.
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
 
 
 
Ein sensationeller Einblick in das mechanische Innenleben
eines künstlichen Vogel von Charles-Abraham Bruguier  Video ansehen
 
 
 
Das 18. und beginnende 19. Jahrhundert
war besonders aufgeschlossen für technische und künstlerische Spielereien. Wir befinden uns in der Blütezeit der Zünfte und des Handwerks.
 
Und wie so häufig in Zeiten techischer Innovationen
und großer Nachfrage verließen tüchtige Mitarbeiter ihren Meister. Von diesem übernahmen sie Kenntnisse und Ideen, um eine eigene Produktion aufzubauen.
 
So wurden mechanische Singvögel auch von Jean David und August David - den einstigen Mitarbeitern von Jaquet-Droz - hergestellt.
Jacob Frisard ist ein weiterer sehr wichtiger Name in der Geschichte der Singvogeldosen. Geboren in Villeret (Schweiz) im Jahr 1753, absolvierte er seine Lehrzeit in La Chaux-de-Fonds.
Dann ließ er sich um 1784 in Genf nieder wo er für Pierre und Henri-Louis Jaquet-Droz, sowie für Jean-Frédéric Leschot arbeitete. Auch Leschot war ein begnadeter Handwerker seines Fachs.
 
Frisard´s enge Zusammenarbeit mit Leschot brachte einige sehr wichtige technische Innovationan hervor.
Z.B. war er der Erfinder, dass sich der künstliche Vogel zusammenfaltete bevor er in die Dose zurück sprang und sich der Deckel schloß.
Um 1800 gründete er sein eigenes Geschäft und versuchte seine Kreationen einflussreichen Personen, darunter Napoleon Bonaparte vorzustellen. Er starb schließlich im Jahre 1810 während der Rückfahrt nach Genf von einer Reise nach Konstantinopel.
Wunderschöne Singvogeldose
von Jacob Frisard
um 1800  -  5,5x8,5x2,8 cm
 
Singvogeldose von Jacob Frisard
 
Vogelkästchen in Form
eines Korbes - um 1805
von Jacob Frisard
Vogelkästchen von Jacob Frisard
 
19. Jahrhundert
 
Auf die Herstellung singender Vögel spezialisierte sich in der Schweiz auch die Familie Rochat. Das Haupt der Familie war Pierre Rochat. Er wurde 1780 geboren und arbeitete anfangs auch für Jaquet-Droz.
 
1815 siedelte Pierre Rochat, aus Le Brassus stammend, mit seinen Söhnen Ami Napoléon Rochat und Louis Rochat nach Genf in die Rue de Countenance 45 über.
 
Rochat um 1820
 
Singvogelspieldose - Frères Rochat um 1820
 
Die Brüder Ami Napoléon Rochat und Louis Rochat waren von Ihrem Vater Pierre Rochat in der familieneigenen Werkstatt in Chet Meillan an Brassus in der Schweizer Region Vallee de Joux ausgebildet worden.
 
Sie spezialisierten sich auf Musikspielwerke und Singvogelautomaten, die sie anfangs
mit "Pierre Rochat & fils" signierten.
 
Später machten sich die Söhne selbständig und setzten unter der Signatur "Rochat Frères" die erfolgreiche Tradition mit ihren berühmten Kadraturen fort.
 
Die Brüder Rochat arbeitetet wohl bis 1835 in Genf an ihren Wunderwerken der Feinmechanik. Sie wurden in höchstem Maße geschätzt und an die wichtigsten Höfe Europas verkauft.
 
 
Pistole mit Singvogel
Den Brüdern Rochat zugeschrieben
Mitte 19. Jahrh.
Wenn der Abzug betätigt wird,
erscheint der Vogel über der Mündung,
er beginnt zu zwitschern und bewegt
sich sehr lebendig.
Ferner sind ein Fach für Parfum,
ein Portemonnaie, ein Nähzeug und
ein Fach für Ballkarten vorhanden.
Länge ca. 17 cm
Vergrößern? Bilder anklicken!
Pistole mit Singvogel von den Rochat´s
 
Video ansehen  Video ansehen
Ami Napoleon Rochat, der ältere der Brüder, spezialisierte sich auf Singvogel - Spieldosen in einer einmaligen Qualität.
 
Aber auch Louis Rochat tat sich hervor.
Man sagt, dass dessen Mechanismen so klein waren, dass weder vor noch nach ihm etwas ähnliches geschaffen wurde.
 
In kleine Tabatieren und Uhren setzte Louis Rochat nicht nur Vögel, sondern auch eine Spieldose ein.
 
Er erdachte auch einen Spiegel mit einer Rose, der sich langsam entfaltete, und in welchem sich dann ein Vogel zeigte.
 
