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- Wer
ist Johannes Hartmann?
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- Johannes
Hartmann - Königlicher Hofuhrmacher in Berlin
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- Ladengeschäft
1856-1872
in Berlin-Mitte - Unter den Linden 49 Siehe
Foto
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- Am
1. Okt. 1763 gründete George Adolphe NEVIR in Berlin Unter den
Linden 49 ein Uhrengeschäft. Er war Hofuhrmacher und Lieferant
Friedrichs des Großen.
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- Nach
40- jähriger Aufbauarbeit übergab George Adolphe NEVIR das Geschäft 1803 seinem
Mitarbeiter
- B.F. SCHUNIGK.
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- Nevir
selbst hatte mit einer daraufhin erworbenen Brauerei wenig Glück,
da er durch Einquartierung während
- der napoleonischen Kriege
1806/07 total ruiniert wurde. Er starb 1815 völlig verarmt.
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- Nachdem
der zweite Eigentümer der Firma - B.F. SCHUNIGK - gestorben war,
konnte der Sohn des Gründers
- der Firma - DOMINIQUE NEVIR - das
Uhrengeschäft wieder übernehmen.
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- Dominique
NEVIR verkaufte im Jahre 1856 die Firma an JOHANNES HARTMANN.
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- Nach
16 weiteren Jahren - 1872 - mußte JOHANNES HARTMANN
sich wegen
eines Augenleidens zur
- Ruhe setzen.
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- Der
neue Besitzer hieß ab 1872 H.A. Markfeld. Auf ihn folgte 1901
Willi Hennings, und 1924 Heinrich Simon. Dessen Sohn - Arthur
Simon - konnte 1938 das 175 jährige Bestehen der Firma feiern.
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Beispiel einer Signierung von Jonannes Hartmann
Klick auf das Foto zum Vergrößern
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- 01.10.1763
- 1802/03
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- George Adolphe Nevir
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- 1803
- ?
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- B.F. SCHUNIGK
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- ?
- 1855/56
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- DOMINIQUE NEVIR
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- 1856
- 1872
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- Johannes
Hartmann
- Bezeichnung
der Uhren 1856 - 1872:
- Joh's Hartmann Berlin
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- 1873
- 1901
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- H.A.
Markfeld
- Bezeichnung
der Uhren ab 1873:
- Joh's Hartmann vorm.
D. Nevir
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- 1901
- 1924
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- Willi
Hennings
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- 1924
- ?
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- Heinrich
Simon
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- ?
- ?
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- Arthur
Simon
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- Wichtig
für Datierungen:
- Nachdem
JOHANNES HARTMANN seine Firma 1872 verkauft hatte,
- firmierten
die späteren Besitzer mit der Bezeichnung:
- Joh's Hartmann vorm.
D. Nevir.
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- Gehäuse
(umfangreiches
Fotomaterial dazu hier)
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- Das
Uhrengehäuse wurde Mitte des 19. Jahrh. im sog. Louis Quatorze
Stil gefertigt. Dieser Hinweis bezieht sich auf den (franz.)
Sonnenkönig Ludwig XIV (1643-1715). Besonders nach ihm wird
diese Stilepoche als die franz. Variante des Barock und beginnenden
Rokoko bezeichnet.
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- Der
Korpus ist in der Art der sog. Boulletechnik gefertigt.
- Benannt
nach Andre-Charles Boulle, einem franz. Kunsttischler (1642-1732),
der viel für Ludwig XIV. tätig war.
- Die
aus Italien stammende Technik hat er vervollkommnet und besteht
darin, dass Muster, z.B. aus Schildpatt und Messing, zusammengeleimt
werden, danach werden die Platten wieder getrennt und die Hohlformen
u. Füllungen wechselweise wieder ineinandergefügt.
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- Legt
man die helle Messingform in dunkles Schildpatt, spricht man
von premiere-partie Arbeit.So wie bei dieser Uhr. (Umgekehrt
nennt man es contre-Partie). Diese sehr arbeitsaufwendige und
kostbare Technik war im 18. Jahrh. bei Möbeln sehr beliebt.
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- Der
Behangdekor ist nach Art des franz. Architekten Jean-Louis Berain
ausgeführt. Seine Arbeiten für Ludw. XIV. beeinflußten Ende
des 1800 Jahrh. viele andere Künstler in der Ausschmückung wertvoller
Möbel.
- Das
Gesamtgewicht der Uhr beträgt 16 Kg - Höhe 107 cm.
