Singvogel-Automaten
Birdboxes - Birdcages    Singing bird automaton music boxes
Weitere Infos auch auf folgenden Seiten:
 
square30_yellow.gif  Vogelautomat mit Blütenbaum und Uhr. Hersteller Phalibois/ Paris um 1860
square30_yellow.gif  Vogelautomat mit 2 Vögeln. Hersteller Bontems/ Paris um 1900
square30_yellow.gif  Vogelautomat mit 4 echten Kolibris 19. / 20. Jahrhundert
square30_yellow.gif  Vogelautomaten Griesbaum u. Eschle Triberg/Schwarzwald 2. Hälfte 20. Jahrh.
square30_yellow.gif  Die Chinesische Nachtigall - Ein Märchen von Hans-Christian Andersen
square30_yellow.gif  Vogelautomaten in Wort und Bild verschiedener Hersteller
square30_yellow.gif Singvogelautomaten - Nachbauten - Fälschungen - Plagiate - Aus heutiger Zeit
Auf 7 Seiten finden Sie hier viele Informationen zu mechanischen Singvogelautomaten

 

 
Mechanische Singvögel
 
     Auf diesen Seiten finden Sie
- absolut einmalig im www -
wertvolle Informationen und viele Fotos zur Geschichte
und Funktionsweise der mechanischen Singvogel-Automaten.
 
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CHRONOLOGIE DER SINGVOGEL-AUTOMATEN
- Weitergehende Infos auf dieser, und weiteren Seiten -
 
 
18. Jahrhundert
 
Den ersten singenden Vogel soll Pierre Jaquet-Droz (1721-1790) in
der Schweiz um 1752 in eine goldenen Tabatiere eingebaut haben.
Hervorragender Uhrmacher, Automatenbauer. Extrem vielseitig.
Sein Sohn Henri-Louis Jaquet-Droz (1752-1791) fertigte ebenfalls erstklassige Singvogel-Automaten.
 
Vater Breguiere - 1750 geboren - aus Genf, fertigt erstklassige Singvogel-Automaten in Tabatiéren.
Desgleichen seine Söhne Charles Breguiere und Jaques Breguiere, dessen Fertigung bis 1886 bestand.
 
Bruguier du Grand Pre - Genf (Nicht identisch mit Fa. Breguiere)
 
1753 - 1812 Jacob Frisard (de Villeret) in Genf. Mitarbeiter von Jaquet-Droz - Uhren, Automaten, Singvogelkäfige- u. Dosen.
 
Jean David und August David - einstige Mitarbeitern von Jaquet-Droz
fertigen Vogelautomaten Ende 18. Jahrh.
 
 
19. Jahrhundert
 
Pierre Rochat Ab 1815 Übersiedlung mit seinen Söhnen Ami Napoléon Rochat und Louis Rochat nach Genf. Fertigung erstklassiger Spieldosen, Singvogeldosen, Singvogelkäfige und vieler anderer Spielereien.
 
Lami in Genf (1810 - 1902)
 
Jean David Maillardet (1768-1834)  Auguste Maillardet
 
Le Roy / Le Roi(x) von Paris. Zweite Hälfte 19. Jahrh.
 
Blaise Bontems ab 1849 Fertigung hervorragender Singvogel-Automaten in Paris.
 
Seine Nachfolger waren Charles Bontems und Lucien Bontems.
Fertigung bis 1960 dann Übernahme durch Fa. Reuge - Ste-Croix /Schweiz.
 
 
19. und 20. Jahrhundert - Deutschland / Schweiz
 
C.K. Lamy & Co (Karl u. Konstantin) Gründung 1864 in Furtwangen.
 
Emilian Wehrle - Gründung 1860 - Kuckuck u. Trompeteruhren, Singvogelautomaten. 1896 übernahme durch seinen Sohn Julian Wehrle. Gestorben 1927.
 
Eschle (Vater) Produktionsbeginn 1922 in Triberg/Schwarzwald. Produktionsende bereits 1928.
Otto u. Robert Eschle (Söhne) 1950 Wiederaufnahme der Singvogel-Automaten Produktion in Triberg. 1977 Übernahme durch Fa. Reuge - Ste-Croix /Schweiz.
 
Karl Griesbaum - Fertigungsbeginn 1905 in Triberg. Mechanische Feinwerkstätte Griesbaum. 1946 Übernahme durch Karl Griesbaum K.G.
Die Fa. Griesbaum bestand bis Mitte der 80´ger Jahre des 20. Jahrh. in
Triberg /Schwarzwald.
Danach Übernahme der gesamten Fertigung durch MMM - Mechanische Musikwerke Manufaktur in Rüdesheim am Rhein.
 
MMM-Mechanische Musikwerke Manufaktur. 65385 Rüdesheim am Rhein, Rheinalle 8
Da die MMM in den 80´ger Jahren die gesamte Fertigung der Singvogelkäfige und Singvogeldosen von Griesbaum gekauft hatte, wird seit 1991 die Fertigung von Singvogelkäfigen in der Tradition von Griesbaum hier weitergeführt.
 
Reuge SA - Rue des Rasses 26, 1450 Sainte-Croix, Schweiz.
Gründung 1865 durch Charles Reuge - Spieldosen.
1960 übernahme der berühmten Fa. Bontems in Paris mit Herstellung mechanischer Singvögel in der Tradition von Bontemps.
1977 Übernahme der Fa. Eschle - Herstellung mechanischr Singvogeldosen und Vogelkäfige.
 
 
Wie funktionieren die Singvogel Automaten eigentlich?
 
 
So fing alles an...........
 
Nach ungesicherten Quellen soll bereits Konfuzius um das Jahr 500 v. Chr. in seinem Werk "Die chinesische Nachtigall" Angaben über mechanische Singvögel gemacht haben.
Unter dem chinesischen Kaiser Schi Huang ti (Qín Shihuángdì) wurden die Konfuzius und seinen Anhängern zugeschriebenen Werke und Schriften 221 v. Chr. verbrannt. Sollte das zutreffen, so müßte bereits um 500 v. Chr. in China ein mechanischer Singvogel existiert haben, denn Konfuzius lebte in der Zeit von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.
 