Ferner Stickkästen, kleine Käfige, emaillierte und verzierte Pistolen, aus deren Laufmündung ein Kolibri auftauchte, der mit den Flügeln schlug, sein Lied trällerte und wieder verschwand.
 
Zu den Herstellern von singenden Vögeln von großer Qualität gehörte auch
Lami in Genf. Nicht zu verwechseln mit Lamy in Paris (!)
Lami wurde im Jahr 1810 geboren, er starb 1902. Seine Arbeitsqualität war ausgezeichnet. Es ist manchmal schwierig seine Arbeiten zu identifizieren, da er sie nie markierte.
 
Eine andere Familie von Herstellern dieser komplizierten Singvogelautomaten waren die Brüder Maillardet.
 
Jean David Maillardet (1768-1834) und Auguste Maillardet, waren ebenfalls ehemalige Kompagnons von Jaquet-Droz.   Video ansehen
 
Jean David Maillardet war ein sehr bekannter Uhrmacher und Hersteller von Musik- und anderen Automaten. Anfangs arbeitete er in Berlin, später in La Chaux de Fond und Fontaines.
 
 
 
Spiel und Kunst mit Mechanik II
Dieser Blog Zum Blog bearbeitet Informationen, Medien und Links zu bewegten Skulpturen (Kinetische Kunst), Kugelbahnen, kuriosen Maschinen, Automata und Papiermechanik.
This blog is devoted to the subject of Kinetic Art, Rolling Ball Sculptures, Automata, weird machines and wooden and paper mechanics.
 
 
 
Pfauenuhr St. Petersburg - Tolles VIDEO
 
Klick auf das Bild um ein VIDEO
dieser Uhr zu starten. Dauer 2:41
 
Die berühmte Pfauenuhr "Peacock Clock"
des Londoner Uhrmachers James Cox
gehört zu den herausragenden Werken
der Automatengeschichte.
 
Sie ist ein vielbestauntes Kunstwerk des Museums EREMITAGE in St.Petersburg.
1781 gelangte sie in den Besitz Katharina
der Großen.
Das drei Meter hohe Gehäuse
umschließt diese Kunstuhr mit den
drei Vogelarten Eule, Hahn und dem
alles überstrahlenden Pfau.
Die Goldene Ära der Bewegungs-Automaten
1850 - 1914
 
Mit der industriellen Revolution wurden die animierten
Bewegungsautomaten
mit Figuren, Puppen oder Vögeln industriemäßig in Serie hergestellt.
 
Etwa zehn Handwerker - hauptsächlich im Pariser Marais-Stadtviertel - bauten zahlreiche Kreationen mit sicherlich bescheidneren Leistungen als ihre älteren Vorbilder aus dem
18. Jahrhundert.
Bewegunsautomat mit Vögeln von Bontemps
Bewegunsautomat
mit springenden Vögeln
 Bontems/Paris
um 1850 / 1880
 
 
Aber sie waren vielleicht etwas anziehender, weil sie vom Pariser Leben und von der Schauspielwelt inspiriert wurden. Magie, Zirkus und Music-Hall etc.
 
Unter den berühmten Namen sind zu erwähnen:
Théroude und Phalibois, sowie Lambert, Renou, Roullet-Decamps, Vichy und Bontems.
 
Phalibois aus Paris -->  
 
 
BONTEMS um 1862 -1.jpg
BONTEMS um 1862 -2..jpg
Vergrößern? Bilder anklicken!
Bontems Bewegungsautomat
 
mit beweglichen Singvögeln
und Wasserfallautomat
unter einem Glasdom.
 
Um 1860 in Paris gefertigt
 
Phalibois Vogelautomat um 1870/80
 
 
Vogelautomat
Bewegungsautomat
mit vier echten Vögeln und Uhr
 
 Phalibois/ Paris um 1870/80
 
Separater Aufzug per Federzugwerk.
Steuerung über sechs Nocken-Holzscheiben
mit acht Bewegungsabläufen. Zwei springende
und sich drehende Kolibris sowie
zwei bewegliche Singvögel.
Mit Vogelstimmenerzeugung undWasserfallautomat.
 
Viele weitere Fotos und Informationen
zu Phalibois gibt es hier  
 
 
 
 
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden ausgezeichnete mechanische Singvögel - die in Käfigen oder in Kombinationen mit einer Uhr untergebracht waren - auch in der Pariser Werkstatt des Le Roy / Le Roi(x) hergestellt.
 