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- Uhrwerk
(umfangreiches
Fotomaterial dazu hier)
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- Das
Uhrwerk ist ein typisches Produkt aus der Zeit Mitte des 19.
Jahrh.
- Die
Ganggenauigkeit des Werks ist relativ gut, da vor dem Gangregler
eine BROCOT-Hemmung eingebaut ist.
- Die
nach Louis Gabriel Brocot benannte Hemmung wurde von ihm 1826
vorgeführt.
- 1847 erhielt er ein Patent auf diese neuartige ruhende
Ankerhemmung. Die Brocot-Hemmung hat zwei senkrecht zur Fläche
des Ankers stehende halbrunde Stifte, welche bei diesem Werk
aus Stahl gefertigt wurden.
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- Die
Schlagwerkauslösung erfolgt durch ein Rechenschlagwerk. Im
Gegensatz zu den Schlossscheibenschlagwerken, lassen sich diese
Rechenschlagwerke repetieren.
- Auf
Wunsch kann seitlich an einer Schnur gezogen werden, worauf
das Schlagwerk auslöst und die zuletzt geschlagene Stunde geschlagen
wird.
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- Die
Schlagzahl wird bei dieser Uhr durch eine direkt auf dem Stundenrad
sitzende Stundenstaffel gesteuert. Der Schlagwerkhammer schlägt
auf eine aufgerollte Tonfeder den sog. französischen Schlag;
halbe und volle Stunden.
- Die
Pendelscheibe zeigt eine Sonne, ein Phoebus-Symbol (Gott Apoll).
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- Die
beiden großen Federhäuser halten das Uhrwerk Tage ca. 14 Tage
in Gang. Das Werk ist signiert mit:
- J. HARTMANN HORLOGER
DU ROI BERLIN
- Werk Nr. 1298
- BREVETE S.G.D.G. (Ist
Bezeichnung für ein Patent- bzw. Gebrauchsmusterschutz ! )
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Bildergalerie Zum
Vergrößern auf das jeweilige Foto klicken
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- Alte Großuhren reinigen,
- ölen und einstellen
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Einige
Tipps
für den interessierten Laien -
- Ersatzteile,
Materialien und Werkzeuge gibt es
- Bei
weitergehenden Reparaturen evt. ein entsprechendes
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Ein
kleines Uhren-Übersetzungswörterbuch
- für
Deutsch-Englisch-Französisch gibt es hier.
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- Es
sollte erwogen werden, das Uhrwerk total zu demontieren
und zu reinigen. Schmutz und verharztes altes Öl führen
zu Lagerreibung und Schwergängigkeit. Oft läuft eine Uhr
nach einer Reinigung wieder zufrieden stellend.
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- Genaue
Skizzen und/oder Fotos des Uhrwerks und der Lage aller Räder,
Wellen, Federn usw. anfertigen.
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- Bei
Uhren mit Federantrieb diese jetzt unbedingt "entspannen".
Bei Nichtbeachtung kann Zerstörung des Uhrwerks drohen.
Uhrwerk dazu fest einspannen. Aufzugschlüssel auf den Aufziehvierkant
stecken und festhalten. Mit der anderen Hand vorsichtig
die Sperre vom Sperrrad abheben, und dabei Aufzugschlüssel
langsam nach links bewegen.
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- Stark
ausgelaufene, also nicht mehr kreisrunde, Lagerbohrungen in den beiden Werkplatinen
können jetzt "ausgebuchst" werden. Entsprechende
Lager-Buchsensortimente gibt es im Handel. Zu stark ausgelaufene
Lager führen zu mehr Reibung. Für diese Prozedur möglichst
ein Reparaturbuch für alte Uhren studieren.
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- Fehlende
Zähne an den Rädern können erneuert werden durch einlöten
von Messing-Rundmaterial und anschließendem zurechtfeilen. Entsprechende
Rundmessing Sortimente gibt es im Handel. (Selva)
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- Alle
Räder, Triebe, Stifte demontieren und einige Zeit in ein Reinigungsbad einlegen.
Ganz wichtig ist, dass alle Teile von der Reinigungsflüssigkeit
bedeckt sind. (Sonst starke Verfärbung der nicht bedeckten
Teile) Am besten ist es natürlich, wenn man die Reinigung in
einem Ultraschallreiniger durchführt.