Weiterhin berichtet Philon (der Ältere), dass man sich am Hofe von Byzanz um das Jahr 200 v. Chr. mit mechanischen Singvögeln befasste. Man erzählte von einem Pfauenschrei der durch ein mechanisches Werk erzeugt wurde.
Danach gab es eine Reihe weiterer Erwähnungen mechanischer Singvögel.
 
Um das Jahr 1620 wurden Singvogelmechanismen von Salomon de Caus
auf Bildern wiedergegeben.
Zur Nachahmung des Vogelgesangs bediente man sich bis ins 18. Jahrhundert vorwiegend einiger kleiner Lippenpfeifen, die an ein Orgelautomatophon angeschlossen wurden. So wie es schon im 17. Jahrhundert Athanasius Kircher, Salomon de Caus und andere vorgeschlagen hatten.
 
Die weitere Entwicklung verlief in zwei Richtungen.
Die eine strebte nach einer Vermehrung der Pfeifen und mündete im Typ der sogenannten Vogelorgel. Die sogenannten Serinetten, enthielten kleine Metallpfeifen die von einer bestifteten Walze gespielt wurden. Sie dienten dazu, Kanarienvögeln bekannte Schlager und andere Melodien beizubringen.
 
Die andere Richtung versuchte den Vogelgesang so getreu wie möglich nachzuahmen und fügte zur Vervollkommnung der Illusion bewegliche, flügelschlagende, den Schnabel und Schwanz bewegende Vögel hinzu.
Serinette (Vogelorgel)
Serinette (Vogelorgel)
 
 
Erst mal Grundsätzliches....
 
Man unterscheidet im wesentlichen vier Arten mechanischer Singvögel.
 
1. Zunächst den reinen Stimmenimitator, wie er beispielsweise in Automaten verwendet wird. Auf Kirmesveranstaltungen findet man manchmal noch sogenannte
Eier Automaten.
Nach Einwurf eines Geldstückes ertönt das meist elektronisch erzeugte Gegackere eines Huhnes und es wird ein Kunststoff-Ei ausgeworfen, in welchem sich Süßigkeiten für Kinder befinden. Solche Automaten wurden
Automat als Stimmenimitator
auch schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt, wobei das Hühnergegackere bzw. das Krähen eines Hahnes durch einen Balgautomaten erzeugt wurde. Der Antrieb erfolgte über Gewicht oder Federwerk.
2. Der mechanische Singvogelkäfig mit echten
präparierten und später auch künstlich hergestellten
Vögeln. Hier befinden sich im Käfig ein oder mehrere
Vögel. Sie singen oder sie führen „Gespräche". Die
Auslösung durch ein Hebelwerk. Der Antrieb erfolgt durch
ein starkes mechanisches Federwerk.
Mechanischer Singvogelkäfig
 
3. Die Singvogeldose. Eine kleine
Schatulle in der Größe von etwa
120x40x30 mm, aus der nach Betätigung
eines Hebels ein winzig kleines Vögelchen hervorkommt. Diese Schatullen, Tabatièren, Schnupftabakdosen
sind oftmals aus wertvollen Edelmetallen hergestellt.
Singvogeldose
Häufig auch mit Perlen oder Miniaturmalerei auf Porzellan verziert. Auch kann
sich ein solches Werk in einem Gebrauchsgegenstand, etwa einem Nähkasten
oder in einer Schnupftabakdose befinden.
4. Der Bewegungsautomat. Hier ist der Vogel in
eine Landschaft gestellt, die durch eine große
Glaskuppel vor Schmutz und Berührung geschützt sein kann. Auch hier können mehrere Vögel untergebracht sein, z. B.
auf einem Baum oder trinkend an einem See. Einige hüpfen oft von Ast zu Ast und zwitschern dabei.
Bewegungsautomat mit Vögeln
 
 
          
 

 

Wie ging es weiter....?
 
Athanasius Kircher (1601-1680) hat sich in besonderem Einfallsreichtum solchen mechanischen Wunderwerken gewidmet. Von ihm ist ein sogenanntes automatisches Orgelwerk, das Tierstimmen sowie Vogelgesang wiedergibt, bekannt. In diesem Werk werden der Bewegungsablauf eines Kuckucks und eines Hahnes gesteuert und gleichzeitig wird über mehrere Pfeifen der Klang nachgeahmt.
 
 
18. Jahrhundert
 
Robert Robin (1742-1799) in Paris fertigte für Marie Antoinette einen singenden Kanarienvogel an, der sich in einem mit Uhr kombinierten reich geschmückten vergoldeten Vogelkäfig befand. Das Steuerungssystem geht geht voraussichtlich auf Athanasius Kircher zurück, der zur Steuerung des Vogelgesangs mehrere Pfeifen und eine Walze verwendete.
Der Vogel schmetterte jede Stunde eine der drei Variationen des Kanariengesangs. Außerdem ließ er sich jederzeit hören, wenn man einen kleinen Knopf betätigte. Bei diesem Automaten wurden die Töne durch kleine Metallpfeifen erzeugt.
 
Den ersten singenden Vogel dieser Art soll
Pierre Jaquet-Droz (1721-1788) aus Neuchatel in
der Schweiz um 1752 angefertigt haben.
 
Er war in einer goldenen Tabatiére (Schnupftabakdose) untergebracht von der Grösse eines Kolibris.
"Beim Öffnen sprang ein Vogel - nicht größer als 15 mm - heraus und sang".
 
Es ist nicht bekannt, ob ein derartig miniaturisiertes Wunderwerk schon vorher gefertigt wurde.
 