 
 
 
 Im Jahr 1849 gründete
Blaise Bontems
seine Manufaktur für Singvogel-Automaten in Paris,
Rue de Cléry Nr. 72
 
Ausführliche Infos zu
Bontems mit vielen Fotos
gibt es hier  
 
Bontems Vogelautomaten Logo -  Hier klicken für Infos zu Bontems
 
 
Bontems zwei Voegel 1880-1900 - 01.JPG
Bontems zwei Voegel 1880-1900 - 04.JPG
Erkennungsmerkmal ist u.a.
das typisches Bontems Dekor
der runden Abdeckung aus
gedrücktem Messing-Blech
Vergrößern? Bilder anklicken!
Bontems zwei Voegel 1880-1900 - 03.JPG
Bontems zwei Voegel 1880-1900 - 02.JPG
 
Singvogelkäfig von Bontems 1880 - 1890 - Zwei Vögel -
Der untere Hebel hat drei Funktionen.
1. Einschalten der Zwitschermelodie, Abspielen ohne Pausen.
2. Zwitschermelodie Intermittierend. D.h. es werden kurze Pausen eingelegt.
3. Ausschalten der gesamten Mechanik
 
Nachfolger war sein Sohn Charles Bontems, danach dessen Sohn Lucien Bontems, welcher 1956 starb.
 
Bontems verbesserte zu dieser Zeit die mechanischen Singvogel- Automaten von Pierre Jaquet-Droz so gut, dass seither bei der Produktion keine bedeutenden Änderungen mehr vorgenommen werden mussten.
Es ist überliefert, dass Bontems das Zwitschern der Vögel möglichst genau nachzuahmen versuchte.
 
Video ansehen
 
Dazu ging Bontems in den Wald wo er die Vögel belauschte.
Er nahm eines der Instrumente mit Pfeife und Kolben mit und fand genau heraus, wo sich der Kolben in der Pfeife befinden musste, um damit die verschiedenen Noten wiederzugeben, welche die Vögel sangen....
....Dann ging er in seine Werkstatt zurück und stellte die
Nocken auf den Steuerrädern so her, dass er es ermöglichen
konnte den Gesang der Vögel mit unvorstellbarer Genauigkeit
nachzuahmen.
 
Dazu gehörten die Stimmen von Stieglitz, Grasmücke, Fink, Drossel, Kanarienvogel und Nachtigall.
Birdcage 2 voegel metallkorpus rund 53cmH x 28cm frankreich no.2.jpg
Vogelautomat
Bontems / Paris 
Video abspielen
 
 
 
 Singvogeldose von Bontems
Klick auf die Fotos
zum Vergrößern
 Singvogeldose von Bontems
In Tabakdosen, Pendulen und Vogelkäfigen wurden ein- oder mehrere Vögel eingebaut. Ihre Bewegungen mit dem Kopf und dem Schnabel, den Flügeln und dem Schwanz waren sehr natürlich.
 
Auch ihr zwitschern begeisterte das Publikum. Bontems stellte auch Volieren mit sechs und mehr Vögeln her. Sie waren auf einem Sockel montiert, der oft außer dem Mechanismus noch ein Uhrwerk mit Zifferblatt enthielt welches die Stunden anzeigte.
 
Nach jeder Stunde begannen die Vögel zu singen. Sie saßen auf einem oder mehreren Bäumen. Manche hüpften von einem Ast zum andern oder drehten sich im Kreis.
 
Zwischen 1870 und 1900 war die Aktivität der Firma Bontems in Paris besonders lebhaft.
 
1960 wurde der traditionsreiche Singvogel-Automaten Hersteller Bontems durch die Fa. Reuge aus Sainte-Croix (Schweiz) übernommen.
 
Es erstaunt die Tatsache, dass der Grundmechanismus in seiner Vollkommenheit bis heute keinerlei Veränderung bedurfte (!)
 
 Singvogeldose von Bontems
 
 Singvogeldose von Bontems
 
 
  Eine Vogel-Dose deutscher Herkunft in geöffnetem Zustand und in Funktion.   Klick hier
 
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige SingvogeldoseEinblicke in eine restaurierungsbedürftige SingvogeldoseEinblicke in eine restaurierungsbedürftige SingvogeldoseEinblicke in eine restaurierungsbedürftige SingvogeldoseEinblicke in eine restaurierungsbedürftige SingvogeldoseEinblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
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Vogelautomat
mit zwei echten Vögeln
Bontems / Paris
um 1900
 Beide Vögel zwitschern abwechselnd
nacheinander kontinuierlich oder im Intervall.
Jeweils mit einer kurzen Pause.
Eine sehr echte mechanische Tonerzeugung........
 
 
 
 
 
Viele weitere Fotos und Informationen
zu Bontems gibt es hier   
 
 
 
 
 
Natürlich kam man auch auf den Einfall Geld mit diesen netten Spielereien zu verdienen.
 
Also baute man Singvogelautomaten mit einem Münzeinwurf, wie diese Beispiele sehr schön zeigen.
Singvogelkaefig mit Münzeinwurf
Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
 
 Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
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Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Vögel in den Käfig-Automaten immer echte, präparierte Vögel waren. Das ist aber nicht der Fall.
 