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- Achtung! Bei vorhandenen Federhäusern diese nicht komplett
einlegen. Sollte man unbedingt eine Reinigung innen wünschen, muss
die Feder vorher ausgebaut werden. Zum Aus- Einbau der Federn
am besten einen Federwinder (gibt´s im Handel z.B. bei SELVA) benutzen.
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- Man
nehme eine flache Schale mit einer Lösung aus heißem Wasser,
einem guten "Schuß" verdünntem Salmiakgeist und etwas flüssiger Seife oder
Spülmittel.
- Ca.
30-45 Minuten eingelegt lassen.
Bei starken Verschmutzungen evt. mit einer weichen Bürste behandeln. Dazu
die Teile mit einer Pinzette vorsichtig aus dem Bad heben,
evt. reicht leichtes Schwenken.
- Nach
diesem Reinigungsbad die Uhrwerkteile zum Abspülen und
neutralisieren in eine flache Schale mit Benzol oder
Reinigungs-Benzin legen. Dort noch einmal schwenken, und
mit einem fusselfreien Tuch oder Fön trocknen. Das Trocknen
muss sehr gründlich erfolgen. Ich bevorzuge dazu Warmluft.
- Wichtig!
Eventuelle Lagerbohrungen (wenn Platinen und Brücken gereinigt
wurden) mit einem dünnen runden Hölzchen (Zahnstocher?) innen
reinigen.
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- Die
Messing und Stahlteile können - wenn man unbedingt möchte - jetzt
noch poliert werden. Man verwende dazu ein schnell rotierendes Stahlbürstchen in einer Mini-Bohrmaschine.
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- Abschließend
die Teile wieder zusammenbauen und alle Lager ölen. Funktionstest
des Werks außerhalb des Gehäuses durchführen.
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- Der
funktionierende Zusammenbau stellt für den Anfänger die
größte Herausforderung dar. Er gelingt meistens nur, wenn
ausreichende Skizzen/Fotos vorher gemacht wurden. Insbesondere
die richtige Justage des Schloßscheiben oder Rechen- Schlagwerkes
kann Probleme bereiten. Evt. ein Uhren-Reparaturbuch zu
Rate ziehen.
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- Das Nachölen älterer, mechanischer Uhrwerke ist nur dann
sinnvoll, wenn alle Lagerstellen einigermaßen sauber erscheinen. Wenn die Lager jedoch größere Schmutzansammlungen aufweisen,
ist es unumgänglich, zuerst das Werk zu reinigen.
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- Wenn die allgemeine Verschmutzung eines Uhrwerks nicht allzu
groß ist und die Lager noch einigermaßen in Ordnung sind, kann man mit einem
Feinreiniger aus der Sprühdose eine wirksame Kurzreinigung vornehmen.
- Damit alle Lagerbohrungen Triebe und Räder
- also das gesamte
Werk einsprühen - allerdings nur gezielt mit einem Sprühröhrchen. Alte Ölreste
und Schmutz - wenn nicht verharzt - sollten so herausgesprüht werden können
und fließen ab.
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- Zum Beispiel den Sicherheitsreiniger (Spraydose ca. 200 ml) KALTRON
601 von Kontakt Chemie benutzen. Chem. Reinheit = 99,8 %, hinterlässt keine
Spuren, trocknet schnell. Feinreiniger gibt es u.a. im Fachhandel f. elektronische
Bauelemente. Z.B. Conrad Elektronik. Diese Produkte wurden früher auch
zur Reinigung der Videoköpfe/Tonköpfe benutzt.
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- Dabei sollte mit dem Sprühmittel nicht gespart werden, die
ganze Dose geht dabei schon drauf.
- Bitte unbedingt darauf achten, dass das Mittel nicht in die Federhäuser
läuft. (Französische Pendulenwerke deshalb beim Einsprühen immer mit der
Zeigerseite nach unten halten während des Einsprühens)
- Der Feinreiniger trocknet von selbst, man kann aber auch mit Warmluft
(Fön) nachhelfen. Schmutzreste auf den Platinen sollten jetzt abgewischt werden.
- Nach der "Schnellreinigung"
mit Feinreiniger-Spray, das Uhrwerk mit
Uhrenöl für Großuhren - z.B. Uhrenöl No.
3-5 von Selva http://www.selva.de/ ölen.
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- Über
das richtige Ölen von Großuhrwerken.....
- Öl vermischt mit Staub verhindert
die einwandfreie Kraftübertragung.
- Ist eine Uhr jedoch in
extremer Wärme ausgesetzt, kann das Öl – je nach Qualität – sich früher verflüchtigen,
dick werden oder auch verharzen.