Pierre Jaquet-Droz gilt daher eigentlich als der Ur-Vater
mechanischer Singvögel. Video ansehen
Pierre Jaquet-Droz
Pierre Jaquet-Droz
1721-1788
Pierre Jaquet-Droz stammte aus einer Uhrmacherfamilie. So stellte er bald vielfältige Uhren, Automaten und Androiden her, welche mit komplizierten Spielwerken, u. a.
auch Kolibris, die sich aufrichteten und sangen, versehen waren. Er arbeitete mit
vielen talentierten Mechanikern zusammen, die ihrerseits später eigene berühmte Firmen für mechanische (Vogel-) Automaten gründeten. 
 
Jaquet-Droz zugeschrieben - Mandoline
Jaquet-Droz zugeschrieben - Tabakdose
Jaquet-Droz zugeschrieben
Mandoline
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Jaquet-Droz zugeschrieben
Schnupftabakdose
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Video ansehen
Zwar hat in dieser Zeit schon der berühmte französische Ingenieur und Erfinder
Jacques de Vaucanson (1709-1782) Automaten und Androiden hergestellt - u. a.
auch eine Ente, die unter Geschnatter Futter vom Boden fraß und dieses nach einiger Zeit wieder verdaut von sich gab.
Es ist aber anzunehmen, daß Vaucanson sich mehr der Fertigung von Androiden (menschenähnlichen Automaten) widmete.
 
 
Pierre Jaquet-Droz gehörte im 18. Jahrhundert zu jenen berühmten Automatenbauern wie Vaucanson, Friedrich von Knauss, Baron von Kempelen, Abbot Mical, und Kintzing.
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Sie fertigten mechanisch animierte Androiden und mechanische Tiere. Ihr Ziel bestand nicht nur darin Leute zu amüsieren,  sondern die Wissenschaften voranzutreiben.
Nämlich mit Hilfe von Ärzten und Chirurgen, die verschiedenen künstlichen Organe naturgetreu auszuarbeiteten.
 
Jedes künstliches Wesen, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde, war im allgemeinen ein einmaliges Stück, das sich aus einer langen und mühseligen Ausarbeitung ergab.
 
Aber die Ergebnisse war beeindruckend. Zahlreiche - oft sehr komplexe Androiden - die echte Funktionen ausübten, wurden gebaut.
 
Schreibende, zeichnende, musikspielende Automaten sowie animierte Vogelautomaten.
 
Geschichte der Automaten
Die drei weltberühmten animierten Androiden
von Pierre Jaquet Droz hergestellt
und 1773 vorgestellt.
Zeichner, Schreiber und Klavierspielerin.
Je 70 cm hoch (!)
Die Automaten existieren noch
und sind zu besichtigen im:
Musée d'art et d'histoire
Esplanade Léopold-Robert 1
2001
Neuchâtel (Neuenburg)
 
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Die 3 berühmten Androiden von Pierre Jaquet Droz
 
 
Vogelautomat um 1820
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Sein Sohn - Henri-Louis Jaquet-Droz (1752-1791) - trat ebenfalls als Uhrmacher
in den Betrieb ein und fertigte lange Zeit mit seinem Vater Singvogeldosen und Singvogelkäfige.
Er widmete sich in steigendem Maße der Fertigung von Androiden, die ihn an den Hof Ludwigs XV., an den spanischen Königshof und nach England zu Georg III. führten.
Hier in England fertigte er sehr viele Singvogeldosen und Uhren mit automatischen Singvögeln, sowie eine große Anzahl Tabatiéren mit singenden Vögeln an.
 
Vogelautomat um 1780 von Jaquet-Droz
Vogelautomat um 1780
Jaquet-Droz zugeschrieben
Aus vergoldeter Bronze für den orientalischen/türkischen
Markt gefertigt.
HxBxT 50x28x28
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Diese Kunstgegenstände wurden vor allem an die Höfe von Kleinkönigen im Mittleren Osten, hauptsächlich aber auch
in den Sultanspalast nach Istanbul geliefert.
 
In Käfigen aus Messing, in künstlichen Bäumchen oder versteckt in einem aufspringenden Fach auf dem Deckel
von Tabakdosen/ Tabatiéren und Döschen sitzen die kleinen Sänger und erwachen nach dem Aufzug des Federwerks
zum Leben.
 
Sie zwitschern nicht nur fast naturgetreu, sondern bewegen auch Köpfchen und Schnabel, wippen mit dem Schwanz und schlagen mit den Flügeln aus (manchmal) echten Kolibrifedern.
 
Ihr Gezwitscher, ihre Triller und Tremolos kommen aus einer kleinen Kolbenpfeife, der durch einen Blasebalg Luft zugeführt wird.
 
Der Blasebalg wird durch das aufgezogene Federwerk betätigt.
Eine sogenannte "Kurvenscheibe" reguliert die Tonhöhe, indem sie einen Kolben in der Pfeife hin und her bewegt. Eine zweite Kurvenscheibe regelt die Luftzufuhr.
 
Vogelautomat zur Zeit des Rokoko 1730 - 1780
Vogelautomat zur Zeit des Rokoko 1730 - 1780
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Derartige Automatenuhren - die man in großzügigen
Palaisräumen an die Decke hing - waren auch im
späteren Biedermeier äußerst beliebt.
Produktionsstätten für diese Kuriositäten waren
vor allem Frankreich und die Schweiz
Vogelautomat + Flötenspielwerk + Uhr
Porzellanzifferblatt mit arabischen Ziffern an der
Unterseite des Käfigs, 2 Messingzeiger, 2 Stahlzeiger,
Flötenspielwerk mit 10 Pfeifen und 7 Melodien,
Steuerung über eine Walze.
 
Federgetrieben über Kette und Schnecke.
Automatengesteuerter mechanisch bewegter Vogel.
 
Achtseitiger Vogelkäfig. Messing durchbrochen und
fein graviert. Adelskronen, vier Porzellanbildchen,
vier bemalte Miniaturvasen mit Widderköpfen.
Krallkugelfüße. Französche Herkunft  2. Hälfte 18. Jahrh.
Tabatiéren - Schweizer und Französischer Produktion mit singenden Vögeln - galten als eine derart umwälzende Neuheit, dass Königshöfe und Adlige sie für ihre Kuriositätensammlungen bestellten.
Deshalb setzte man die singenden Vögel in luxuriös gehaltene - oft goldene - Tabatiéren (Schnupf- Tabakdosen) ein, die emailliert und mit Edelsteinen verziert waren.
 