 
 
Gerade die vielen kleineren Vogelkäfige aus der zweiten Hälfte d. 20. Jahrh. waren mit kleinen niedlichen, aber künstlich hergestellten Vögeln ausgestattet. Häufig bestand das Federkleid aber aus echten Vogelfedern, wie beim Hersteller Griesbaum.
 
Kleiner Vogelautomat mit künstlichem Vogel - 20. Jahrh.
 
 
 
 
 Kleiner Vogelautomat mit künstlichem Vogel - 20. Jahrh.
Griesbaum
oder
Hersteller MMM
aus Rüdesheim
2 echte präparierte Vögel eines Bontems Automaten
 
Zwei echte präparierte
Vögel eines Bontems Singvogelautomaten
im Detail.
 
 
Franz. Vogelautomat um 1880
 
Beispiel eines französischen Vogelautomaten
um 1880 mit UHR
im Korpus.
Franz. Vogelautomat um 1850 Vermutl. Bontems Singvogelautomat 
 
Sehr ansprechender und wertvoller französischer Singvogelautomat mit
drei echten Vögeln.
Um 1850 hergestellt.
Unterteil, vergoldetes Holz.
Vermutlich Bontems/ Paris
 
 
 
Für weitere Infos zu diesem Automat hier klicken
 
 
Vogelautomat
mit vier echten Kolibris
 
Deutsch 20. Jahrh.
 
Eine Neuerschaffung aus alten originalen Komponenten
versch. Hersteller. Die gesamte Vogelmechanik stammt
von der Firma Karl Griesbaum 50´iger Jahre, 20. Jh.
 
4 echte präparierte Kolibris auf einem Baum
sitzend. Der untere Kolibri öffnet beim Zwitschern
den Schnabel und wackelt mit dem Schwanz.
Baum aus Holz, Bätter und.....
 
Viele weitere Fotos und Infos gibt es hier   
 
 
 
 
 
 
19. und 20. Jahrhundert - Deutschland und Schweiz -
 
Emilian Wehrle gründte 1860 seine Firma. Er stellte hochwertige Trompeter- Uhren, Kuckucks- Uhren sowie Singvögel mit mechanischer Steuerung her.
Emilian Wehrle wurde 1832 in Schönenbach geboren, die Unternehmensgründung war 1860,
er starb 1896. Sein Sohn Julian Wehrle übernahm 1896 das geschäft. Er starb 1927.
 
In dieser Zeit wurden neben den schon genannten Kuckucks- und Trompeteruhren von außergewöhnlicher Schönheit - ausgestattet mit Bewegungsautomaten und prächtigem Schnitzwerk - auch immer wieder Käfige mit mechanischen Singvögeln hergestellt.
 
 
C.K. Lamy & Co wurde 1864 in Furtwangen im Schwarzwald gegründet.
Carl Konstantin Lamy wurde in Basel geboren. Seine Familie stammte aus Frankreich.
Nach einem Aufenthalt in England wurde er im Jahre 1850 Dozent an der ältesten deutschen Fachschule für Uhrmacherkunst in Furtwangen.
1864 gründete Lamy sein erstes eigenes Unternehmen zur Herstellung selbstspielender Musikautomaten, darunter auch mechanischer Singvögel und Singvogeldosen.
Gekennzeichnet vermutlich mit dem Zeichen L + C Darunter mit dem Buchstaben F (!)
Vermutlich also -> Lamy & Co Furtwangen (?)
 
Das folgende Foto zeigt den Aufbau eines Lamy Singvogelwerkes.
Deutlich zu sehen die Einkolbenpfeife und der kleine Blasebalg inkl. Überblasventil.
 
 
 Karl Griesbaum. 1905-1988
Fertigungsbeginn 1905 in Triberg/Schwarzwald. Griesbaum ist wohl der bekannteste deutsche Herstellers von Singvogelkäfig-Automaten und kleinen Singvogeldosen.
 
 
Weitergehende Infos und viele Fotos zu Griesbaum
 
 Zur Griesbaum Seite
 
Mechanische Feinwerkstätte Griesbaum.
1946 Übernahme durch die Karl Griesbaum KG.
 
Griesbaum hat eine große Anzahl von Vogelautomaten, Singvogelkäfige mit künstlichen Vögeln in Käfigen, aber auch kleinere Vogeldosen hergestellt.
 
Sehr viele - auch bei Ebay - gehandelte Vogelkäfig-Automaten zeugen von der großen Anzahl hergestellter Griesbaum-Produkte. Sie haben noch heute eine recht ordentliche Qualität, wenn sie pfleglich behandelt wurden.
Reparaturen sind natürlich möglich, bei komplizierten Ausfällen überschätzen sich die meisten "Bastler" allerdings ganz gewaltig.
Kleiner Griesbaum Vogel-Automat - 2. Hälfte 20. Jahrh.
 