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- Die Folge sind
Reibungsverluste in den Lagerstellen und ein schwergängiges Räderwerk, das schließlich
versagt. Äußerst nachteilig wirkt sich auch Staub aus, der sich mit dem Öl vermischt.
Er erzeugt eine schwarze Schmiere in den Lagern, die zu einer Schleifwirkung führen
kann.
- Ausgelaufene Lager und raue Wellenzapfen sind die
Folgeschäden. Eine
einwandfreie Kraftübertragung ist dann nicht mehr gewährleistet.
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- Lieber weniger als zuviel
ölen.
- Intakte, saubere Lager
lassen sich nachölen. Aber auch hier können Probleme auftreten, z.B., wenn die Öle sich
nicht miteinander vertragen.
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- Beim Nachölen oder beim Ölen
nach einer Reinigung des Uhrwerks gilt
der Grundsatz: »Lieber etwas weniger, als zuviel«. Dabei werden grundsätzlich nur die
Zapfen der Räder in der vorderen und hinteren Werkplatine geölt.
- Geölt werden darf
prinzipiell nur dort, wo Reibung entsteht, also zunächst in den Platinenlagern.
- Das Öl muss punktgenau und präzise
mit einem speziellen Ölgeber dosiert an die Schmierstelle gebracht
werden. Man kann auch einen dünnen Messingdraht in das Öl tauchen und dann auf
die zu ölende Stelle geben.
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- In der Regel haben die
Platinenlager an der Außenseite Senkungen zur Aufnahme einer geringen Ölmenge. Ein Zuviel an Schmierstoff ist schädlicher als zu wenig, denn sobald ein Tropfen von der Ölstelle wegläuft, zieht er weiteres Öl nach. Ein »überöltes« Lager
läuft also schneller trocken!
- Vergisst man dagegen eine Stelle zu
ölen, ist erhöhter Verschleiß die Folge.
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- Die Zähne der Räder dürfen nicht geölt werden,
denn Öl zieht dort verstärkt Staub an, so dass die Verzahnung bald klemmen
würde.
- Eine Ausnahme bildet das Gangrad – auch
Steigrad genannt –, in das der Anker eingreift. Die Ankerklauen bzw. die Zahnspitzen des
Steigrads mit etwas Öl oder Uhrenfett versehen. Dies bewirkt gleichzeitig
eine Dämpfung des »Tick«-Geräuschs.
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- Immer das "richtige" Öl
verwenden. Für Großuhren also nur Großuhrenöl, kein Öl für Taschenuhren oder
Nähmaschinen etc. verwenden. Im Internet zu beziehen u.a. bei http://www.selva.de/
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- Abhilfe
bei ungleichmäßigem Ticken.... (Abfall einstellen)
- Mechanische
Uhren mit Pendel sollen und müssen ein gleichmäßiges Ticken von sich geben.
Es gibt Menschen, welche dieses ungleichmäßige Ticken nicht
einmal hören, andere wieder stört das ungleichmäßige Tick-Tack
ungemein.
- Für
die Uhr selbst ist ein ungleichmäßiges Ticken von Nachteil,
sie geht u.U. nicht genau, und der Anker nutzt sich ungleichmäßig
ab, im Extremfall bleibt die Uhr einfach stehen.
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- Bevor
hier mechanisch eingegriffen wird, könnte man in leichten
Fällen damit Abhilfe schaffen, die Uhr durch einseitiges
Unterlegen von Filzen - links oder rechts - "schief
zu stellen". Wenn es sich nur um 1-2 mm handelt, merkt
man das kaum. Das Ticken ist aber wieder gleichmäßig. (Gleiches
gilt für Wanduhren)
- Bei
den beliebten französischen Pendulen kann man u.U. auch das
ganze Zifferblatt im Gehäuse drehen.
- Auch
hier, oft handelt es sich nur um 1-2 mm, und der Abfall
ist wieder gleichmäßig.
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- Wenn
die Uhr also "hinkt" oder "galoppiert",
gibt es folgende Lösungen für dieses Problem:
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- Es
gibt normalerweise 2 Konstruktionsarten wie die Pendelführung/Pendelgabel
mit der Ankerwelle verbunden ist. Danach richtet sich die
Problemlösung. Das sollte also vorher geklärt werden.
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- Bei
Uhren, deren Ankerwelle mit der Pendelführung fest verbunden
ist - sei es vernietet oder verlötet - muss die Pendelführung
leicht nach links oder rechts gebogen werden.