JAQUET-DROZ Tabatiere    Video ansehen
 
 
Vermutlich 1860 - 1880 - Schweiz
Es handelte sich bei den Herstellern dieser neuen Technik um Unternehmer, welche die meisten Teile in Heimarbeit anfertigen ließen und später dann in ihrer Manufaktur zusammensetzen.
Diese hochkomplizierte Feinwerktechnik wurde anschließend in eine kleine Dose gesetzt, die dem Geschmack des Käufers möglichst entsprechen sollte.
 
Man bedenke, dass diese mechanischen Werke schon vor über 250 Jahren hergestellt wurden - ohne Nutzung der heutzutage zur Verfügung stehenden Elektromechanischen Werkzeuge und Maschinen.
 
Fotos einer Tabatiére
von Charles Brugiere
um 1840
Klick auf die Fotos
zum Vergrößern
Fotos einer Tabatiére
von Jacqes Brugiere
um 1850
Klick auf die Fotos
zum Vergrößern
Ein Zeitgenosse des Jaquet-Droz war
Charles-Abraham Breguiere (Senior) aus Genf. (1788-1862) Er erlangte große Berühmtheit in der Herstellung von miniaturisierten Singvogel Tabatiéren.

Charles-Abraham Bruguier der Jüngere (1818-1891)

Charles-Abraham Bruguier der Jüngere kam aus einer Familie von bekannten Herstellern von Singvogel-Spieldosen, deren Erfolg mit den Arbeiten seines Vaters Charles-Abraham Bruguier sen. (1788-1862) begann.

Der jüngere Charles Abraham Bruguier wurde in London geboren, da sein Vater zu dieser Zeit dort tätig war.

Er selbst ist in den Archiven der Stadt Genf von 1843 mit einer Werkstatt unter der Adresse Terreaux de Chantepoulet verzeichnet.

Später zog er um in die Rue Rousseau, in die Rue Sismondi, und schließlich in die Rue des Pâquis.

Charles-Abraham jun. stellte Singvogel-Spieldosen her, die denen seines Vaters sehr ähnlich waren. Das gilt auch für seinen Schwager Jacques Bruguier und dessen Sohn Jacques-Alexander.

Charles-Abraham Bruguier sen. war in der Lage gewesen, Singvogel Musikwerke so zu verbessern, dass sie einerseits einfacher konstruiert und damit besser herzustellen waren, und sich andererseits die Dauer des gespielten Stückes verlängerte.

Diese Tabatieren waren nicht nur außergewöhnlich reich mit Edelmetallen ausgestattet, sondern sie zeichneten sich auch durch besonders ruhigen Lauf aus. Sie gehören noch heute zu den begehrtesten Sammelobjekten.
 
Bruguiere du Grand Pre - ebenfalls gebürtiger Genfer und Zeitgenosse der Bruguiers - verfertigte noch kleinere Tabatieren als Vater Bruguier.
Daher waren diese noch weit höher geschätzt.
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
 
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Tabatiére von Charles Brugiere um 1840
Tabatiére von Jacques Brugiere um 1850
Das 18. und beginnende 19. Jahrhundert
war besonders aufgeschlossen für technische und künstlerische Spielereien.
Wir befinden uns in der Blütezeit der Zünfte und des Handwerks.
 
Und wie so häufig in Zeiten techischer Innovationen
und großer Nachfrage verließen tüchtige Mitarbeiter ihren Meister. Von diesem übernahmen sie Kenntnisse und Ideen, um eine eigene Produktion aufzubauen.
 
So wurden mechanische Singvögel auch von Jean David und August David - den einstigen Mitarbeitern von Jaquet-Droz - hergestellt.
Insbesondere aber auch Jacob Frisard
(de Villeret) 1753-1812 war einer der wichtigsten Handwerker von Jaquet-Droz.
 
In Turin geboren, ab 1784 in Genf. Er arbeitete anfangs intensiv mit Jean-Frederic Leschot - ebenfalls ein Künstler seines Fachs - zusammen.
 
Jacob Frisard war ein ausgesprochen begabter Handwerker der auch die Singvogel Automaten Mechanik weiterentwickelte.
Wunderschöne Singvogeldose
von Jacob Frisard
um 1800  -  5,5x8,5x2,8 cm
 
Singvogeldose von Jacob Frisard
 
Vogelkästchen in Form
eines Korbes - um 1805
von Jacob Frisard
Vogelkästchen von Jacob Frisard
19. Jahrhundert
 
Auf die Herstellung singender Vögel spezialisierte sich in der Schweiz auch die
Familie Rochat. Das Haupt der Familie war Pierre Rochat. Er wurde 1780 geboren und arbeitete anfangs auch für Jaquet-Droz.
 
1815 siedelte Pierre Rochat, aus Le Brassus stammend, mit seinen Söhnen Ami Napoléon Rochat und Louis Rochat nach Genf in die Rue de Countenance 45 über.
 
Rochat um 1820
 
Singvogelspieldose - Frères Rochat um 1820
Die Brüder Ami Napoléon Rochat und
 
Louis Rochat waren von Ihrem Vater Pierre
 
Rochat in der familieneigenen Werkstatt
 
in Chet Meillan an Brassus in der
 
Schweizer Region Vallee de Joux
 
ausgebildet worden.
Sie spezialisierten sich auf Musikspielwerke und Singvogelautomaten, die sie anfangs mit "Pierre Rochat & fils" signierten.
Später machten sich die Söhne selbständig und setzten unter der Signatur
"Rochat Frères" die erfolgreiche Tradition mit ihren berühmten Kadraturen fort.
 