Griesbaum Automat
50´iger J. 20. Jh.
Original-Ton  
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E s c h l e
 
Auch die Firma Eschle (Vater) stellte Vogelautomaten her.
1922-1928 Produktion in Triberg/Schwarzwald.
Es folgte eine Pause von 22 Jahren.
 
Erst 1950 begannen seine beiden Söhne
Robert und Otto Eschle
wieder mit der Herstellung von mechanischen Singvogelkäfigen und Singvogeldosen in Triberg
im Schwarzwald.
 
1977 Übernahme durch Fa. REUGE in Ste-Croix.
 
Weitergehende Infos zu Eschle  
 
 

 

 
Eschle Vogelautomat
60´ iger Jahre
vogelautomat vermutlich Firma Eschle
 
Eschle Vogelautomat
ab 1950´ iger Jahre
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Vogelautomat vermutlich Firma Eschle
Eschle Vogelautomat ab 1950´ iger Jahre
     
     
    MMM GmbH Mechanische Musikwerke Manufaktur
    65385 Rüdesheim am Rhein, Rheinalle 7+8
     
    Da die MMM nach 1988 die Fertigungsanlagen für Singvogelkäfige
    der ehemaligen Fa. Griesbaum erworben hatte, werden hier seit 1991 eigene Singvogelkäfige und Singvogeldosen in
    Handarbeit mit dem Logo der MMM hergestellt.
    Video ansehen
     
    In Deutschland ist die MMM daher der einzige Hersteller dieser mechanischen Wunderwerke.
     
     
    MMM Singvogelkäfig
    Singvogel-Automat
    zwei Vögel in einem
    vergoldeten Käfig.
     MMM / Rüdesheim a. Rhein.
    26 cm H - 16 cm Durchm.
    Beide Vögel bewegen
    Schnabel und Schwanz,
    einer dreht
    zusätzlich den Kopf.
    Ausführung und Zwitschern
    wie bei Griesbaum (!)
     
     
    MMM Kaefig.JPG
    MMM Käfig Vogelautomat
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    MMM Kaefig 2.jpg
    MMM Käfig Vogelautomat
     
     
     
    Wie man mechanische Singvögel herstellt
    How Its Made - Mechanical Singing Birds
    YouTube Video
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    Reuge SA Gründung 1865 durch Charles Reuge - Herstellung u.a. von Spieldosen
    Rue des Rasses 26, 1450 Sainte-Croix, Schweiz.
     
    1960 übernahm Reuge die berühmte Firma Bontems in Paris mit eigener Herstellung mechanischer Singvögel in der Tradition von Bontems. Die Firma Reuge übernahm also sämtliche Rechte sowie die gesamte Produktion der Firma Ch. Bontems & Co.
     
    Der damalige Atelierchef Herr Roger Borie wurde von Herrn Guido Reuge nach St. Croix geholt, wo er unter der direkten Leitung von Herrn Reuge die Fabrikation aufbaute und weiterführte.
     
    1977 übernimmt Reuge auch die Fa. Eschle - Herstellung mechanischer Singvogeldosen
    und Vogelkäfige.
     
    Weitergehende Infos zu REUGE hier --> 
     
    Reuge Korpus Detail.jpg
    Singvogelautomat Reuge
    Fahren Sie mit dem Mauszeiger über das Foto
    und Sie sehen zwei verschiedene Käfige von REUGE.
    Detail einer original REUGE Manschette.
     
    Die Manschette umschließt
    dekorativ die gesamte Mechanik
    im unteren Teil des Käfigs.
     
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 Singvogel-Automaten mit künstlichem Vogel
 1905-1988  Karl Griesbaum KG  Triberg im Schwarzwald
 
Zur Griesbaum Seite
 
 
 Griesbaum Käfig
 Griesbaum Singvogelkäfig
Griesbaum Singvogelkäfig
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Fotos
 
Drei verschiedene Griesbaum Singvogelkäfige in einem Video
 
Video ansehen. 3 verschiedene Giesbaum Singvogelautomaten 
 
 
 
 
Georg Köhler
 
Der Vollständigkeit halber soll hier noch erwähnt werden, dass mechanische Vögel auch aus lithographiertem Blech gefertigt wurden.
 
BR Kunst & Krempel -> 
 
 
Bekannt und beliebt unter Sammlern ist die Firma Spiel- und Metallwarenfabrik Georg Köhler (GKN) aus Nürnberg. (1932-1997)
 
Hier wurde Blechspielzeug, u.a. auch mechanische Vögel mit Federzugwerk zum Aufziehen gefertigt.
 
Auch Vögel mit Häusern, sowie Vögel in Käfigen wurden von Köhler hergestellt.
 