- Bitte
beachten, dass die Pendelführung mit 2 Fingern festgehalten
werden muss, da sonst die Gefahr besteht, dass die dünnen
Ankerwellenzapfen brechen.
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- Sind
Pendelführung und Ankerwelle aber nicht fest miteinander verbunden,
sondern lassen sie sich gegenseitig (reibschlüssig) verdrehen, dann müssen
Sie bei der Korrektur folgendes beachten:
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- 1.
Das Uhrgehäuse so weit nach links oder rechts schräg hängen
oder kippen, bis das
- Ticken
vollkommen gleichmäßig ist.
- 2.
Die Pendelführung vorsichtig in Richtung der Schräglage
führen, bis der Anker im
- Zahngrund
des Steigrads aufsitzt und ein leichter Widerstand spürbar
ist.
- 3.
Die Pendelführung geringfügig über den Widerstand hinaus
drücken. Ist die
- Bewegungsfreiheit
der Pendelführung eingeengt, muss man mit der freien Hand
- den
Anker arretieren und die Uhr wieder senkrecht hängen.
- 4.
Das Tickgeräusch nun wieder abhören.
- 5.
Ist das Ticken noch immer nicht gleichmäßig, wiederholen
Sie bitte den Justier-
- vorgang
- falls erforderlich auch in die entgegengesetzte Richtung.
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- Präzisions-Pendeluhren besitzen oft
eine
speziell konstruierte Pendelführung.
- Bei
solchen Uhren befindet sich an der Führung eine Stellschraube
oder eine Rändelscheibe zur Feineinstellung.
- Mit
dieser Reguliervorrichtung können Sie leicht und bequem
ein gleichmäßiges Ticken einstellen.
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- Was
hier beschrieben wurde, bezeichnet der Uhrmacher in
seiner Fachsprache als "Abfall einstellen". Kommt
von der Bewegung des Steigrads, das Zahn um Zahn "abfällt".
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Die Schlagfolgen bei Alten Uhren -
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- 1.
Voller Stundenschlag. Nur Angabe der vollen
Stunden.
- Bei frühen Uhren und häufig bei Bodenstanduhren bis
hinein ins 19. Jahrhundert gebräuchlich.
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- 2.
Angabe der vollen und halben Stunden. Französischer
Schlag genannt - wobei
die halben Stunden nur mit einem Schlag angegeben werden.
- Diese
Form ist ab 2. Hälfte des 17. Jh. in Frankreich und auch bis heute
sehr gebräuchlich. In einigen anderen Ländern aber erst ab dem
19. Jahrhundert.
- In Teilen Deutschlands im 18. Jh. auch bekannt
z. B. im bergischen Land, wo die halbe Stunde auf einer kleinen
Glocke oder Tonfeder geschlagen wird - meistens als „passing
strike“.
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- 3.
Passing Strike in England auch "angerissener
Schlag" oder Schlag "en passant" genannt. D.h.
1x Schlag immer zur vollen
Stunde. Auslösung wird vom Gehwerk betätigt. Also kein Extra
Schlagwerk.
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- 4.
Comtoiser Schlag. Die Comtoise-Uhren schlagen
die vollen und halben Stunden und wiederholen die volle Stunde
ein paar Minuten danach. Ähnlich funktioniert der Ribotta-Schlag
bei Italienischen Uhren. In Deutschland wurde früher bei Kirchturmuhren
auch weit verbreitet die volle Stunde nachgeschlagen, aber unmittelbar.
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- 5.
Holländischer- oder Wechsel- Schlag. Wird
in England
Dutch Striking genannt.
- Angabe der vollen und halben
Stunden jeweils mit voller Schlagzahl. Die halben Stunden werden
zur Unterscheidung auf eine andere Glocke geschlagen. Diese
Bauweise war auch in England bekannt, aber um ½ wird die vergangene Stunde
und nicht die kommende Stunde geschlagen.
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- 6.
Dreiviertelschlag. (Auch ¾-Schlag oder Berner
Schlag genannt). Alle Viertel werden angegeben und (nur) beim vierten
Viertel wird die volle Stunde auf eine größere Glocke geschlagen.
Im Gegensatz zur Petite Sonnerie, wo die 4 Viertelschläge NICHT
geschlagen werden.
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- 7.