Die Brüder Rochat arbeitetet wohl bis 1835 in Genf an ihren Wunderwerken der Feinmechanik. Sie wurden in höchstem Maße geschätzt und an die wichtigsten Höfe Europas verkauft.
 
Pistole mit Singvogel
Den Brüdern Rochat zugeschrieben
Mitte 19. Jahrh.
Wenn der Abzug betätigt wird,
erscheint der Vogel über der Mündung,
er beginnt zu zwitschern und bewegt
sich sehr lebendig.
Ferner sind ein Fach für Parfum,
ein Portemonnaie, ein Nähzeug und
ein Fach für Ballkarten vorhanden.
Länge ca. 17 cm
Klick auf das Foto zum Vergrößern
Pistole mit Singvogel von den Rochat´s
Ami Napoleon Rochat, der ältere der Brüder, spezialisierte sich auf Singvogel - Spieldosen in einer einmaligen Qualität.
 
Aber auch Louis Rochat tat sich hervor.
Man sagt, dass dessen Mechanismen so klein waren, dass weder vor noch nach ihm etwas ähnliches geschaffen wurde.
 
In kleine Tabatieren und Uhren setzte Louis Rochat nicht nur Vögel, sondern auch eine Spieldose ein.
 
Er erdachte auch einen Spiegel mit einer Rose, der sich langsam entfaltete, und in welchem sich dann ein Vogel zeigte.
 
Ferner Stickkästen, kleine Käfige, emaillierte und verzierte Pistolen, aus deren Laufmündung ein Kolibri auftauchte, der mit den Flügeln schlug, sein Lied trällerte und wieder verschwand.
 
Zu den Herstellern von singenden Vögeln von großer Qualität gehörte auch der Lami in Genf. (Nicht zu verwechseln mit Lamy von Paris)
Lami wurde im Jahr 1810 geboren, er starb 1902. Seine Arbeitsqualität war ausgezeichnet. Es ist manchmal schwierig seine Arbeiten zu identifizieren, da er sie nie markierte.
 
Eine andere Familie von Herstellern dieser komplizierten Singvogelautomaten waren die Maillardets. Genauer, die Brüder Maillardet.
 
Jean David Maillardet (1768-1834) und Auguste Maillardet, waren ebenfalls ehemalige Kompagnons von Jaquet-Droz.   Video ansehen
 
Jean David Maillardet war ein sehr bekannter Uhrmacher und Hersteller von Musik-
und anderen Automaten. Anfangs arbeitete er in Berlin, später in La Chaux de Fond
und Fontaines.
 
Die Goldene Ära der Automaten 1850 - 1914
 
Mit der industriellen Revolution wurden die animierten Automaten (Bewegungsautomaten) mit Figuren, Puppen oder Vögeln industriemäßig in Serie hergestellt.
 
Etwa zehn Handwerker - hauptsächlich im Pariser Marais-Stadtviertel - bauten zahlreiche Kreationen mit sicherlich bescheidneren Leistungen als ihre älteren Vorbilder aus dem
18. Jahrhundert.
 
Aber sie waren vielleicht etwas anziehender, weil sie vom Pariser Leben und von der Schauspielwelt inspiriert wurden.
Magie, Zirkus und Music-Hall etc.
 
Unter den berühmten Namen sind zu erwähnen: Théroude und Phalibois, sowie Lambert, Renou, Roullet-Decamps, Vichy und Bontemps.
Ausführliche Infos zu Phalibois mit zahlreichen Fotos hier:  
Bewegunsautomat mit Vögeln von Bontemps
Bewegunsautomat
mit springenden Vögeln
 
 Bontemps/Paris
um 1850-80
 
Für weitere Informationen und Fotos hier klicken......
 
 
Bewegungsautomat
mit vier echten Vögeln
 
Hersteller: Phalibois/ Paris um 1860 
 
Separater Aufzug per Federzugwerk.
Steuerung über 6 Nocken-Holzscheiben
mit 8 Bewegungsabläufen.
2 springende und sich drehende Kolibris
sowie 2 beweglichen Tangaren.
Tangare = Südamerik. bunt gefiederte Singvogelart.
Mit Wasserfallautomat.........
 
Viele weitere Fotos und
Infos zu diesem Automat sowie
umfangreiche Angaben zum
Hersteller Phalibois   
 
 
 
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden ausgezeichnete
mechanische Singvögel - die in Käfigen oder in Kombinationen mit einer Uhr
untergebracht waren - auch in der Pariser Werkstatt des Le Roy / Le Roi(x) hergestellt.
 
 
 1849  gründete
Blaise Bontems
seine Manufaktur für
Singvogel-Automaten in Paris
Rue de Cléry 72.
 
Ausführliche Infos zu Bontems mit
zahlreichen Fotos hier:  

Bontems Vogelautomaten Logo -  Hier klicken für Infos zu Bontems

 
 
Nachfolger war sein Sohn Charles Bontems, danach dessen Sohn Lucien Bontems, welcher 1956 starb.
Die Fa. Bontems verbesserte zu dieser Zeit die mechanischen Singvogel-Automaten von Pierre Jaquet-Droz so gut, dass seither bei der Produktion keine bedeutenden Änderungen vorgenommen werden mussten.
 
Es ist überliefert, dass Bontems das Zwitschern der Vögel möglichst genau nachzuahmen versuchte.
Video ansehen
Dazu ging Bontems in den Wald wo er die Vögel belauschte.
Er nahm eines der Instrumente mit Pfeife und Kolben mit und fand genau heraus, wo sich der Kolben in der Pfeife befinden musste, um damit die verschiedenen Noten wiederzugeben, welche die Vögel sangen.
 