 
 
Koehler_Georg_Vogel.jpg
 
Mechanischer Blechvogel
Firma Georg Köhler ca. 1956
Zum Vergrößern die Bilder anklicken
 
Koehler_Georg_Vogel.2.jpg
 
Auch hier gab es eine mechanische
Stimmerzeugung in einfachsterer Ausführung.
Hier ein seltenes Foto vom Innenleben eines Köhler Singvogelkäfigs, welches die
Stimmerzeugung gut erklären kann.
    
Logo / Kennzeichnung
 
 
 
 
 
Wie funktionieren diese Singvogelautomaten eigentlich?
 
Das Werk eines mechanischen Singvogels hat zwei Funktionen.
Zunächst muß das Vogelgezwitscher erzeugt werden und es muß darüber hinaus der künstliche Vogel so bewegt werden, daß er möglichst lebensecht wirkt.
 
Das mechanische Ur-Prinzip der Singvogel Automaten ist seit 1752 fast unverändert.
Egal ob kleine Singvogel (Tabak-) Dose, oder großer Singvogel-Käfig Automat.
 
Der Kraftantrieb erfolgt grundsätzlich mittels einer Aufzugfeder welche normalerweise in einem Federhaus untergebracht ist.
 
Bei den großen Singvogel Käfigautomaten sind diese extrem stark und kräftig ausgebildet um der vielfachen mechanischen Reibung - hervorgerufen durch diverse anzutreibende Komponenten - genügend Kraft gegenüberzustellen.
 
Eine Blasebalg presst Luft in eine Druckkammer. Von dort wird die Luft in eine Pfeife geleitet, in deren Innern sich ein Kolben befindet.
 
Der Blasebalg arbeitet wie in anderen pneumatischen Instrumenten.
Mit einem Schöpfer wird über ein Ventil Luft von außen angesaugt und in einem nächsten Arbeitsgang einem Magazin zugeführt.
 
Dieses Magazin verfügt über ein kleines Überdruckventil, um zu verhindern, daß zuviel Luft (der Fachmann spricht von Wind) im Magazin entsteht, so daß das Magazin platzen würde.
 
Bontems Automat um 1900 - 29.jpg
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Durch eine kleine winzige Windlade wird dieser Wind einer einzigen Pfeife zugeführt.
 
Diese Pfeife erzeugt Töne unterschiedlicher Tonhöhe dadurch, daß sich in ihrem Hohlraum ein Kolben auf und nieder bewegt. Befindet sich der Kolben am äußeren Ende der Pfeife, so ist der Ton tiefer und umgekehrt klingt er höher.
 
Gesteuert wird das Auf und Ab des Kolbens durch eine Kurven-Scheibe auf der ein sog. Abreißer die Höhen der Kolbeneinstellungen abtastet.
 
 
 
 
Am Ende dieses Videos (6,5 Minuten) kann man die Mechanik
eines Bontems Vogelautomaten in Funktion beobachten.
 
Bontems Automat um 1900 - 18.JPG 
 
 
Gleichzeitig wird über eine zweite Steuerungsscheibe der Stecher für die Ventillade gesteuert.
Wie bei einer Holzwalzendrehorgel muß auch hier durch einen Stecher das Ventil geöffnet werden, um den Wind in die Pfeife zu pressen.
Diese beiden Scheiben sind mit großer Exaktheit aufeinander abgestimmt, da es anderenfalls zu einem Verschmieren der Töne kommt.
Die Luftöffnung funktioniert nur dann, wenn sich der Kolben an ganz bestimmten Stellen befindet, welche mit den entsprechend gewählten Noten übereinstimmen.
 
Bontems Automat um 1900 - 19.JPG
Die Bewegung der Hebel wird von dünnen Metallstäben,
die durch Röhren gleiten, auf Schnabel und Schwanz des Vogels übertragen, die sich bewegen, wenn der Vogel pfeift.
 
Über eine sehr sinnvolle Mechanik werden die Vögel durch kleine Exzenterscheiben bewegt. Es öffnet sich der Schnabel während der Pfeifton entsteht und der Vogel
dreht sich um seine Achse und schlägt aufgeregt mit seinem Gefieder.
Es gibt noch mechanische Singvögel, die außerdem den Kopf oder die Augen verdrehen. In größeren Werken (Bewegungsautomaten) springen die Vögel in einem Baum sogar von Ast zu Ast und drehen sich dabei.
Hier handelt es sich also um feinste Feinwerktechnik, welche nicht in Massenproduktion angeboten wurde.
 