Petite Sonnerie. Hier werden die Viertelstunden
- ggfs. mit Doppelschlag auf 2 Glocken - angegeben. Zur vollen
Stunde wird die Stundenzahl ohne Viertelstunden auf eine größere
Glocke geschlagen.
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- 8.
Grande Sonnerie. (Vor allem in Frankreich
u. Schweiz gebräuchlich) Bei jeder Viertelstunde wird zuerst die volle Stunde
auf eine größere Glocke und dann die Viertel (meist im Doppelschlag)
angegeben - aber nicht zur vollen Stunde, hier wird die Stundenzahl
ohne Viertelstunden geschlagen.
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- 9.
Vierviertelschlag mit vollem Nachschlag. Auch
4/4-Schlag, Wiener Vierviertelschlag oder Wiener Vollstundenschlag
genannt. Hier wird nach jedem Viertelschlag die volle vergangene
Stunde nachgeschlagen.
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- Die Uhrenhemmung (kurz Hemmung) ist eine
Baugruppe der mechanischen Räder Uhren.
- Sie dient der Drehzahlstabilisierung beim Anlauf eines
Federwerks, welches diese Geräte antreibt.
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- Die Spindelhemmung
- ist die
älteste (rückfallende) Hemmung an Räderuhren (Groß- und später auch
Taschenuhren) Abwechselnd greifen die Lappen der Spindel in das Hemmungsrad
ein, das die Form eines Kronenrades mit sägeähnlichen Spitzen hat, und lassen
es um jeweils einen Zahn weiterlaufen Waag.
Die Ankerhemmung - zusammenfassende Bezeichnung für die rückführende
Haken- als auch für die ruhende Graham- oder Brocothemmung.
Die Hakenhemmung - auch Clement - Ankergang genannt. 1680 von »
William Clement eingeführte rückführende Ankerhemmung mit einem Hemmungrad,
dessen Zähne senkrecht zum Trieb stehen. Der ankerförmige Teil der Hemmung gibt
im Wechsel einen Zahn frei und hemmt dabei gleichzeitig den anderen.
Die Grahamhemmung - 1710 von »
George Graham erfundene ruhende Ankerhemmung für Präzionsuhren.
Die Béthune-Hemmung - von Chevalier de Béthune 1727 entwickelte
rückfallende Hemmung für Pendeluhren, die eine Variante der Spindelhemmung ist.
Sie besitzt senkrecht zum trieb des Hemmungrades stehende Zähne und eine
geteilte Spindel,
- deren Lappen an zwei verschiedenen Wellen befestigt ist, die
durch zwei Hebel miteinander in Verbindung stehen.
Die Scherenhemmung - auch Stiftenhemmung. Von Louis Amant 1741 entwickelte ruhende Hemmung mit einem Hemmungsrad, das
senkrecht zum Radstreifen stehende Stifte trägt, welche durch die hin- und hergehende
Schere hindurchgeführt werden.
Die Brocot-Hemmung - von »
Louis Gabriel Brocot 1826 erstmals vorgeführte ruhende Ankerhemmung, für
die er 1847 ein Patent erhielt. Die Brocot-Hemmung hat zwei senkrechte zur
Fläche des Ankers stehende halbrunde Stifte aus Stahl oder häufiger aus Stein
(Rubin),
die als Paletten dienen. Bei französischen Pendulen ist die Brocothemmung sehr
häufig in einer Aussparung des Zifferblattes sichtbar angebracht.
Die Chronometerhemmung, von
» Pierre Le Roy 1748 entwickelte freie Hemmung, die häufig in
Schiffschronometern verwendet wurde. Auch heute noch wird sie gelegentlich in
abgewandelter und verbesserter Konstruktion gebraucht.
- Man unterscheidet die
Chronometerhemmung mit Feder (meist in Schiffschronometern und anderen
Großuhren) und die Chrono-meterhemmung mit Wippe (meist in Taschenuhren).
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- Bei
der Chronometerhemmung mit Feder hält der an der Feder befestigte Ruhestein das Hemmungsrad
an, bis der an einem Teller an der Unruhwelle befindliche Auslösestein die
Feder anhebt und damit den Ruhestein aus dem Hemmungsrad herauszieht, das sich
weiterdreht und mit einem Zahn auf den an dem Teller befestigten zweiten Stein,
den Antriebsstein, fällt und die Unruh antreibt. Diese erhält beim
zurückschwingen jedoch keinen Antrieb. Er erfolgt nur bei jeder zweiten
Schwingung. (freie Hemmung)
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