Dann ging er in seine Werkstatt zurück und stellte die Nocken auf den Steuerrädern so her, dass er es ermöglichen konnte
den Gesang der Vögel mit unvorstellbarer Genauigkeit nachzuahmen.
Dazu gehörten die Stimmen von Stieglitz, Grasmücke, Fink, Drossel, Kanarienvogel und Nachtigall.
Vogelautomat von Bontems um 1875
Vogelautomat mit
zwei originalen
präparierten Vögeln
von Bontems um 1875
Klick auf die Fotos
zum Vergrößern
Vogelautomat von Bontems um 1875
 Singvogeldose von Bontems
Klick auf die Fotos
zum Vergrößern
 Singvogeldose von Bontems
In Tabakdosen, Pendulen und Vogelkäfigen wurden ein- oder
mehrere Vögel eingebaut. Ihre Bewegungen mit dem Kopf und
dem Schnabel, den Flügeln und dem Schwanz waren sehr natürlich.
Auch ihr zwitschern begeisterte das Publikum. Bontems stellte
auch Volieren mit sechs und mehr Vögeln her. Sie waren auf
einen Sockel montiert, der oft ausser dem Mechanismus noch
ein Uhrwerk mit Zifferblatt enthielt welches die Stunden
anzeigte.
 
Nach jeder Stunde begannen die Vögel zu singen. Sie saßen auf einem oder mehreren Bäumen. Manche hüpften von einem Ast zum andern oder drehten sich im Kreis.
 
Zwischen 1870 und 1900 war die Aktivität der Firma Bontems in Paris besonders lebhaft.
 
1960 wurde der traditionsreiche Singvogel-Automaten Hersteller Bontems durch die Fa. Reuge
aus  Sainte-Croix (Schweiz) übernommen.
 
Es erstaunt die Tatsache, dass der Grundmechanismus
in seiner Vollkommenheit bis heute keinerlei
Veränderung bedurfte.
 
 Singvogeldose von Bontems
 
 Singvogeldose von Bontems
 
 
Klick hier
Video --->Eine deutsche Vogeldose geöffnet und in Funktion gesetzt.....
 
Interessante Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Klick auf die Fotos zum Vergrößern
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
Einblicke in eine restaurierungsbedürftige Singvogeldose
 
 
Bontems Singvogelautomat - Für weitere Infos und Fotos hier klicken.....
 
 
Vogelautomat
mit zwei echten Vögeln
Bontems / Paris
um 1900
 Beide Vögel zwitschern abwechselnd
nacheinander kontinuierlich oder im Intervall.
Jeweils mit einer kurzen Pause.
Sehr echte mechanische Tonerzeugung........
 
 
Viele weitere Fotos und
Infos zu diesem Automat sowie
umfangreiche Angaben zum
Hersteller Bontems   
 
 
 
                            Klick auf die Fotos zum Vergrößern
Natürlich kam man auch auf den Einfall Geld mit diesen netten Spielereien zu verdienen.
 
Also baute man Singvogelautomaten mit einem Münzeinwurf, wie diese Beispiele sehr
schön zeigen.
Singvogelkaefig mit Münzeinwurf
Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
 
 Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
Singvogelkäfig mit Münzeinwurf
Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Vögel in den Käfig-Automaten immer echte, präparierte Vögel waren. Das ist nicht der Fall.
 
Gerade die vielen kleineren Vogelkäfige aus der zweiten Hälfte d. 20. Jahrh. waren mit kleinen niedlichen, aber künstlich hergestellten Vögeln ausgestattet. Häufig bestand das Federkleid aber aus echten Vogelfedern, wie beim Hersteller Griesbaum.   Siehe Fotos rechts  
Kleiner Vogelautomat mit künstlichem Vogel - 20. Jahrh.
 Kleiner Vogelautomat mit künstlichem Vogel - 20. Jahrh.
Griesbaum
oder
Hersteller MMM
aus Rüdesheim
2 echte präparierte Vögel eines Bontems Automaten
 
Zwei echte präparierte
Vögel eines Bontems Singvogelautomaten
im Detail.
 
 
Franz. Vogelautomat um 1880
 
Beispiel eines Französischen Vogelautomaten
um 1880 mit
UHR imKorpus.
Franz. Vogelautomat um 1850 Vermutl. Bontems Singvogelautomat 
Sehr ansprechender und wertvoller französischer Singvogelautomat mit
3 (!) echten Vögeln.
Um 1850 hergestellt.
Unterteil, vergoldetes Holz.
Möglicherweise Bontems/ Paris
 
Für weitere Infos zu diesem Automat hier klicken
 
Vogelautomat
mit vier echten Kolibris
 
Deutsch, 19. / 20. Jahrh.
 
Hersteller: Nicht bekannt
 
4 echte präparierte Kolibris auf einem Baum
sitzend. Der untere Kolibri öffnet beim Zwitschern
den Schnabel und wackelt mit dem Schwanz.
Baum aus Holz, Bätter und.....
 
 
 
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Infos zu diesem Automat    

 

 
 
 
19. und 20. Jahrhundert - Deutschland und Schweiz -
 
Emilian Wehrle gründte 1860 seine Firma. Er stellte hochwertige Trompeter- Uhren, Kuckucks- Uhren sowie Singvögel mit mechanischer Steuerung her.
Emilian Wehrle wurde 1832 in Schönenbach geboren, die Unternehmensgründung war 1860, er starb 1896.
Sein Sohn Julian Wehrle übernahm 1896 das geschäft. Er starb 1927.
In dieser Zeit wurden neben den schon genannten Kuckucks- und Trompeteruhren von außergewöhnlicher Schönheit - ausgestattet mit Bewegungsautomaten und prächtigem Schnitzwerk - auch immer wieder Käfige mit mechanischen Singvögeln hergestellt.
 
 
C.K. Lamy & Co wurde 1864 in Furtwangen im Schwarzwald gegründet.
Carl Konstantin Lamy wurde in Basel geboren. Seine Familie stammte aus Frankreich.
Nach einem Aufenthalt in England wurde er im Jahre 1850 Dozent an der ältesten deutschen Fachschule für Uhrmacherkunst in Furtwangen.
1864 gründete Lamy sein erstes eigenes Unternehmen zur Herstellung selbstspielender Musikautomaten, darunter auch mechanischer Singvögel und Singvogeldosen.
Vermutlich mit dem Zeichen L + C, darunter mit einem F gekennzeichnet = Lamy & Co, Furtwangen.
Das folgende Foto zeigt den Aufbau eines Lamy Singvogelwerkes.
Deutlich zu sehen die Einkolbenpfeife und der kleine Blasebalg inkl. Überblasventil.
 