 
 
 
 
Nach der vielen Theorie folgen zwei
schematische Abbildungen in welchen ich die
Mechanische Funktionsweise noch einmal darstelle
Schematische Darstellung Funktionsweise Mechanischer Singvogel
 
    - Schematische Darstellung eines Mechanischen Singvogels -
    Funktionsweise der Kolbenpfeife eines Vogeautomaten
    Funktionsweise der Kolbenpfeife
     
    Durch Federwerkantrieb dreht sich die Welle a.
     
    Sie treibt den Balg b an, der die Luft für die Pfeife liefert.
     
    Die Luft gelangt wie dargestellt, in die Öffnung c der Pfeife d und verlässt die Pfeife über die
    Öffnung e.
     
    Die Tonhöhe steuert der Kolben f der über die Kurvenscheibe g in seiner Stellung verändert wird.
     
    Die Kurvenscheibe wird ebenfalls über die Welle a angetrieben.
     
    Außer der Kurvenscheibe gibt es auf der Welle a weiterhin eine Zackenscheibe h,
    die über die Stange i und die Ventilklappe k die Luftzufuhr zur Pfeife steuert.
     
    Auf diese Weise wird die Vogelstimme zeitweise unterbrochen, die schärferen Anlaute hervorgebracht und damit auch das Zwitschern nachgeahmt. Die kleinste Kolbenpfeife hat einen Durchmesser von 6.5 mm und konnte zwischen d4 und d5 tönen.
     
     
       Weitere interessante Fotos vom "Innenleben" und eine
    weitere Funktionsbeschreibung klassischer Vogelautomaten
    finden Sie auf meiner Seite zum Hersteller Bontems aus Paris       
     
     
     
 
 
Einer der bedeutendsten Schweizer
Uhren- und Automatenbauer war
Pierre Jaquet-Droz
 
* 28. Juli 1721
La Chaux-de-Fonds (Schweiz)
† 28. November 1790
Biel (Schweiz)
 
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Er entwickelte und fertigte neben seinen komplizierten Uhren u.a. auch Singvogeluhren, Tabakdosen mit Singvögeln sowie 1773 die drei weltberühmten animierten Androiden. Zeichner, Schreiber und Klavierspielerin.
 
1721
Pierre Jaquet Droz wird 1721 auf dem kleinen Bauernhof Sur le Pont in La Chaux-de-Fonds geboren. Über die Vorfahren seiner Familie, die Brandt-di-Grieurins, die Sandoz und die Roberts, beginnt er sich ernsthaft für die Uhrmacherkunst und die Präzisionsmechanik zu interessieren.
Eine wahre Offenbarung für ihn, wie sich herausstellen sollte.
 
1738 DAS ERSTE ATELIER
Von 1738 bis 1747 widmet sich Pierre Jaquet Droz voll und ganz den Arbeiten der Uhrmacherei. Er realisiert eine vollständige Serie von Standuhren, deren immer fortschrittlichere Uhrwerke bereits allen bis dahin gefertigten Werken überlegen sind.
Seine handwerkliche Geschicklichkeit, seine große Sorgfalt und seine Gewissenhaftigkeit gepaart mit einer von den Prinzipien der Mechanik durchdachten Umsetzung spornen ihn dazu an, seine Uhrwerke mit Musik und Automaten zu verzieren. Schnell erregen diese die Aufmerksamkeit wohlhabender und anspruchsvoller Kunden.
 
1758 Reise nach Spanien
Fest im Berufsleben verankert heiratet Pierre Jaquet Droz im Jahr 1750 Marianne Sandoz. Kurz nach der Geburt seiner ersten zwei Kinder – Julie im Jahr 1751 und Henry-Louis im Jahr 1752 –, verliert Pierre Jaquet Droz seine Frau und anschließend seine Tochter im Jahr 1755.
Er geht nie wieder eine Ehe ein und widmet sich von nun an voll und ganz seiner Tätigkeit als Uhrmacher.
 
Eines Tages ändert eine Begegnung sein ganzes Leben und ebnet den Weg für seine internationale Karriere.
Er trifft auf Lord Marischal, den Gouverneur des Fürstentums von Neuchâtel, der ihm rät, seine Werke im Ausland und vor allem in Spanien bekannt zu machen, wo er ihm mit seinen Beziehungen zu einer Einführung bei Hof verhelfen kann.
Zusammen mit seinem Schwiegervater und einem jungen Arbeiter namens Jaques Gevril macht sich Pierre Jaquet Droz also ans Werk, um einen speziellen Karren zum Transport von sechs Pendeluhren zu bauen und im Jahr 1758 die Reise anzutreten.
 
1773 Die Automaten
Nach seiner Rückkehr nach La Chaux-de-Fonds im Jahr 1759 ermöglicht die aus Spanien mitgebrachte große Geldsumme es Pierre Jaquet Droz, sich vollständig der Fertigung seiner Uhren, Pendeluhren und berühmten Automaten zu widmen.
Zusammen  mit seinem Sohn Henry-Louis und dem Nachbarssohn Jean-Frédéric Leschot, den er nach dem Tod von dessen Mutter aufnimmt
und als seinen Adoptivsohn betrachtet, macht er sich also an die Arbeit. Dies ist der Beginn einer engen und erfolgreichen Vereinigung.
 