 
Firma  Karl Griesbaum. 1905 Fertigungsbeginn in Triberg/Schwarzwald des sehr bekannten Herstellers von Singvogelkäfig-Automaten und kleinen  Singvogeldosen.
Weitergehende Infos zu Griesbaum hier:  
 
Mechanische Feinwerkstätte Griesbaum.
1946 Übernahme durch Karl Griesbaum K.G.
Fertigung bis in die 80´Jahre des 20. Jahrh. in
Triberg /Schwarzwald, Schonachstr. 2
 
Griesbaum hat eine große Anzahl von Vogelautomaten, Singvogelkäfige mit künstlichen Vögeln in Käfigen, aber auch kleinere Vogeldosen hergestellt.
Sehr viele - auch bei Ebay - gehandelte Vogelkäfig-Automaten zeugen von der großen Anzahl hergestellter Griesbaum-Produkte. Sie haben noch heute eine recht ordentliche Qualität, wenn sie pfleglich behandelt wurden.
 
Reparaturen sind natürlich möglich, bei komplizierten Ausfällen überschätzen sich die meisten "Bastler" allerdings ganz gewaltig.
Kleiner Griesbaum Vogel-Automat - 2. Hälfte 20. Jahrh.
 
Griesbaum Automat
50´iger J. 20. Jahrh.
Klick auf das Foto
zum Vergrößern.
Original-Ton
dieses Automaten  
 
Video 1 eines
Griesbaum Vogel-Automaten
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Auch die Firma Eschle (Vater) stellte Vogelautomaten her.
1922-1928 Produktion in Triberg/Schwarzwald.
 
1928 Produktionseinstellung wg. Absatzschwierigkeiten aus Anlass der vorherrschenden Weltwirtschaftskrise.
Es folgte eine Pause von 22 (!) Jahren.
 
Erst 1950 begannen seine beiden Söhne Robert Eschle
(geb. 1914) und Otto Eschle (geb. 1911) wieder mit der Herstellung von mechanischen Singvogelkäfigen und Singvogeldosen in Triberg im Schwarzwald.
 
Häufig gemarkt mit einem stilisierten E in welchem sich ein Vogel befindet.
Wie die Markierung genau aussieht, ist hier zu sehen:  
 
Allerdings wurden auch Eschle Singvogelautomaten ohne äußerlich erkennbare Firmenbezeichnung hergestellt.
Dann befindet sich u.U. innen eine Markierung (!)
1977 Übernahme durch Fa. REUGE in Ste-Croix.
 
Weitergehende Infos zu Eschle hier:  
 
Interessant ist, dass Vogelkäfige mit der Bezeichnung
ELPA - Made in West Germany - gefertigt wurden. Über den Hersteller und die Bezeichnung "ELPA" ist mir leider nichts bekannt. Auffällig ist, das dass Design des Käfig dem des Eschle Automaten sehr ähnlich ist. --->  
Ich vermute hier den gleichen Hersteller (!)
Die Bezeichnung "Made in West Germany" wurde erst ab 1974 eingeführt, zur Unterscheidung zu Produkten der DDR !
 
vogelautomat vermutlich Firma Eschle
Eschle Vogelautomat
ab 1950´ iger Jahre
Klick auf die Fotos
Vogelautomat vermutlich Firma Eschle
Eschle Vogelautomat
ab 1950´ iger Jahr
 
MMM Mechanische Musikwerke Manufaktur
65385 Rüdesheim am Rhein, Rheinalle 8
 
Da die MMM in den 80´ger Jahren die gesamte Fertigung der Singvogelkäfige und Singvogeldosen von Griesbaum gekauft hatte, wird seit 1991 die Fertigung von Singvogelkäfigen in der guten Tradition von Griesbaum hier weitergeführt.
Auch die Zwitschermelodie entspricht genau den
der Griesbaum Automaten (!)
 
In Deutschland ist die MMM daher der einzige Hersteller mechanischer Singvogelkäfige- und Singvogeldosen.
MMM Singvogelkäfig
Singvogel-Automat zwei Vögel
in einem vergoldeten Käfig.
MMM / Rüdesheim a. Rhein.
26 cm H - 16 cm Durchm.
Beide Vögel bewegen Schnabel und Schwanz, einer dreht zusätzlich den Kopf.
Ausführung und Zwitschern wie Griesbaum (!)
Singvogel-Automat ein Vogel.
MMM / Rüdesheim a. Rhein.
26 cm H - 16 cm Durchm.
Klick auf das Foto
MMM Singvogelkäfig
MMM Singvogelautomat
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Reuge SA Gründung 1865 durch Charles Reuge - Herstellung u.a. von Spieldosen
 
1960 übernahm Reuge die berühmte Firma Bontems in Paris mit eigener Herstellung mechanischer Singvögel in der Tradition von Bontemps.
Die Firma Reuge übernahm also sämtliche Rechte sowie die gesamte Produktion der
Firma Ch. Bontemps & Co.
 
REUGE SA
Rue des Rasses 26
 
 
Bontems Singvogelautomat um 1900
 
ORIGINAL
Bontems Vogelautomat um 1900
3 künstliche Vögel Holzkorpus
Klick auf das Foto zum Vergrößern
Der damalige Atelierchef Herr Roger Borie wurde von Herrn Guido Reuge nach St. Croix geholt, wo er unter der direkten Leitung von Herrn Reuge die Fabrikation aufbaute und weiterführte.
 
1977 übernimmt Reuge auch die Fa. Eschle - Herstellung mechanischer Singvogeldosen
und Vogelkäfige.
 
Singvogelautomat Reuge
Singvogelautomat Reuge
Zwei Singvogekäfige des Schweizer Herstellers Reuge
Einen autorisierten Reparaturdienst für Produkte der Fa. REUGE finden Sie hier:
 
 
 
 Singvogel-Automaten mit künstlichem Vogel
 Karl Griesbaum K.G. und Robert & Otto Eschle
- Triberg im Schwarzwald -
 
 Viele weitere Fotos und Infos zu diesen Automaten  
 
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Karl Griesbaum
50´iger Jahre 20. Jahrh.
Karl Griesbaum
60´iger Jahre 20. Jahrh.
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Karl Griesbaum
60´iger Jahre 20. Jahrh.
Firma Eschle
60´iger Jahre 20. Jahrh.
 
 
 
 
Verschiedene Singvogelkäfig-Automaten in Wort und Bild

 

 
Wie funktionieren die Singvogel Automaten eigentlich?
 
Das Werk eines mechanischen Singvogels hat zwei Funktionen.
Zunächst muß das Vogelgezwitscher erzeugt werden und es muß darüber hinaus der künstliche Vogel so bewegt werden, daß er möglichst lebensecht wirkt.
 
Das mechanische Ur-Prinzip der Singvogel Automaten ist seit 1752 fast unverändert. Egal ob kleine Singvogel (Tabak-) Dose, oder großer Singvogel-Käfig.
 
Der Kraftantrieb erfolgt grundsätzlich mittels einer Aufzugfeder welche normalerweise in einem Federhaus untergebracht ist.
Bei den großen Singvogel Käfigautomaten sind diese extrem
stark und kräftig ausgebildet um
der vielfachen mechanischen Reibung - hervorgerufen durch diverse anzutreibende Komponenten - genügend Kraft gegenüberzustellen.
 
Eine Blasebalg presst Luft in eine Druckkammer. Von dort wird die Luft
in eine Pfeife geleitet, in deren
Innern sich ein Kolben befindet.
Steuerungsprinzip eines Vogelautomaten
Der Blasebalg arbeitet wie in anderen pneumatischen Instrumenten.
Mit einem Schöpfer wird über ein Ventil Luft von außen angesaugt und in einem nächsten Arbeitsgang einem Magazin zugeführt.
 
Dieses Magazin verfügt über ein kleines Überdruckventil, um zu verhindern, daß zuviel Luft (der Fachmann spricht von Wind) im Magazin entsteht, so daß das Magazin platzen würde.
Mechanik eines Vogelautomaten um1900 vom Hersteller Bontemps aus Paris
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Durch eine kleine winzige Windlade wird dieser Wind einer einzigen Pfeife zugeführt.
 
Diese Pfeife erzeugt Töne unterschiedlicher Tonhöhe dadurch, daß sich in ihrem Hohlraum ein Kolben auf und nieder bewegt. Befindet sich der Kolben am äußeren Ende der Pfeife, so ist der Ton tiefer und umgekehrt klingt er höher.
 
Gesteuert wird das Auf und Ab des Kolbens durch eine Scheibe auf der ein sog. Abreißer die Höhen der Kolbeneinstellungen abtastet
 
Gleichzeitig wird über eine zweite Steuerungsscheibe
der Stecher für die Ventillade gesteuert.
Wie bei einer Holzwalzendrehorgel muß auch hier durch einen Stecher das Ventil geöffnet werden, um den Wind in die Pfeife zu pressen.
 
Diese beiden Scheiben sind mit großer Exaktheit aufeinander abgestimmt, da es anderenfalls zu einem Verschmieren der Töne kommt.
Die Luftöffnung funktioniert nur dann, wenn sich der Kolben an ganz bestimmten Stellen befindet, welche
mit den entsprechend gewählten Noten
übereinstimmen.
Mechanik eines Vogelautomaten um1900 vom Hersteller Bontemps aus Paris
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   Weitere interessante Fotos vom "Innenleben"
eines Vogelautomaten des Herstellers Bontemps um 1900 finden Sie hier    
 
Mechanik eines Vogelautomaten um1900 vom Hersteller Bontemps aus Paris
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Die Bewegung der Hebel wird von Stäben, die durch Röhren gleiten, auf Schnabel und Schwanz des Vogels übertragen, die sich bewegen, wenn der Vogel pfeift.
 
Über eine sehr sinnvolle Mechanik werden die Vögel durch kleine Exzenterscheiben bewegt. Es öffnet sich der Schnabel während der Pfeifton entsteht, der Vogel dreht sich um seine Achse und schlägt aufgeregt mit seinem Gefieder.
Es gibt noch mechanische Singvögel, die außerdem den Kopf oder die Augen verdrehen. In größeren Werken (Bewegungsautomaten) springen die Vögel in
einem Baum sogar von Ast zu Ast und drehen sich dabei.
 
Hier handelt es sich also um feinste Feinwerktechnik, welche nicht in Massenproduktion angeboten wurde.
Funktionsweise der Kolbenpfeife eines Vogeautomaten
Funktionsweise der Kolbenpfeife
 
Durch Federwerkantrieb dreht sich die Welle a.
 
Sie treibt den Balg b an, der die Luft für die Pfeife liefert.
 
Die Luft gelangt wie dargestellt, in die Öffnung c der Pfeife d und verlässt die Pfeife über die
Öffnung e.
 
Die Tonhöhe steuert der Kolben f der über die Kurvenscheibe g in seiner Stellung verändert wird.
 
Die Kurvenscheibe wird ebenfalls über die Welle a angetrieben.
 
Außer der Kurvenscheibe gibt es auf der Welle a weiterhin eine Zackenscheibe h,
die über die Stange i und die Ventilklappe k die Luftzufuhr zur Pfeife steuert.
 
Auf diese Weise wird die Vogelstimme zeitweise unterbrochen, die schärferen Anlaute hervorgebracht und damit auch das Zwitschern nachgeahmt.
 
Die kleinste Kolbenpfeife hat einen Durchmesser von 6.5 mm und konnte zwischen d4 und d5 tönen.
 
Verschiedene Singvogelkäfig-Automaten in Wort und Bild
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