1774 London und China
Im Jahr 1774 entschließt sich Pierre Jaquet Droz, ein Atelier in London zu errichten, der Industrie- und Handelsstadt schlechthin. Die Geschäftsleitung vertraut er seinem Sohn Henry-Louis an.
Henry-Louis hat mit seinen Reisen jedoch so viel zu tun, dass er einen Teil der Verantwortung abgibt und die Leitung des Londoner Ateliers an Jean-Frédéric Leschot überträgt.
 
Dieser ist um gute Beziehungen zum Hause Cox bemüht, dessen Angestellte in der chinesischen Stadt Kanton den Zugang zum fernöstlichen Markt ermöglichen und für viele Jahre die Vertretung von Jaquet Droz in China, Indien und Japan übernehmen.
In der Tat zählen die Meisterwerke von Jaquet Droz im 18. Jahrhundert zu den begehrten Sammlerstücken des chinesischen Kaiserhofs. Sowohl der Kaiser höchstpersönlich als auch die hochrangigen Beamten seines Hofstaates zeigen sich von diesen Meisterwerken der Uhrmacherkunst begeistert. Qianlong, der legendäre Kaiser der Qing-Dynastie, zeigt großes Interesse an den mechanischen Armbanduhren und Automaten aus dem fernen Europa.
 
1784 GENF
Die Handelstätigkeit der Jaquet Droz im 18. Jahrhundert Zehn Jahre lang setzt das Unternehmen seine Ausweitung fort. In der ganzen Welt und vor allem in China verkauft es Uhren, Pendeluhren und singende Vögel.
Doch das raue Klima in La Chaux-de-Fonds und der Nebel Londons schwächen die ohnehin schlechte Gesundheit von Henry-Louis.
 
Im Jahr 1784 lässt er sich schließlich in Genf nieder, wo er das künstlerische und literarische Leben sehr schätzt. Schon bald folgt ihm Jean-Frédéric Leschot und zusammen beschließen sie – ein Jahr vor Vacheron Constantin –, die erste richtige Uhrenmanufaktur der Stadt zu gründen und gleichzeitig die Fertigung von Zeitmessern mit großen Komplikationen in diese zu integrieren.
 
Das Talent und Interesse, welches Henry-Louis Jaquet Droz und Jean-Frédéric Leschot in das Genfer Gemeinwesen einbringen, treffen sehr schnell auf Anerkennung. Die Stadt Genf verleiht ihnen das Ehrenbürgerrecht und bezieht sie in ihre Aktivitäten mit ein. Jaquet Droz wird von der neu errichteten Société des Arts aufgenommen und arbeitet aktiv an der Entwicklung des technischen Unterrichts mit.
 
Er trägt außerdem zur Errichtung einer Schulfabrik für Kadraturen von Uhren mit Minutenrepetition in dieser Stadt bei und entwickelt zahlreiche Projekte, die sowohl die Uhrmachertechnik an sich als auch die Berufe um die Uhrmacherkunst herum betreffen.
Pierre Jaquet Droz zieht in das Haus des Uhrmachers Dental an der Ecke der Straßen Rue Molard und Rue du Rhône ein, wo sich bereits die Werkstätten und die Wohnung seines Sohnes befinden.
 
1788 Der Aufstieg der Jaquet Droz
Ab 1784 stehen Pierre und Henry-Louis Jaquet Droz an der Spitze von drei gewinnbringenden Produktionszentren. Einem in La Chaux-de-Fonds, dem zweiten in London und dem dritten für kleine Produktionsvolumen in Genf.
 
Seit seiner Niederlassung in Genf spezialisiert sich das Unternehmen Jaquet Droz & Leschot auf die Herstellung und den Export von Luxusuhren, Automatenuhren, Musikuhren sowie Uhren mit anderen Komplikationen und entwickelt die Herstellung der singenden Vögel weiter. Mit dem Verkauf sind hauptsächlich Vertreter in Frankreich und vor allem in London sowie Kanton beschäftigt.
 
Im Jahr 1788 erreicht das Haus Jaquet Droz den Höhepunkt seiner Entwicklung. Der Wohlstand der Familie Jaquet Droz und Leschot ist dennoch von kurzer Dauer.
Im Jahr 1790 werden die Raten ihres wichtigsten Korrespondenten in China nicht mehr bezahlt und der Bankrott ihres wichtigsten Kunden in London führt sie schließlich ins Defizit. Sie sind gezwungen, die Vereinigung mit Henry Maillardet aufzulösen.